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Heimelige Oderweihnacht

Jan-Henrik Hnida / 29.11.2018, 07:45 Uhr
Frankfurt (MOZ) Punkt 17 Uhr startete der deutsch-polnische Weihnachtsmarkt am Dienstag vor dem Rathaus. Der Weihnachtsmann sowie Bürgermeister Claus Junghanns eröffneten die Oderweihnacht mit Torte.

Mit Sirene und Blaulicht rauscht der Weihnachtsmann an. Nicht um einen Brand zu löschen, sondern um feierlich mit dem frischgebackenen Bürgermeister Claus Junghanns die Oderweihnacht auf den Rathausstufen zu eröffnen. „Endlich ist er im Herzen der Stadt angekommen“, sagt Junghanns in seiner Rede – zwischen Rathaus und St. Marien. Eine Dolmetscherin übersetzt für die polnischen Gäste. Die Besucher dürfen sich auf 200 Veranstaltungen bis Ende Dezember freuen. „Seid glücklich und genießt es“, ruft der Weihnachtsmann den gut hundert Zuschauern zu.

Wurde der Start bereits vom Bläserquintett des Staatsorchesters hörbar eingeläutet, ging es anschließend mit den Kindern der Euro-Kita weiter. Zu weihnachtlichen Liedern – wie „Sei gegrüßt lieber Nikolaus“ – tanzten die kleinen Künstler und spielten dazu mit ihren Rasseln. Das kirchliche Lied „Gloria in Excelsis Deo“ sang der Chor auf polnisch. Für den süßen Abschluss der Eröffnung sorgte die Slubicer Konditorei Szczerbinski. Weihnachtsmann und Bürgermeister verteilten Stücke der Weihnachtstorte an die Besucher.

„Mir gefällt, dass der Markt dieses Jahr vom Rummel abgetrennt ist“, sagt Christin aus Frankfurt. Die Studentin findet die Beleuchtung von Rathaus und Marienkirche sehr gelungen. Der frühere Platz an der Magistrale sei eben mehr eine Flaniermeile. Mit ihrem Kind auf dem Arm trinkt sie einen Punsch. „Und jetzt muss ich zu meinem Mann – Riesenrad fahren.“ Auf dem sich drehenden Fahrgestell genießen Frankfurter die Sicht über das weihnachtliche Treiben am Boden.

Es brutzelt und dampft am Grill vom polnischen „BBQ-Port“, unterhalb der riesigen Weihnachtsmühle. „Unsere Spezialität ist Bigosch“, sagt Standleiter Piotr. Die polnische Delikatesse besteht zu 80 Prozent aus Süßkraut, dazu kommt Sauerkraut, Speck und, je nach Wunsch, polnische Bratwurst. Seit fünf Jahren steht „BBQ-Port“ auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. „Heute war der Umsatz gut“, urteilt Piotr. Wie es sonst unter der Woche mit ausreichend Kundschaft aussieht, wartet er ab. An der Magistrale sei viel Laufkundschaft durch den Oder-Turm, die Lenné-Passagen und die Straßenbahn vorbei gekommen.

„Hier ist es viel heimeliger und in sich geschlossen, als an der Magistrale“, erklärt Pascal. Der 25-Jährige trinkt mit seiner Freundin einen finnischen Glühwein – „Glögi“ genannt – unterm festlich geschmückten Tannenbaum. Nebenan sitzen in gemütlicher Runde Jung und Alt um ein knisterndes Lagerfeuer.

„Bei der Eröffnung lief alles glatt“, sagt Organisator Robert Reuter von der Messe und Veranstaltungs GmbH. Sein Dank gilt allen Beteiligten. „Jetzt brauchen wir die Unterstützung aller Frankfurter, damit der Weihnachtsmarkt ein voller Erfolg wird.“ Die Zeichen dafür stehen gut: Zbigniew isst genüsslich am Mittwochmittag seine Bratwurst. Er kommt nicht aus Slubice – sondern aus Krakau.

Programm

Höhepunkte:

■ 29. November, 11-18 Uhr, Marktplatz: rbb Fernsehen Weihnachtsbox

■1. Dezember, 16 Uhr, Kunst- und Kulturzelt: Eröffnung der deutsch-polnischen Kunstausstellung

■9. Dezember, 11-18 Uhr, Studio FFO (Oderturm): Tag der offenen Tür mit dem rbb, Weihnachtsshow von Antenne Brandenburg

Regelmäßige Aktionen:

■Täglich, 15-20 Uhr, Kunst- und Kulturzelt: Deutsch-polnische Kunstausstellung

■Täglich, 19 Uhr, Marktplatz: Turmblasen auf dem Rathausbalkon

■Montags, 18 Uhr, Marktplatz: Feuershow

■Dienstags, 17-20 Uhr, Almhütte: Aprés Ski Party

■Mittwochs, Marktplatz und Brunnenplatz: Familientag – besondere Angebote für Familien

■Donnerstags, 18-22 Uhr, Almhütte: Electro Christmas mit pure fm

■Freitags – sonntags, 17-20 Uhr, Marktplatz: Bühnenprogramm mit Chören, Musikern aus Frankfurt und Slubice

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Kurt Cr. 29.11.2018 - 10:38:07

"r"

... ein "r" bei Korrektur nachgeschoben, da es hier ja leider keine derartige Funktion gibt.

Kurt Cr. 29.11.2018 - 10:06:32

Bigosch?

"Standleiter Piotr" hat bestimmt nicht "Bigosch" gesagt. Warum eigentlich liest bei der MOZ wirklich niemand von der Erfahrenen mehr Korektur, wenn ein junger Kollege den typischen Anfängerfehler macht? Wer es immer noch nicht begriffen hat, kann hier nachhören was Piotr sagte: https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/polnisch-deutsch/bigos

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