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Reichenows Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein und der Pächter Hans Eilers wollen die aktuelle Konstellation beibehalten.

Verkaufspläne
"Das Schloss gehört zum Ort"

Stilvolles Ambiente: Das Schloss Reichenow richtet sich an Tagungsgäste ebenso wie an Genießer oder Brautleute.
Stilvolles Ambiente: Das Schloss Reichenow richtet sich an Tagungsgäste ebenso wie an Genießer oder Brautleute. © Foto: Wolfgang Rakitin
Nadja Voigt / 14.05.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 14.05.2019, 08:35
Reichenow (MOZ) Die Nachricht vom Verkauf der Schlösser in Reichenow aber auch Dahlwitz-Hoppegarten, Diedersdorf und Steinhöfel hat viel Staub aufgewirbelt. Noch sind sie im Besitz der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Doch die will sie verkaufen. "Das neugotische Schloss mit Gutshof und Park am Nordende des Dorfes Reichenow gelegen, entstand in den Jahren 1897-1900 im Stil der Neogotik. Der zweigeschossige Putzbau mit hohem Sockel aus Granitbruchstein ist geprägt von vorgebauten Loggien, Balustraden, Ecktürmchen und Zinnenbekrönungen. ... Östlich und südlich vor dem Schloss erstreckt sich der Landschaftspark mit einem See und hohem Baumbestand", beschreibt der Immobilienmakler auf seiner Internetseite. 1,5 Millionen Euro werden dort für das 1000 Quadratmeter-Objekt mit 25 Zimmern aufgerufen. Allerdings ist das Haus im Tudor-Stil seit Jahren ein Hotel. Und so soll es auch bleiben, wünschen sich die derzeitigen Pächter und die Kommune.

Hans Eilers und sein Sohn Jan Henrik, die seit zwei Jahren das Haus bewirtschaften und sehr viel Geld und Leidenschaft investiert haben, wollen Pächter bleiben. "Wir haben einen sehr langfristigen Pachtvertrag", so der Senior. Dort sei alles umfassend geregelt. Den Verkauf, über den er – wie die Gemeinde – im Vorfeld von der Schlösser GmbH informiert worden ist, sieht er als Konsequenz dessen, dass sich das Land Brandenburg aus der GmbH zurückzieht.

Ein Kauf, auch wenn er durch die Familie zunächst nicht erwogen wird, wäre eine Option, so Eilers. "Da hängt allerdings viel dran", so der Hotelier und verweist auf die strengen Auflagen des Denkmalschutzes und die aufwendige Bewirtschaftung des Parks.

Zwölf Mitarbeiter hat das Schloss-Hotel. Und ist im Dorf angekommen, so Hans Eilers. "Da, wo wir können, bringen wir uns ein und das ist für uns selbstverständlich." So zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt, der vor dem Schloss stattfand.

Dass das so bleibt, daran ist auch Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein gelegen. Auch wenn er das Vorgehen der Schlösser GmbH als "irritierend" bezeichnet. "Es ist nie thematisiert worden, dass sie sich irgendwann auflöst", so Hickstein. Noch immer würde er sich eine Gesprächsrunde dazu wünschen. Denn so ein Schloss im Dorf ist nicht einfach nur irgendein Gebäude. "Das Schloss gehört zum Ort." Und damit auch seine Pächter. Wolf-Dieter Hickstein, der schon viele Pächter hat kommen und gehen sehen, wünscht sich, das sich an der momentanen Situation nichts ändert. "Der Verkauf an einem Privatmann wäre eine Tragödie", so der ehrenamtliche Bürgermeister. Heilfroh ist er, das sich die Gemeinde damals dagegen ausgesprochen hat, den gesamten Park und den See gleich mit zu verkaufen. "Das ist leider der Beweis dafür, dass unser Misstrauen begründet war." In den 1990er Jahren wurde das Schloss für eine symbolische Mark verkauft.

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