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Tour de MOZ
Der Gartenbaumeister lässt grüßen

Forst und Umgebung ist der Tour-de-MOZ-Familie nicht unbekannt. Schon 2018 radelte man dort.
Forst und Umgebung ist der Tour-de-MOZ-Familie nicht unbekannt. Schon 2018 radelte man dort. © Foto: Jörg Kotterba
Jörg Kotterba / 25.09.2019, 07:00 Uhr
Bad Muskau Zur finalen Ausfahrt der Radsaison 2019 treten die Teilnehmer der "Tour de MOZ" aus Frankfurt und Umgebung und von "LR auf Tour" (Lausitzer Rundschau) aus dem Cottbuser Raum am Sonnabend dieser Woche erstmals gemeinsam in die Pedale.

Vom Forster Rosengarten geht’s entlang der Neiße nach Bad Muskau. Ziel ist der weltberühmte Landschaftspark von Fürst Pückler mit Schloss in Bad Muskau. Der Park wurde vom allseits bekannten Gartenbaumeister Fürst Pückler-Muskau im 19. Jahrhundert im Stil des englischen Landschaftsgartens geschaffen. Anschließend führt der Radweg durch die unberührt scheinende Neiße-Aue. Es stehen insgesamt sportliche 50 Kilometer auf dem Streckenplan.

Nach dem Start in Forst rollt das Peloton durch Groß Bademeusel, niedersorbisch Wjelike Bóžemysle. Der Ort wurde anno 1666 zum ersten Mal in Kirchenbüchern erwähnt. Nach dem Wiener Kongress kam der Ort Groß Bademeusel wie die gesamte Niederlausitz an das Königreich Preußen. Dort lag Groß Bademeusel im Amtsbezirk Preschen im Landkreis Sorau (Lausitz). Danach lag der Ort bis 1952 im Landkreis Cottbus. Am 25. Juli 1952 wurde Groß Bademeusel dem neu gebildeten Kreis Forst im Bezirk Cottbus zugeteilt und lag nach der Wende im Landkreis Forst, heute Landkreis Spree-Neiße.

Bekannt ist Groß Bademeusel für eine besondere Sportart namens Faustball. Der Ort hat rund 230 Einwohner, der Sportverein etwa ebenso viele Mitglieder. Die Hälfte von ihnen spielt Faustball auf hohem Niveau. Mit Cindy Nökel stellte der Verein eine Nationalspielerin, die mehrfach Faustball-Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft wurde.

Gemeckert kann in Pusack werden. Im Tour de MOZ-Durchfahrtsort liegt der urige Ziegenhof "Zur Wolfsschlucht". Seit 2005 bewirtschaftet der gebürtige Ostfriese Klaus-Bernd Günther hier gemeinsam mit seiner Frau Andrea Roß den Hof mit seinen mehr als 20 Weißen Deutschen Edelziegen. Für die Französischlehrerin und den Sozialpädagogen  die Verwirklichung eines Lebenstraums. Mittlerweile gehört der Ziegenhof mit seiner guten Anbindung an den Oder-Neiße-Radweg zu den kulinarischen Highlights in Döbern-Land. Von März bis Oktober öffnet der Ziegenhof seine Pforten und bietet Besuchern Gelegenheit, Menschen und Tiere auf dem Hof kennen zu lernen und die handwerklich hergestellten Käse-Delikatessen im hofeigenen Gartenlokal zu probieren.

Nach vielen beruflichen und privaten Stationen haben Klaus-Bernd Günther und Andrea Roß hier ihre wahre Berufung gefunden – auch ohne landwirtschaftliche Ausbildung. Alles, was sie heute über Ziegen und Käse wissen, haben sie aus Seminaren und Büchern. "Vorher hatten wir keine Ahnung", erzählt Hofkäserin Andrea, die ihre Ziegenmilch von Januar bis Oktober täglich zu naturbelassenem Käse verarbeitet, "es waren eben viele kleine Schritte, die uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind." Was für ein Glück für alle hungrigen, durstigen und müden Radler, denn der Ziegenwirt machte seinen wunderschönen Garten zum Lokal.

Bad ;Muskau ist erreicht. "Halbzeit" bei der Tour de MOZ. Auf einer Gesamtfläche von 17 Hektar präsentieren sich derzeit im Ostdeutscher Rosengarten zehntausende Rosen in fast 1000 Sorten. Eine Vielzahl von Gehölzen, lichtes Grün weitläufiger Rasenflächen sowie ein sehenswerter altehrwürdiger Baumbestand mit seinen Rhododendron-Hainen schaffen in dieser Parkanlage eine ganz besondere Atmosphäre. Skulpturen und kleine Brunnen umgeben vom Duft unzähliger Rosen lassen den Besucher in eine andere Welt eintauchen. Gibt es eine würdigere und schönere Residenz für die Königin der Blumen, als ein Garten mit einer über 100-jährigen Tradition, in dem die Rose als wirkungsvolles Gestaltungselement verwendet wurde?

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/tourdemoz

Strecken-Spickzettel

Start: Sonnabend, 28. September, 10 Uhr Parkplatz Rosengarten, Wehrinselstraße 42 in 03149 Forst (Lausitz)

Länge: ca. 50 km

Schwierigkeit: Der Oder-Neiße-Radweg ist für alle Altersgruppen geeignet. Vor allemasphaltierte, glatte Wege, wenig Anstiege

Parken: auf dem Parkplatz Rosengarten

Anreise: Per Bahn bis zum Bahnhof Forst (Lausitz), von dort aus kann die Buslinie 854 zum Ostdeutschen Rosengarten (und zurück zum Bahnhof) genutzt werden

Tourverlauf: Groß Bademeusel, Klein Bademeusel, Bahren, Zels, Pusack, nach BadMuskau und zurück

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