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Vogelgrippe-Fall: Schwanter Landwirt noch immer unter Schock

Frohere Zeit: Vor zwei Monaten war der Schwanter Bauer Karl-Heinz Müller (rechts)  noch guter Dinge gemeinsam  mit Bäcker Karl-Dietmar Plentz.
Frohere Zeit: Vor zwei Monaten war der Schwanter Bauer Karl-Heinz Müller (rechts) noch guter Dinge gemeinsam mit Bäcker Karl-Dietmar Plentz. © Foto: MZV
Robby Kupfer / 06.12.2016, 21:07 Uhr
und Burkhard Keeve Schwante (OGA) Für den Schwanter Geflügelbetrieb, dessen Tierbestand am Freitag nach dem Auftreten des Vogelgrippevirus H5N1 nahezu komplett geschlachtet werden musste, hat die Gemeinde Oberkrämer jetzt zwei Spendenkonten zur Existenzsicherung eingerichtet.

"Das bedeutet uns sehr, sehr viel. Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch, weil wir merken, die Gemeinde lässt uns mit unserem Verlust nicht allein", so Hannelore Müller. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Karl-Heinz den landwirtschaftlichen Betrieb am Kuckswinkel, der nach der Keulung von fast 600 Tieren um seine Existenz ringt. "Bürgermeister Peter Leys hat uns nicht am Telefon, sondern persönlich von der Einrichtung der Spendenkonten informiert. Er war auch am Wochenende schon hier vor Ort", merkt Hannelore Müller an.

Obwohl die gesamte Familie nach der Tötung der Tiere noch immer unter Schock steht, richtet Hannelore Müller den Blick schon wieder voraus. "Es muss ja weitergehen. Wichtig ist, dass die Leute wissen, dass unser Futtermittelhandel geöffnet bleibt. Wir sind ohne Einschränkungen zu erreichen und können das volle Sortiment anbieten. Davon leben wir im Moment und hoffen, dass sich unsere Kunden nicht abschrecken lassen und uns weiter die Treue halten." Ob und wann die Schwanter Landwirte wieder auf Geflügelzucht setzen, ist dagegen noch völlig offen. Zunächst müsse man den gesamten Hof desinfizieren und eine bestimmte Karenzzeit einhalten. Und wahrscheinlich werde es danach eher beim Hobby als bei gewerblicher Zucht bleiben. "Zumindest die Brieftauben meines Mannes und meine Finken sowie Sittiche konnten wir ja vor dem fürchterlichen Schlachten retten", so Hannelore Müller.

Für die Einhaltung und Umsetzung der Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen im betrieb ist übrigens der Landwirt selbst verantwortlich. Das Veterinäramt steht ihm jedoch, wie am Dienstag geschehen, beratend zur Seite. Frühestens am 24. Dezember - also nach 21 Tagen - kann der Sperrkreis am Kuckswinkel in Schwante aufgehoben werden. Und auch erst dann, wenn die Ställe zumindest grob gereinigt und vordesinfiziert worden sind. In Schwante hat der Sperrkreis einen Durchmesser von einem Kilometer. Das hängt mit dem entdeckten Vogelgrippe-Virus H5N1 zusammen. Diese Variante gilt als schwach krankmachend. Bei einem Geflügelpest-Fall mit dem hochansteckenden Erreger H5N8 wäre der Sperrkreis viel größer gewesen. Als am Freitag der Vogelgrippe-Fall in Schwante bekannt wurde, löste das eine Kette von Maßnahmen aus. Zahlreiche Behördenmitarbeiter und die örtliche Feuerwehr wurden alarmiert. Während Feuerwehr und Polizei den Sperrkreis bildeten, haben andere Mitarbeiter mit der Tötung der Tiere begonnen. Dabei gingen die Mitarbeiter in ihren weißen Schutzanzügen gemäß der Tierschutz-Schlachtverordung vor, wie Kreissprecher Ronny Wappler am Dienstag mitteilte. Das bedeute, dass die Tiere mit einem Schlag auf den Kopf betäubt worden seien. Anschließend sei ihnen umgehend mit einer Spezialzange die Wirbelsäule und das Rückenmark durchtrennt worden. Später wurde das tote Geflügel in die Tierkörperbeseitigungsanlage Herzberg gebracht.

Wer helfen möchte, kann Geld auf eines der Gemeindekonten überweisen: Gemeinde Oberkrämer, Deutsche Kreditbank Berlin, IBAN: DE89 1203  0000 0000 4004 99 oder Gemeinde Oberkrämer, Mittelbrandenburgische Sparkasse, IBAN: DE44 1605 0000 3708 0528 10. Das Kennwort lautet jeweils: Existenzsicherung Vogelgrippeopfer.

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