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Norman Alexander zeigte im Kleist Forum 450 Gästen, wie man die Gedanken seines Gegenübers lesen kann.

Vorsprung durch Menschenkenntnis

Die richtige Farbe erraten: Norman Alexander mit Zuschauerin Carola Miersch
Die richtige Farbe erraten: Norman Alexander mit Zuschauerin Carola Miersch © Foto: Winfried Mausolf
Thomas Gutke / 15.06.2016, 21:45 Uhr - Aktualisiert 10.10.2016, 13:33
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Gedanken des Gegenüber zu lesen - wer wünscht sich das oft nicht? Dass es dafür weder übernatürliche Fähigkeiten noch die Neurowissenschaft braucht, zeigte am Mittwoch Mentalist Norman Alexander vor rund 450 Zuschauern im Kleist Forum.

"Gedankenlesen ist möglich!", ruft der Protagonist auf der Bühne eingangs den möglichen Zweiflern im Publikum zu, und schickt das dazugehörige Wie gleich hinterher: "Über einfache Kommunikationstechniken!"

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Tatsächlich wirkt das, was Norman Alexander gleich zu Beginn in einem Experiment zeigt, ein wenig wie eine Zaubershow. Eine Zuschauerin greift sich eine Kugel. Nacheinander zählt der studierte Ökonom dann deren mögliche Farbe auf. Sie stellt sich ein Stoppschild vor, als er die richtige nennt - und hat sich prompt über ihre Mimik verraten.

Für Norman Alexander sind viele Gedankengänge des Menschen ähnlich berechenbar wie die Rechenwege eines Computers. So kann er in Köpfe schauen wie Computerspezialisten Festplatten oder Server hacken. "Mentalisten achten auf die kleinen Details, um das zu sehen, was andere übersehen."

Um die Gedanken des Gegenübers zu entschlüsseln, macht sich Alexander dabei bestimmte wiederkehrende Verhaltensmuster des Menschen und psychologische Eigenheiten zunutze. Eine heißt: Vertrauen. "Wir sind gerne mit Menschen zusammen, die uns verstehen", erläutert er. Genau dies sei der Ansatz für das Mind Hacking, was vor allem etwas mit guter Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis zu tun habe. Über Mimik und Gestik, kleine Signale oder bestimmte Reaktionen auf Fragen könnten gezielt Informationen gewonnen werden. Streiche sich der Gesprächspartner zum Beispiel abwägend über die Wange, ließe sich fragen: "Vermutlich wollen Sie sich das noch einmal gut überlegen." Wer die Gedanken des Gegenüber teile, sie spiegele, gewinne dessen Vertrauen und könne Gespräche lenken - um so an weitere Gedanken und Informationen heranzukommen.

Es war der fünfte Abend in der Reihe "Vorsprung durch Wissen", die vom Märkischen Medienhaus und von der Sparkasse Oder-Spree präsentiert wird. Und mit Norman Alexander war einmal mehr einer der besten Redner Deutschlands im Kleist Forum zu Gast. Sein Buch "Mind Hacking" aus dem Jahr 2013, erschienen im Econ Verlag, wurde zu einem Bestseller. Seine Strategien zum Entschlüsseln von Gedanken hat er vor allem für die Kommunikation in Unternehmen konzipiert. Das Credo des Mind Hackers: "Menschenkenner sind die besseren Führungskräfte".

Das Publikum hörte auch diesmal gespannt zu. Monique Wiechert war zum ersten Mal da. Vor allem, um etwas darüber zu erfahren, wie man Menschen besser einschätzen kann. "Meine Kollegen haben mir schon viel von der Reihe erzählt und davon geschwärmt", sagte die Frankfurterin, die selbst, wie sie meinte, keine Gedanken lesen kann. "Aber manchmal möchte man ja auch nicht alles wissen."

Am 7. September, 19.30 Uhr, geht es um Entscheidungsfähigkeit. Kabarettist und Autor Florian Schröder fragt: "Alle Möglichkeiten, keine Wahl?" und erklärt, wie man zwischen Kopf und Bauch zu besseren Entscheidungen kommt. Informationen und Karten unter www.sprecherhaus.de; Telefon: 02561/69565170.

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