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Die Freiwillige Feuerwehr von Philadelphia bekommt einen neuen Anbau. Seit Jahren werden die Gebäude saniert. Die Kameraden engagieren sich auch selbst am Bau.

Richtfest
Feierlich dröhnt die Sirene

Richtfest FW Philadelphia Zimmermann Hardy Petke und Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Philadelphia (r.) beim Ausbringen des Richtspruchs. Neben ihm Ortswehrführer Rocco Senst.
Richtfest FW Philadelphia Zimmermann Hardy Petke und Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Philadelphia (r.) beim Ausbringen des Richtspruchs. Neben ihm Ortswehrführer Rocco Senst. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 09.06.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 10.06.2019, 10:50
Philadelphia (freie Autorin) Pünktlich um 15 Uhr dröhnt die Sirene auf dem alten Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr von Philadelphia.

Diesmal aber gab es für die Kameraden außer dem Durst nichts zu löschen. Es war das Signal zur Feier des Richtfestes für das neue Gerätehaus, zu dem sie sich viele Gäste eingeladen hatten. "Hier wurde nun schon dreimal Richtfest gefeiert", erzählt Ortswehrführer Rocco Senst. Er steht mit seinem Kameraden Hardy Petke, der als gelernter Zimmermann die ausführende Firma BEKS – Zimmermann vertrat, oben vor dem Giebel, um nach dem Richtspruch mit ihm das traditionelle Glas Sekt zu trinken, das anschließend am Boden zerschellte.

"Das erste Mal war es 1956, als in uneigennütziger Arbeit durch die Kameraden" auch der Schlauchturm errichtet wurde. Von ihnen sind heute auch noch einige dabei, denen wir unsere Ehre erbieten wollen", zieht Rocco Senst seinen Hut vor ihnen. Das zweite Richtfest erfolgte 2001 für einen Anbau. Und nun das dritte, 2019. Im März dieses Jahres war begonnen worden, im September möchte man einschließlich der Außenanlage fertig sein.

Baufälliges verbessert

"Das alte Gebäude entsprach nicht dem Stand der Technik. Die Feuerwehr Unfallkasse hatte starke Bedenken zur Arbeitssicherheit der Kameraden", begründet Bürgermeisterin Cornelia Schulze Ludwig die Notwendigkeit der Baumaßnahme. Dabei war man froh, den schönen, verbretterten Schlauchturm weiter erhalten zu können. Auch der Sozialtrakt des Feuerwehrgebäudes wurde in die neue Architektur einbezogen. Andrea Baum, Sachbearbeiterin im Bauamt der Stadt, hat aufgelistet, welche Arbeiten durchgeführt wurden. Dazu gehört der Abriss der alten Fahrzeughalle, die zwei neuen Garagen weichen mussten, eine größere für ein Löschfahrzeug und eine kleinere für den Mannschaftstransportwagen. Das wurde zum Beispiel als ehrenamtliche Leistung durch die Kameraden selbst übernommen. "Die ortsansässigen Kameraden sind jederzeit bereit, sich auf der Baustelle einzubringen, wenn die Situation es erfordert, so zum Beispiel beim Befestigen der vom Sturm weggewehten Regenplanen und bei der Materialberäumung", lobt Cornelia Schulze-Ludwig.  Die Fahrzeughallen werden mit Fußbodenheizung ausgestattet und mit einer automatischen Steuerung der Tore und der Abgas-Absauganlage.

Extras am Bau

Von den Besonderheiten, die dieser Umbau mit Erweiterung mit sich gebracht haben, kann Andrea Baum eine Menge berichten. So sei durch die Einbindung des Bestandsgebäudes und den Schlauchturm die Dachkonstruktion ein Sonderfall, denn "es werden verschiedene Dachformen miteinander verbunden, was den Aufwand der Planung und der Ausführung erhöht".

Schon den Nagel für das Richtfestritual in das Holz zu treiben, war eine Leistung, welche die Bürgermeisterin an ihren Bauamtsleiter Christopher Eichwald delegiert hatte. Für jeden nötigen Schlag war sie jedoch bereit, aus ihrer Privatschatulle zwei Euro zu geben. Christopher Eichwald hatte ein Einsehen mit der Jugendfeuerwehr des Ortes, an welche die Spende ging. Er hieb ganze 112 Mal zu – was zufällig dem Feuernotruf entspricht. Aber dass es wirklich hartes Holz war, mit dem er es zu tun hatte, konnte jeder sehen. Umso besser wird ihm das Eisbein geschmeckt haben, das zur Feier des Tages für alle Gäste auf den Tisch kam.

Richtfest am Feuerwehrgebäude

Projekt: Zweiter Bauabschnitt des Gebäudekomplexes Gemeindehaus/Feuerwehrgerätehaus, am 22.9.2018 eingeweiht

Bauzeit: März bis September 2019

Kosten: 267.800 Euro, davon 147.280 Euro Fördermittel der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) aus KIP-Fördermittelprogramm ⇥ela

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