Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gigafactory
Initiative aus Grünheide bei Berlin fordert Stopp für Tesla

Ein Demonstrant der «Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide» übergibt vor dem Umweltministerium Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister in Brandenburg, einen Protestbrief.
Ein Demonstrant der «Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide» übergibt vor dem Umweltministerium Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister in Brandenburg, einen Protestbrief. © Foto: dpa/Fabian Sommer
Ina Matthes / 21.05.2020, 03:15 Uhr - Aktualisiert 21.05.2020, 06:59
Grünheide (MOZ) Die Bürgerinitiative "Grünheide gegen Gigafactory" hat Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Bündnis90/Grüne)  aufgefordert, die Ansiedlung von Tesla in Grünheide zu stoppen. Sie überreichten Vogel am Dienstag in Potsdam einen Brief.

Darin  forderten Vertreter der Initiative,  jede weitere vorzeitige Genehmigung zur "scheibchenweisen" Errichtung der Gigafactory zu verhindern. Begründet wurde das vor allem mit Sorgen um das Grund- und Trinkwasser. Das Baugelände für die Fabrik liegt teils in einem Trinkwasserschutzgebiet. Die Rodung eines 90 Hektar großen Waldstückes und weitere vorbereitende Arbeiten sind bisher über einen sogenannten vorzeitigen Maßnahmebeginn schrittweise ermöglicht worden.

Die Gegner der Fabrik befürchten, dass durch weitere Ansiedlungen von Industrie im Zuge von Teslas Gigafactory der Wasserbedarf in der Region zusätzlich steigt. Die Bürgerinitiative verweist in dem Zusammenhang auf den aktuell kritischen Zustand der Spree, die eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung der Region spiele. Durch zu wenig Niederschläge und einen Zustrom von Wasser aus dem Bergbau sind die Sulfatwerte im Fluss in den vergangenen Wochen gestiegen.

Gesprächsrunde mit Bürgern

Steffen Schorcht von der Bürgerinitiative bezeichnete das Gespräch mit dem Minister als offen und sachlich. Vogel habe sich bereit erklärt, zu einer Gesprächsrunde mit Bürgern in die Region zu kommen. Ein Termin solle noch vereinbart werden. In dem Gespräch zwischen Bürgerinitiative und Minister ging es auch um Tests für eine mögliche Pfahlgründung der Fabrik.

Die Bürgerinitiative schilderte, dass Tesla bereits Pfähle probehalber in den Boden gebracht habe, ohne dass die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde dafür vorgelegen habe.  Wie das Landesumweltamt auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte, liegt die Genehmigung inzwischen vor.  Danach seien insgesamt 19 sogenannte Pfahlbelastungsproben zulässig. Angekündigte Unterlagen für eine Pfahlgründung und eine  Änderung des Bauvorhabens hat Tesla aber noch nicht eingereicht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG