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Volkstrauertag 2019
Brück - Niemegk - Wiesenburg: Kriegerdenkmäler erinnern an die Gefallenen

Vor und in Kirchen wurden die Namen der gefallenen Soldaten vermerkt.
Vor und in Kirchen wurden die Namen der gefallenen Soldaten vermerkt. © Foto: Sammlung Kraemer
18.11.2019, 10:38 Uhr
Fläming 1922 erhielt der Berliner Bildhauer Otto Richter von der Stadt Brück den Auftrag, ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu schaffen. Noch im gleichen Jahr wurde es eingeweiht. Die Inschrift auf dem Denkmal lautet: "Unseren Kindern, die für das Vaterland starben, zum Gedächtnis und den Lebenden zum Andenken".In Niemegk ließen die Stadtväter fast zeitgleich zu dem bereits 1900 für die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71 geschaffenen Ehrenmal zwei weitere Sandsteinblöcke auf den Vorplatz der Kirche setzen. Sie trugen die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

In Wiesenburg wurde 1926 ein Kriegerdenkmal geweiht. Dazu hatte man den Eingang der Kirche zu einem Portal ausgebaut. Im Durchgang wurden die Tafeln mit den Namen der gefallenen Wiesenburger Soldaten befestigt.

Da die überwiegende Zahl der Kriegstoten in Massengräbern fern der Heimat bestattet worden war, wurden die Denkmal zu Orten, an denen Kriegshinterbliebene trauern konnten.

Bereits am 1. September 1914 war die Bevölkerung über das "Zauch-Belziger Kreisblatt" darauf vorbereitet worden.  Es heißt: "Die schwere Aufgabe, die auf den Schlachtfeldern gefallenen braven Kameraden würdevoll zur letzten Ruhe zu bringen, fällt in jedem Ort einem Vertrauensmann zu, der für die Bestattung der in seiner Gemarkung Gefallenen in Massengräbern verantwortlich ist ... Wertsachen sowie Brustbeutel nimmt die Lazarettmission an sich und hinterlegt sie gegen Quittung beim Bürgermeister des Ortes, damit sie nach Schluß des Krieges den Angehörigen als letztes Andenken übermittelt werden können. Die Toten selbst werden in die mitgeführten Zeltbahnen gehüllt und in vorgeschriebener Weise nebeneinander in die Riesengrüfte gelegt."

In den Wochen darauf wurden die im Kreisblatt veröffentlichten Verlustlisten immer länger und immer mehr Todesanzeigen wurden gedruckt. Die Grausamkeit des Krieges begann, auch das Leben der Menschen fernab der Frontlinien zu überschatten.

Vier Jahre später wurde das Kriegsende herbeigesehnt. Am 2. Oktober 1918 heißt es beispielsweise in den Protokollbüchern der Belziger Sanitätskolonne: "Es ist auf Waffenstillstand und Frieden noch keine Aussicht."

Vier Wochen später war endlich Frieden - doch in vielen Familien herrscht tiefe Trauer.

Als in den 1920er Jahren dann die Sammlungen zugunsten des Baus von Denkmälern für die Toten des Ersten Weltkrieges begannen, war die Spendenbereitschaft groß. Das Belziger Steinmetzunternehmen Scholz & Kahl errichtete beispielsweise viele Kriegerdenkmäler in hiesiger Region. Unter anderem auch das für die Gemeinde Mützdorf, welches 1926 eingeweiht wurde.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren noch weit mehr Tote zu beklagen. Mit Gedenktafeln an sie zu erinnern, war jedoch von staatlicher Seite nicht gewollt. Gedenkorte, wie in der Brücker Lambertuskirche, entstanden dennoch. 1958 fasste der Gemeindekirchenrat den Beschluss, in der Vorhalle der Kirche ein Ehrenmal zu schaffen.

In Niemegk, dort waren 1945 nach Kriegsende die Denkmäler auf dem Vorplatz der Kirche sogar abgerissen worden, hatte die Kirchengemeinde bereits 1953 im Eingangsvorraum neben dem Turm wieder einen Erinnerungsort für die Toten der Kriege schaffen lassen. Die dort aufgestellten Tafeln tragen die Namen von Männern und Frauen die in den Weltkriegen und in der Gefangenschaft starben.

Am Volkstrauertag, der heute nicht mehr nur im Zeichen der Kriegstoten steht, wird an den  Denkmälern der Opfer von Krieg, Flucht, Gewalt und Terror erinnert.

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