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Lehrerin Elisa Dahlke unterrichtet seit Schuljahresbeginn am Freien Gymnasium in Joachimsthal und kehrte so zurück in ihre Heimat

Adventsserie
Natur statt Großstadt-Leben

Fühlt sich angekommen: Elisa Dahlke ist zufrieden mit ihrem Job als Lehrerin und muss nun nicht mehr zwischen Berlin und Angermünde für das Handballtraining pendeln.
Fühlt sich angekommen: Elisa Dahlke ist zufrieden mit ihrem Job als Lehrerin und muss nun nicht mehr zwischen Berlin und Angermünde für das Handballtraining pendeln. © Foto: Josefin Roggenbuck
Josefin Roggenbuck / 22.12.2018, 11:00 Uhr - Aktualisiert 22.12.2018, 11:09
Joachimsthal (MOZ) Es gibt viele gute Gründe, nach Brandenburg zurückzukehren oder als Zuzügler ein neues Leben zwischen Prignitz, Uckermark, Fläming und Lausitz zu beginnen. In unserer Serie stellen wir Menschen vor, die im märkischen Land angekommen sind.

Es ist der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien. Durch das moderne Schulgebäude wabert der Duft frisch gebackener Plätzchen und Waffeln. Auf den Fluren laufen Schüler eifrig durcheinander. An der einen Stelle müssen noch Stühle platziert werden. Kurzer Soundcheck, die Mikrofone für das folgende Weihnachtsprogramm sind richtig eingestellt. „Frau Dahlke, darf ich Sie mal was persönliches fragen?“, sagt eine Zehntklässlerin während auch sie eilig den Flur hinunter läuft. Klar, antwortet die 26-jährige Lehrerin.

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Elisa Dahlke ist seit Beginn des Schuljahres Lehrerin am Freien Gymnasium in Joachimsthal (Barnim). Zuvor hat sie dort auch ihr Referendariat, also den nach dem Studium anschließenden Vorbereitungsdienst für den Einstieg in das Lehrer-Dasein, absolviert. „Schon in der Oberstufe habe ich gemerkt, dass ich anderen gut Sachen erklären kann“, sagt sie. Wenn die Hausaufgaben erledigt wurden und jemand etwas nicht verstanden hat, half sie gern. So verfestigte sich der Wunsch, auf Lehramt zu studieren. Nach dem Abitur zog sie von der kleinen uckermärkischen Stadt Angermünde in die Metropole Berlin, studierte Geografie und Politische Bildung auf Lehramt an der Universität Potsdam.

„Ich habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass das Großstadt-Leben nichts für mich ist“, erzählt sie weiter. Zu hektisch, zu laut sei es ihr in Berlin gewesen. Vielmehr liebt sie die Natur und die Weite, welche die Uckermark zu bieten hat. Verbringt gern und viel Zeit mit dem Hund der Familie. Auch die Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt Angermünde und dem dazugehörigen Handballclub haben dazu beigetragen, dass Elisa Dahlke aus der Großstadt zurück nach Brandenburg gekommen ist.

Während die 26-Jährige davon erzählt, wird es plötzlich laut im Foyer des Freien Gymnasiums. Der erste Akt des Weihnachtsprogramms beginnt. Da möchte sie selbstverständlich dabei sein. Jede Klassenstufe hat einen Beitrag einstudiert. Die Neuntklässler singen gerade „All I want for christmas“, ein amerikanisches Weihnachtslied.  „Hier geht es sehr familiär zu“, sagt die junge Lehrerin. Pro Jahrgang gibt es nur eine Klasse, in der maximal 20 Schüler sind. Manchmal sind es auch nur fünf Schüler, wie derzeit in der elften Jahrgangsstufe. Da bestehe ein enges Verhältnis zwischen den Lehrern und Schülern, man kenne sich eben, sagt Elisa Dahlke. Auch dieser Zusammenhalt habe dazu beigetragen, dass sie sich wohl und im Schulalltag angekommen fühlt. Schließlich sei der Übergang vom Studenten- beziehungsweise Referendariatsleben in den wirklichen Berufsalltag anstrengend gewesen.

„Als ich meine Abschlussprüfung vom Referendariat hatte, haben alle Kollegen mitgefiebert“, fügt sie noch hinzu. Das sei ein tolles Gefühl gewesen, auf so viel Unterstützung zu treffen. Auch die Schulleiterin des Freien Gymnasiums, Brigitte Meier, findet für ihre jüngste Kollegin nur lobende Worte. Sie sei eine der leisen Lehrerinnen, was nicht unauffällig bedeute, sondern vielmehr viel Einfühlsamkeitsvermögen voraussetze. Und es sei wichtig für das Schulklima und die Entwicklung der Schüler, dass junge Lehrer sich an Brandenburger Schulen niederlassen.

Dafür würde vom Bildungsministerium aber zu wenig getan, kritisiert Meier weiter. Zu wenig Lehrer ausgebildet, ein ständiges Hin und Her in der Bildungspolitik – alles Gründe für mangelnde Attraktivität des Berufs. Außerdem steht das Bundesland bei ausgebildeten Lehrern nicht gerade hoch im Kurs, auch wenn an den staatlichen Schulen die Verbeamtung lockt. Denn in Sachen digitale Arbeitswelt hänge man zum Beispiel hinterher, gibt die Schulleiterin noch zu bedenken.

Elisa Dahlke hat es trotzdem zurück in die Heimatregion gezogen. Nicht nur wegen der positiven Eindrücke von der Schule in Joachimsthal. Auch die Tatsache, dass sie wieder aktiver Handball spielen kann, war ausschlaggebend. Mit dem Rückzug in den Nordosten Brandenburgs hatte sich die Pendelei von Berlin zum Handballtraining, in die Natur und zur Familie schließlich erledigt.

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