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Gedenken
Volkstrauertag still begangen

Elke Lang, Jörn Tornow / 18.11.2019, 07:00 Uhr
Storkow (MOZ) Zur Trauer um die Opfer von Gewalt und Krieg bis in die heutigen Tage hatten sich in Storkow Vertreter der Öffentlichkeit, der Bundeswehr, der Kirche sowie Bürger an vier Gedenkstätten zusammengefunden: am Städtischen Friedhof, am Sowjetischen Soldatenfriedhof sowie in der Kurmark-Kaserne am Gedenkstein der Eisenbahnpioniere und am Gedenkstein an der Kleinen Wache. Dabei ging es auch um diejenigen, "die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind", wie es im offiziellen Aufruf der Bundesregierung heißt, den Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig verlas.

Die Pfarrerin von Storkow/Storkower Land, Judith Kierschke, erinnerte daran, dass die Opfer unsere Brüder und Schwestern sind, Männer und Frauen, Väter und Mütter. "Sie konnten ihr Leben nicht leben, oftmals wurde es beendet, bevor es richtig angefangen hat." Damit wir nicht vergessen, sei  es unsere Aufgabe, nicht nur heute, sondern immer und überall, uns zu erinnern und gedenken, damit es durch uns nie wieder so weit kommt, mahnte die Pfarrerin.

Oberstleutnant Anastasia Biefang, Standortälteste der Kurmark-Kaserne, begann ihre Gedenkrede mit einem Zitat von Richard von Weizsäcker: "Nur eine solidarische Welt kann eine gerechte und friedvolle Welt sein." Sie mahnte und appellierte, am Volkstrauertag "bewusst inne zu halten und neben der Erinnerung an Tod und Trauer zugleich für die Zukunft in einer friedfertige und gerechten Welt zu sorgen." Dabei verwies sie darauf, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, unser Sozial- und Rechtsstaat, keine selbstverständlichen Güter sind, sondern es Menschen bedarf, die sie mit Solidarität und Toleranz "erschaffen und bewahren, die sie schützen und stärken". Die Soldatin, die sich auch immer wieder an Auslandseinsätzen beteiligt, rief dazu auf, sich "gemeinsam über alle Generationen hinweg den Volkstrauertag als Tag des Dialogs, des Gedenkens und der Aussöhnung über nationale Grenzen hinweg zu erhalten. Dem stimmten auch die weiteren Redner zu. In der Kurmark-Kaserne waren das Oberstleutnant a. D. Manfred Hinz und der stellvertretende Kommandeur, Oberstleutnant Ansgar Henn, am Denkmal für die Sowjetsoldaten der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Heinz Bredahl.

Millionen Kriegstote

In Beeskow hielt Oberstleutnant Stephan Knaute vom Munitionsversorgungszentrum Ost Schneeberg die Gedenkrede. "Vor mehr als 100 Jahren begann mit großer Begeisterung, getragen von nahezu allen europäischen Nationen, der 1. Weltkrieg", sagte Knaute. "Ein Begeisterung, so glaube ich, die wir uns heute kaum vorstellen können", schilderte er und ergänzte: "Die Bilanz nach vier Jahren Krieg betrug 9,7 Millionen tote Soldaten." Der 2. Weltkrieg "steigerte das Grauen ins Unermessliche". Der Krieg kostete 55 Millionen Menschen das Leben.

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