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Seit Herbst 2017 schmückt ein Wandbild das Hospiz am Drachenkopf in der Erich-Mühsam-Straße von Eberswalde. Danach wurde gesucht.

Hospiz
Wo Sterbende Ruhe finden

Botschaft auf der Fassade: Das Gedicht stammt von Kurt Marti, Pfarrer und Schriftsteller aus der Schweiz.
Botschaft auf der Fassade: Das Gedicht stammt von Kurt Marti, Pfarrer und Schriftsteller aus der Schweiz. © Foto: Sven Klamann
Sven Klamann / 21.05.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 21.05.2019, 09:04
Eberswalde (MOZ) Beim Blick fürs Detail ging es diesmal ums stationäre Hospiz an der Erich-Mühsam-Straße 17.

Glauben / Was ist das/ Ein Gesang in der Nacht / Worte die wärmen / im Winter / das Heilkraut des Lachens /ein Weinen / das Versteinerte / Löst / Beherztheit / Die über / Mutlose kommt / Erwartung / selbst noch im Sterben",  so lautet das Gedicht von  Kurt Marti, einem Pfarrer und Schriftsteller aus der Schweiz, das der Leipziger Grafiker Matthias Klemm in schnörkellosen Buchstaben auf die Fassade des Hauses aufgetragen hat, das in diesem Jahr Jubiläum feiert. Träger der Einrichtung, die über neun Einzelzimmer verfügt und wie ein Hotel betrieben wird, ist der Evangelische Verein "Auf dem Drachenkopf", der schon 1927 gegründet wurde und mittlerweile den ambulanten und stationären Hospizdienst für die Kreise Barnim und Uckermark verantwortet. Im stationären Hospiz an der Erich-Mühsam-Straße 17 kommen Sterbenskranke zur Ruhe.

Die Stätte ist am 26. Juni 2004, also vor fast 15 Jahren fertiggestellt und eingeweiht worden. Der Bau des Hauses hatte etwas mehr als 1,1 Millionen Euro gekostet. Etwa 80 Prozent des Betrages wurden von Bund und Land gefördert, der Trägerverein übernahm den Rest.

Auch beim jährlichen Betrieb des Hospizes geht es nicht ohne Spenden. Der Evangelische Verein "Auf dem Drachenkopf" steht in der Pflicht, einen Eigenanteil von 90 000 bis 100 000 Euro zu erwirtschaften. Das gelingt, weil viele Privatpersonen und Firmen wissen, wie wichtig die Arbeit der um die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fürs Gemeinwohl ist und diese immer wieder großzügig unterstützen. Zuletzt hatte vor Ostern eine Abordnung aus dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium einen Scheck über 800 Euro übergeben, den die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weihnachtsmarkt zusammenbekommen hatten.

Würdevoller Abschied

Wer ins Hospiz kommt, weiß in der Regel, dass er sterben muss. Ihnen soll ein möglichst stressfreier und würdevoller Abschied ermöglicht werden – ohne finanziellen Druck, denn für die Betreuung rund um die Uhr müssen weder die Schwerstkranken selbst, noch deren Angehörige aufkommen. Auch medizinisch werden die Gäste so umsorgt, dass sich ihre Schmerzen in Grenzen halten. Mancher hat sich dabei so erholt, dass er zum Sterben doch noch nach Hause kam.

Die Auflösung ist den Mitspielern nicht schwer gefallen. Das Los musste entscheiden: Die Thermoskanne steht für Karen Hesse, Schorfheide, in der Redaktion zum Abholen bereit.

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