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Corona-Krise
Online-Vorlesungen an Unis in Brandenburg für jedermann

Zweckentfremdet: Keine Vorlesungen, sondern die Stadtverordnetenversammlungen finden gegenwärtig in einem Hörsaal der Uni Potsdam statt. Er bietet mehr Platz.
Zweckentfremdet: Keine Vorlesungen, sondern die Stadtverordnetenversammlungen finden gegenwärtig in einem Hörsaal der Uni Potsdam statt. Er bietet mehr Platz. © Foto: Soeren Stache
Dietrich Schröder / 27.05.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 27.05.2020, 08:27
Frankfurt (Oder) (MOZ) Weil Universitäten öffentliche Einrichtungen sind, können auch Nicht-Studierende deren Bibliotheken nutzen oder sich als Gasthörer bei Vorlesungen einschreiben. Normaler­weise jedenfalls, wenn nicht wie in diesem Semester die Hörsäle selbst Wissenschaftlern und Studenten verschlossen sind.

"Doch auch unter den erschwerten Bedingungen versuchen wir, Interessierten Einiges zu bieten", sagt die Sprecherin der Uni Potsdam, Silke Engel. Als herausragendes Angebot nennt sie eine öffentliche Vorlesungsreihe zu den Folgen des Klimawandels, die jeweils dienstags von Forschern des renommierten Potsdam-Instuts für Klimafolgenforschung (PiK) und Gästen gestaltet wird. Am kommenden Dienstag, 18 Uhr, spricht etwa Damaris Zurell von der Berliner Humboldt-Universität über die "Folgen des Klimawandels für die Biodiversität". Die einzige Voraussetzung, um dabei zu sein, besteht darin, sich auf der Seite Open.UP zu registrieren.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

Eine anregende Lektüre garantiert auch die Internet-Seite "Zur Corona-Pandemie – Beiträge aus der Universität Potsdam". Wissenschaftler und Studenten berichten dort sehr freimütig über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in der gegenwärtigen Extremsituation. Die Soziologin und Mutter Hannah Wolf etwa beschreibt ihren Alltag zwischen Homeschooling, Dissertation und Online-Lehre und spricht über Belastungsgrenzen.

Die "Potsdamer Universitätsgesellschaft"  – ein Verein von Freunden, Förderern und Absolventen der Hochschule – wollte den "Wissenschaftlichen Salon", zu dem man sich ansonsten mit Wissenschaftlern im Hörsaal trifft, auch in diesem Semester nicht ausfallen lassen. "Die Uni kommt diesmal ins Wohnzimmer" nannte sich eine Online-Diskussion vor ein paar Tagen, die nach Ansicht von Zuschauern "mindestens so spannend war wie eine Talk-Show bei Anne Will". "Den nächsten Salon würden wir gegen Ende des Semesters aber gern wieder in physischer Gemeinschaft veranstalten, zur Not unter freiem Himmel", verrät Silke Engel.

Eine Vorlesungsreihe mit dem Titel "Open BTU" gibt es auch von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, allerdings nicht mehr in der Häufigkeit wie in Potsdam. Am kommenden Mittwoch (3. Juni, 17.30 Uhr) will Marcus Eckelt von der Bertelsmann Stiftung im Livestream analysieren, was Corona für den künftigen Ausbildungsmarkt bedeutet. Anmelden kann man sich schon jetzt.

An der Frankfurter Europa-Universität sind insbesondere die Studierenden sehr aktiv.  Ihr traditionelles Kulturfestival "Uni­thea" soll vom 25. bis 27. Juni komplett online und zweisprachig deutsch-polnisch stattfinden. Das Programm findet man demnächst unter www.unithea.eu.

Auf dem Videoportal YouTube soll ab dem 2. Juni ein Vortrag des Osteuropa-Historikers Werner Benecke zu finden sein, der sich mit dem Jahr 1945 als einer der tiefsten Zäsuren in der Geschichte von Frankfurt (Oder) beschäftigt. Der Vortrag ist Auftrag der Reihe  "Bahnhof Europas", die im Herbst unter "normalen" Bedingungen fortgeführt werden soll.

Das ebenfalls im Internet zu findende "Viadrina Logbuch" gab es zwar schon lange vor Anbruch der Corona-Zeit. Es bewährt sich jetzt aber um so mehr als Informationsquelle für alle, die neugierig sind, was es an der Uni Neues gibt. Im jüngsten Beitrag beschäftigen sich zwei Wissenschaftler mit dem Thema: Wie belastbar ist das Verhältnis zwischen Frankreich und Polen innerhalb des Weimarer Dreiecks?

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