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Fürstenwalder Bürgermeister soll sich für den Erhalt des Hauses einzusetzen.

Kultur
Tauziehen ums Haus Brandenburg

Umzug umstritten: Noch ist das Haus Brandenburg in der Fürstenwalder Parkallee beheimatet. Kommunalpolitiker wollen sich nicht mit dessen drohendem Verlust abfinden.
Umzug umstritten: Noch ist das Haus Brandenburg in der Fürstenwalder Parkallee beheimatet. Kommunalpolitiker wollen sich nicht mit dessen drohendem Verlust abfinden. © Foto: Lisa Ludwig
Lisa Ludwig / 10.11.2019, 10:00 Uhr
Fürstenwalde Mehr als 32 000 Exponate aus den 16 ehemaligen deutschen Landkreisen lagern im Haus Brandenburg, wo sie registriert und aufgearbeitet werden. Der Platz in dem 1999 eingeweihten Gebäude in der Parkallee ist damit mehr als erschöpft. "Für die umfangreichen Aufgaben reichen der Raum, das Personal und die Gelder nicht aus", teilte Karl-Christoph von Stünzner-Karbe zuletzt in einer Pressemitteilung vom Ende Oktober mit. Er ist Kurator der Stiftung Brandenburg, der das Haus Brandenburg seit dem Jahr 2002 gehört und arbeitete seit Jahren darauf hin, mit der Einrichtung nach Frankfurt (Oder) wechseln zu können.

Umzug laut Koalitionsvertrag

Den Koalitionsvertrag von Brandenburger SPD, CDU und Grünen nimmt von Stünzner-Karbe darum "hocherfreut zur Kenntnis", denn darin steht, dass die Stiftung Brandenburg  "nach Frankfurt (Oder) umziehen wird". Als künftiger Standort ist das Collegienhaus, aus dem das Stadtarchiv gerade auszieht, im Gespräch. Dort solle eine deutsch-polnische Dokumentations- und Begegnungsstätte errichtet werden, um den Fortbestand der Archive und Sammlungen langfristig zu sichern. "Die Stadt Frankfurt bietet dabei deutlich mehr Standortvorteile", erklärte von Stünzner-Karbe der MOZ.

Der Haus-Brandenburg-Freundeskreis und Fürstenwalder Kommunalpolitiker lehnen diese Pläne jedoch ab.  Während einer gemeinsamen Sitzung sprachen sich Stadtentwicklungs- und Sozialausschuss am Donnerstagabend dafür aus, das "Haus Brandenburg" in Fürstenwalde halten.

Das Verhältnis zwischen Freundeskreis und Stiftung ist seit langem angespannt: Der Freundeskreis habe keinerlei Mitspracherecht bei der Standortdebatte gehabt, kritisiert dessen stellvertretender Vorsitzender, Lothar Hoffrichter. In der Stiftung bestehe bereits Einigkeit über den bevorstehenden Standortwechsel, lediglich der Termin stehe noch aus. Fragen zur Nachnutzung des Gebäudes in Fürstenwalde und zur Finanzierung seien aber unbeantwortet geblieben, sagte Hoffrichter. Er sehe in dem Umzug ein vages Unternehmen: "Den hiesigen Standort auszuweiten wäre bedeutend kostengünstiger." Ausschussmitglied Sabine Niels (BFZ) verwies auf das Raumangebot des leerstehenden Magazins in der Trebuser Straße 60 und kritisierte, dass den Städten im Landkreis Oder-Spree zunehmend die Erinnerungskultur entzogen werde.

Umzug frühestens in fünf Jahren

Auch wenn die Entscheidung auf Landesebene bereits getroffen und vom Kulturministerium, der Stadt Frankfurt sowie der Europa-Universität Viadrina mitgetragen werde, solle man der Stadt Fürstenwalde Möglichkeiten der Partizipation einräumen, sagte Ausschussvorsitzender Stephan Wende (Linke). Die Fraktionen SPD, FDP, CDU, BFZ, Die Linke und Bündnis 90/Grüne, die den Antrag zum Erhalt des Hauses in der Stadt gemeinsam auf den Weg gebracht haben,  sehen darin eine kulturhistorische Bereicherung für Fürstenwalde.

Mit dem Antrag wollen sie Bürgermeister Matthias Rudolph (BFZ) beauftragen, sich in Gesprächen und Verhandlungen mit der Stiftung und dem Land dafür einzusetzen, dass die Kultur- und Bildungseinrichtung dauerhaft in Fürstenwalde bleibt.

So oder so werden die Türen des Hauses in der Parkallee nicht gleich morgen zugeschlossen. Frühestens in fünf Jahren könne der Umzug erfolgen, sagte Stefan Wichary, der Erste Beigeordnete der Stadt und verweist auf ein Gespräch mit einer Ministeriumsreferentin.

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