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Fernverkehr
Der neue Intercity hat zum ersten Mal in Oranienburg Halt gemacht

Klaus D. Grote / 07.03.2020, 19:32 Uhr - Aktualisiert 08.03.2020, 16:38
Oranienburg (MOZ) Der ganz große Bahnhof für die neuen Intercity-Doppelstockzüge blieb wegen des Corona-Virus aus. Denn eigentlich sollte die Tourismusverbände die Sonderfahrt des weißen Zuges an den Bahnhöfen begleiten. Doch weil auch die Internationale Tourismusbörse ITB wegen des Virus ausfällt, kam der Sonderzug am Sonnabend ohne viel Tamtam am Bahnhof Oranienburg an.

Pünktlich um 12.11 Uhr rollte der moderne Zug in Gleis 28 ein. Fotografierende Pufferküsser hatten genau sieben Minuten Zeit zum Bilder machen und Staunen, dann fuhr der Zug weiter nach Berlin. Am Hauptbahnhof kam gleichzeitig ein weiterer Sonderzug aus Rostock an.

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Neue Doppelstockzüge

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Im Zug saßen viele Fahrgäste, die ein Ticket gewonnen hatten. In Oranienburg wurde der Zug von Finanzdezernent Christoph Schmidt-Jansa und Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann empfangen. Außerdem waren einige Oranienburger auf dem Bahnsteig. Die Kurfürstin und Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz stiegen in den Zug, der sieben Minuten Halt machte, und verteilten Quarkbällchen und Kästestangen an die Fahrgäste. Im Zug waren neben Joachim Trettin, dem Bahn-Konzernbevollmächtigten für die Region Ost, viele Mitarbeiter der Bahn, die vom tollen Komfort der Züge schwärmten. Die Doppelstockwagen stellen auch den ICE in den Schatten.

16 Fahrten mit den Zügen des Herstellers Stadler fahren seit Sonntag täglich auf der Strecke Dresden–Rostock. Im Dezember ging dort der IC17 in Betrieb. Bis 2001 fuhr auf dem Abschnitt noch ein Interregio, bis zur Wende ein D-Zug der DR.

Zwei Begleiter fahren mit

Die modernen Doppelstockzüge lassen keine Nostalgie aufkommen. Sie sind eher ein Blick in die Zukunft mit attraktivem Bahnnverkehr und verbessertem Service. Jeder IC verfügt über 300 Sitzplätze, W-Lan, ein modernes Reservierungssystem, je zwei Cafés, einen Familienbereich, abwechslungsreiche Sitzlandschaften, Platz für acht Fahrräder, ein behindertengerechtes WC und Brailleschrift zur Orientierung Sehbehinderter. Je zwei Zugbegleiter fahren mit.

Schon mit den alten Reisewagen, die nun nicht mehr auf dieser Strecke unterwegs sind, hat der IC 17 die Erwartungen der Deutschen Bahn übertroffen. "Vier Bundesländer haben schlagartig ein neues Fernverkehrsangebot bekommen", erklärt Ingo Priegnitz von DB Fernverkehr den Erfolg. Für die Fahrt nach Rostock verkürzt sich die Fahrzeit im Vergleich zum Regionalexpress um 40 Minuten. Hinzu kommt die Möglichkeit, Sitzplätze zu reservieren.

Die beiden Sonderzüge wurden am Sonnabend vor der Abfahrt in Rostock und Dresden getauft: auf die Namen "Mecklenburgische Ostseeküste" und "Dresden Elbland".

Der reguläre Betrieb mit den neuen Doppelstockzügen startete am Sonntag in Oranienburg um 7.56 Uhr Richtung Dresden (Ankunft (10.40 Uhr) und um 8.05 Uhr Richtung Rostock (Ankunft 9.36 Uhr). Der erste öffentliche Zug  für alle Fahrgäste fuhr aber bereits am Sonnabend nach Rostock, um von dort am Sonntagmorgen starten zu können.

Die bisher auf der Strecke eingesetzten alten Reisezüge werden komplett ersetzt. Die 2017 gebauten Doppelstockwagen des Herstellers Stadtler hat die Bahn von der österreichischen Westbahn gekauft. In Deutschland fahren diese Züge bislang nicht. Weil die Wagen weiterhin zur Inspektion in die Werkstatt nach Wien müssen, fährt nun täglich ein Intercity als Nachtzug über Nürnberg nach Wien. Abfahrt in Oranienburg: 21.56 Uhr. Ankunft in Wien: 10.45 Uhr. Mit Umstiegen ist Wien auch in gut neun Stunden zu erreichen. Die Bahn will vor allem Spät- und Frühverbindungen auf der Strecke schaffen.

Ab Mai fahren die Intercitys weiter bis nach Warnemünde. "Vom Zug kann man direkt in die Aida umsteigen", sagt Ingo Priegnitz. Außerdem hält der IC 17 ab Mai auch am Flughafen Schönefeld, nach der Eröffnung des neuen Flughafens dann am BER. Der Intercity ist damit vorerst der einzige Fernverkehrszug für den alten und für den neuen Flughafen.

Tickets zum Sparpreis

Tickets für den Intercity gibt es (ohne Bahncard) ab 17,90 Euro. Bis zum 31. März können für Fahrten für die folgenden sechs Monaten zudem Supersparpreis-Tickets für 12,90 Euro gelöst werden. Mit Bahncard sinkt der Preis dann unter zehn Euro für die gesamte Strecke Rostock–Dresden.

VBB-Tickets des Nahverkehrs gelten im IC nicht. Das ist für den Abschnitt Oranienburg–-Berlin auch nicht geplant, weil  parallel S-Bahn und Regionalexpress fahren.⇥kd

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