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Matthias Platzeck
Ein Bild ist noch keine Galerie

Ulrich Thiessen / 14.04.2020, 03:30 Uhr
Potsdam (MOZ) Matthias Platzeck wird sich jetzt bemühen. Diese Zusage hat der ehemalige Ministerpräsident der Staatskanzlei gegenüber gegeben. Seit Jahren wird er gedrängt, sich porträtieren zu lassen. Bislang ohne Erfolg. Die in Gemälden festgehaltenen brandenburgischen Regierungschefs sollen eine Art Ahnengalerie bilden. Bislang gibt es allerdings nur das Porträt von Manfred Stolpe, das auf dem Weg zum Büro des aktuellen Ministerpräsidenten, Dietmar Woidke (SPD), zu sehen ist.

Der erste "Landesvater" nach der Wiedergründung des Landes hatte Bernhard Heisig Modell gesessen. Der 2011 verstorbene Maler gehörte zur Leipziger Schule und galt als einer der bedeutendsten Künstler seiner Generation. Das Porträt zeigt Stolpe ungewöhnlich entspannt sitzend mit offenem Hemdknopf, ohne Krawatte, dem Betrachter aufmerksam zugewandt.

Mittel sind eingestellt

Nun ist Matthias Platzeck an der Reihe. Es war ihm bislang nicht so wichtig, räumt er ein. Aber jetzt soll es werden. Entsprechende Mittel sind im Haushalt der Staatskanzlei eingestellt. Allein einen Maler dafür gibt es nicht. Den muss sich jeder Porträtierte selbst aussuchen. Platzeck will sich nun auf die Suche machen. Eine Künstlerin wäre  nicht schlecht, sinnierte der 66-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Auf die Kunstrichtung hat er sich nicht festgelegt. Aber: "Kein Pop Art", schiebt er hinterher. Zu erkennen sein sollte er schon, meint Platzeck dann noch.

In den Nachbarländern geht man unterschiedlich mit der Ehrung früherer Ministerpräsidenten um. In Dresden findet sie in der Wappengalerie statt – dort, wo Gäste warten, die zum Ministerpräsidenten wollen. Die Vorgänger von Amtsinhaber Michael Kretschmer (CDU) wurden für diese Zwecke fotografiert. In der Staatskanzlei in Sachsen-Anhalt gibt es eine Galerie der bisherigen Regierungschefs. Sie wurden vom Künstler Rudolf Pötzsch als Bleistiftzeichnungen verewigt. In Schwerin wird seitens der dortigen Staatskanzlei die Auskunft gegeben, dass selbstverständlich Fotos aller bisherigen Regierungschefs existieren. Aber auf die Idee, sie zusammenhängend aufzureihen, sei noch niemand gekommen.

Auch im brandenburgischen Landtag war mehrfach über eine Ahnengalerie der Präsidenten nachgedacht worden. Andere Parlamente haben entsprechende Gemälde und Büsten aufgereiht. Im Präsidium soll das Thema vor dem 30. Jahrestag der Neukonstituierung des Landtages im Oktober 1990 beraten werden. Zu klären ist, ob so etwas überhaupt noch zeitgemäß ist und welche Form man wählen sollte: Gemälde oder vielleicht doch eine schlichte Fotografie? Gunter Fritsch (SPD), der das protokollarisch höchste Amt im Lande von 2004 bis 2014 innehatte, winkte immer ab, wenn er auf eine mögliche Ahnengalerie angesprochen wurde.

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