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Rettung
Bruchlandung in der Regenrinne

Bruchlandung in der Regenrinne: die Breitflügelfledermaus konnte sich allein nicht befreien.
Bruchlandung in der Regenrinne: die Breitflügelfledermaus konnte sich allein nicht befreien. © Foto: MZV
Alexandra Gebhardt / 18.04.2018, 15:08 Uhr
Brandenburg (BRAWO) Manche Geschichten kommen einem buchstäblich zugeflogen - zum Beispiel in die heimische Regenrinne. Denn genau hierhin hatte sich eine Breitflügelfledermaus, die mein Freund nach den stürmischen Böen in der vergangenen Woche auf dem Balkon fand, verirrt. Offensichtlich geschwächt bewegte sich "Horsti' - so der Name, den der kleine Flattermann kurzerhand bekam - nur noch wenige Millimeter, lehnte sich Wärme suchend immer wieder Richtung Sonne. Doch wie handeln? Sollten wir das Tier anfassen und ihm helfen oder ihm die Chance geben, sich über Nacht selbst aus seiner misslichen Lage zu befreien? Unsicherheit machte sich breit, jedoch entschieden wie uns erst einmal für zweiteres.

Das Bild am nächsten Morgen war allerdings ernüchternd. Nach wie vor hatte sich Horsti kaum bewegt, machte keinen mobilen Eindruck, sodass zunehmend die Angst entstand, er würde die nächsten Stunden nicht überleben - oder zumindest, keine signifikante Verbesserung seines Zustand eintreffen.

Kurzerhand entschieden wir uns deshalb, ihn vorsichtig in einen kleinen Karton, ausgepolstert mit etwas Stoff, an dem er sich festhalten kann, umzulagern und ins Naturschutzzentrum Krugpark zu bringen. Dort nahm man sich seiner schnell an und gab glücklicherweise Entwarnung. "Der Breitflügelfledermaus fehlt nichts, sie ist wahrscheinlich nur allein nicht aus der Rinne gekommen, da es dort zu rutschig war", vermutet Tierpfleger Nico.

Der erste Weg im Falle eines Tierfundes - die gerade jetzt im Frühjahr vermehrt auftreten - muss also nicht zwangsläufig zu Anlaufstellen wie dem Krugpark führen. Viel sinnvoller ist es, nach Angaben der Krugparkmitarbeiter, Jungvögel, -hasen und Co. am Fundort zu belassen bzw. wieder ins Nest zurückzusetzen.

Allerdings sollte auch hier das Umsetzen sorgfältig abgewägt werden, da viele Vogeleltern ihre Jungen auch am Boden noch weiter füttern. Wenn die Tiere nicht verletzt sind, sollte man deshalb davon absehen, sie mitzunehmen. Wer sich unsicher ist, kann aber natürlich jederzeit im Krugpark und anderen Naturschutzzentren nachfragen und die Fundstelle melden. Die Experten wägen dann ab, inwieweit Hilfe für das Tier nötig ist.

Wichtig ist bei allen Handlungen, die an Wildtieren oder auch Fledermäusen vorgenommen werden, jederzeit Handschuhe beim Anfassen zu tragen, um die Übertragung von Krankheiten wie Tollwut zu vermeiden - schließlich soll die Rettung des Tieres ja nicht zum nächsten Unglück führen.

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Regenrinne Bruchlandung Breitflügelfledermaus

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