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Zahlreiche Joachimsthaler Initiativen nutzen die alljährliche Gelegenheit, für sich und um Mitglieder zu werben.

Mitgliederwerbung
Vereine suchen Verstärkung

Kuba Kruszakin / 09.07.2019, 06:45 Uhr
Joachimsthal Der Begriff Bürgerbrunch mag für manchen eher seltsam vorkommen. Doch in Joachimsthal gilt dieser längst als feste Tradition: Zum fünften Mal stellen sich am vorigen Sonntag zahlreiche Initiativen den Einwohner im Park am Joachimsplatz vor.

Und hatte einst alles mit einem Zufall angefangen.  "Ich weiß, dass vor fünf Jahren Richard Hurding und Sarah Phillips von der Biorama mitkamen und eigentlich gemeinsam kochen wollten", erinnert sich Bürgermeister Rene Knaak-Reichstein. Das aber sei aus den Hygienegründen nicht gegangen. "Wir haben mit mehreren Köchen gesprochen, keiner wollte so richtig ran."

Idee aus der Not geboren

Aus der Not geboren entstand also die Idee eines Bürgerbrunches. Auch die mitveranstaltenden Vereine beanspruchen die Initiative für sich mit. "Die Stadt Joachimsthal hatte wenig Geld, um solche Feste auszurichten", erzählt Marlies Jung-Hagenow vom Tauschring Eberswalde. "Wir haben dann gesagt, wir haben doch viele Vereine, die können wir doch ansprechen. Jeder kann was mitbringen, etwas machen und so wird es auch ein tolles Fest."

Für die teilnehmenden Vereine besitzt dieser Nachmittag eine besondere Bedeutung. Währenddessen sammeln sie nämlich Geld, das dann in einen gemeinsamen Topf fließt und auf verschiedene Bürgerinitativen verteilt wird. Viele von ihnen leiden unter Mitgliederschwund, klagt neben anderen Burkhard Rossow von der traditionsreichen Schützengilde zu Joachimsthal. "Diese Veranstaltung dient ja auch dazu, dass sich der Schützenverein zeigt. Damit die Joachimsthaler wissen, dass wir noch da sind, und um auf uns aufmerksam zu machen und Neumitglieder zu gewinnen", betont er.

So werben die verschiedenen Gemeinschaften der Bürger auf eine vielfältige Weise für sich – beispielsweise die Schützen mit der von den ehemaligen Mitgliedern gesponserten und gebauten Kanone. "Ich bin über 25 Jahre im Verein, solange kann ich mich erinnern, so lange haben wir die eigentlich schon." Andere, wie der Angelverein am Grimnitzsee, werben mit Zielangeln für die Gäste.  "Seitdem der Brunch da ist, sind wir immer im Boot", sagt Marco Gerber. Zu den anderen Initiativen, die sich vorgestellt haben, zählen die Senioren-, Rassengeflügelzüchter- und Heimatvereine sowie der Sportklub FSV Schorfheide Joachimsthal und die örtliche freiwillige Feuerwehr.

Zum diesjährigen Fest kam auch der Bürgermeister der polnischen Partnergemeinde Golczewo, Maciej Zielinski. "Wir wurden eingeladen, der Verein der Freunde der Region Golczewo kam mit der Initative. Es war mir eine große Freude, Joachimsthal und seine Sehenswürdigkeiten kennenzulernen sowie die seit längerer Zeit vorhandene Tradition zu kultivieren und zu pflegen", erklärt er. Zum Fest selbst sagte Zielinski, dass es gut sei, dass sich die Einwohner mobilisieren und etwas für andere geschaffen haben.

Männerchor braucht Stimmen

Für Unterhaltung während der fünf Brunchstunden sorgte der Bernetscher Männerchor mit volkstümlichen Liedern. "Junge Männer sollten unbedingt kommen, also alles unter 70" sagt Thomas Rommenhöller, einer der Sänger, mit einer gewissen Portion Selbstironie. Ergänzend dazu zeigte die Tanz- und Musikgruppe von Flüchtlingskindern unter der Leitung von Zenka Born Bollywood-Tänze und Trommelkünste.

Mit rund 100 Gästen ist die Beteiligung zwar hinter der der Vorjahre zurückgeblieben. Doch sowohl der Bürgermeister Knaak-Reichstein, als auch Vertreter der Vereine betonen, dass es am schlechten Wetter sowie an der unglücklichen Platzierung in der Ferienzeit lag. Zudem wolle die Stadt das Konzept im nächsten Jahr ändern.

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