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Gartzer Verein organisiert Rassegeflügelausstellung mit 708 Tieren / Preisrichter bewerten Züchtungen

Ausstellung
Ein gefiedertes Hobby

Josefin Roggenbuck / 18.12.2017, 21:42 Uhr
Gartz (MOZ) Nach drei Jahren Abstinenz konnten am Wochenende wieder 68 Rassezüchter aus der Uckermark ihr Geflügel ausstellen. Die kursierende Vogelgrippe hatte eine Kreisschau in den vergangenen Jahren verhindert. Zahlreiche Besucher kamen in den Gartzer Kanonenschuppen, um Hühner, Enten und Tauben zu bestaunen.

Es schnattert und gurrt, zwischendurch kräht lautstark ein Hahn. Wo sonst die Musik aus den Boxen dröhnt, Menschen auf der Tanzfläche wild durcheinander springen, hat der Gartzer Rassegeflügelzuchtverein seine Ausstellung vorbereitet. Eine Woche lang haben die Geflügelzüchter an dem perfekten Aussehen der Uckermarkschau gewerkelt. 708 Tiere zogen währenddessen in die aufgestellten Käfige ein. Enten, Hühner, Zwerghühner und Tauben mussten sich dem kritischen Blick der Preisrichter stellen.

Henri Tews begutachtet seit 15 Jahren Geflügel, gerade prüft er eine Zwerg-Wyandotte. Bei der Bewertung dieser Rasse sei die Figur ausschlaggebend, sagt er. "Alles andere muss aber auch dem Rassestandard entsprechen." Mit geübten Griff nimmt er das Tier aus seinem Käfig. Zuerst inspiziert Tews die Handmusterung, wie das Aussehen des Flügels bezeichnet wird. Danach schaut er, ob der Hahn seinen Erkennungsring trägt. "Nun beurteile ich ihre Figur", sagt er. Ein glänzendes Federkleid ist schon mal ein gutes Zeichen, der dunkelrote Kamm des Tieres auch. Nur der Kammdorn steht zu weit ab, passt sich nicht der Kopfform des Hahns an - ein Manko, das sofort notiert wird. "Im Höchstfall kann ein Tier bei der Bewertung 97 Punkte erreichen", erklärt Tews weiter. 100 Punkte seien nicht die Topbewertung, weil auch die Natur ja nicht vollkommen ist, so der Preisrichter. Selbst züchtet er auch Geflügel.

Es ist sein Hobby, genau wie das von Marcel Oelschlaeger. Der Gartzer ist Kassenwart im örtlichen Rassegeflügelzuchtverein und hat die Ausstellung mit organisiert. "In der Uckermark gibt es fünf Vereine, die sich der Zucht von Geflügel widmen", sagt er und fügt noch hinzu: "Eine Uckermarkschau wird jedes Jahr von einem anderen Verein ausgerichtet. Nachdem durch die kursierende Vogelgrippe die Kreisschau in den vergangenen drei Jahren ausfallen musste, sind wir in diesem Jahr eben dran."

Doch die richtige Lokalität zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen. Die Turnhalle in Tantow sei für die vielen Aussteller und Tiere zu klein geworden, nun ist er froh, dass der Betreiber den Kanonenschuppen zur Verfügung gestellt hat. Sonst hätten auch die über 500 Besucher, die am Wochenende kamen, um das Geflügel zu bestaunen oder zu kaufen, keinen Platz gehabt.

Nachwuchssorgen treiben die Geflügelzüchter nicht um. Von den 68 Ausstellern sind sieben unter 18 Jahre alt gewesen. "Sie haben 73 Tiere mitgebracht und zur Wertung gestellt", sagt Oelschlaeger. Jeder habe sein Hobby, so der Züchter. Die einen spielen Fußball oder gehen zum Schwimmtraining, andere Jugendliche züchten in ihrer Freizeit eben Geflügel.

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