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Reetz bei "Unser Dorf hat Zukunft"
Wenn 554 Bürger an einem Strang ziehen

Eva Loth / 05.05.2020, 08:00 Uhr
Reetz Nach mehreren Jahren Pause möchte sich auch Reetz wieder am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" beteiligen. "Wir haben viel erreicht und müssen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen", so Ortsvorsteherin Marion Gante. Derzeit ist der Ortsbeirat dabei, die notwendigen Unterlagen zusammen zu stellen.

"Unser Flämingdorf Reetz mit zirka 554 Einwohnern hat sich in den vergangenen Jahren zu einer aktiven Dorfgemeinschaft entwickelt", so die Ortsvorsteherin. Mit der Gründung des Dorfvereins Pro Reetz e.V. wurde zum einen die Möglichkeit geschaffen, Projekte über Fördermittel zu realisieren, zum anderen konnten dadurch viele Bürger zur Mitarbeit bewegt werden. So entstand eine Heimatstube mit wechselnden Ausstellungen, für das Freibad wurden Sitzmöglichkeiten angeschafft und das Dorf hat, wie viele andere auch, eine Bücherzelle erhalten. Derzeit arbeitet der Verein daran, Begrüßungsschilder für die Ortseingänge anfertigen zu lassen und die gefällten Bäume auf dem Friedhof im Herbst in einer "Bäume-Pflanzaktion" zu ersetzen.

Regelmäßig werden Putzaktionen durchgeführt. Diese vor allem in der Dorfmitte und auf dem Gelände des Dorfgemeinschaftshauses, aber auch im Freibad. Letzteres ist das einzige in der Gemeinde Wiesenburg/Mark und soll unbedingt erhalten werden. Bisher ist es gelungen, jedes Jahr einen Rettungsschwimmer zu finden. Aber es sind auch dringende Instandhaltungsmaßnahmen nötig, wo die Bürger sich auch selbst beteiligen wollen.

Nach Beendigung des Ausbaus der B 246 soll nun auch die Gestaltung der Dorfmitte in Angriff genommen werden. Hierzu sind Mittel im Gemeindehaushalt eingestellt, um gemeinsam mit den Bürgern auf mehreren moderierten Veranstaltungen Ideen und Vorschläge zu sammeln.

Aber auch das kulturelle Leben spielt eine große Rolle im Ort. So finden jährlich Frauentags- und Weihnachtsfeiern statt, ebenso das Dorffest, das seit zwei Jahren gekoppelt wird mit dem Flämingpokallauf der Feuerwehr.

Schon zur Tradition geworden ist der Reetzer Adventsmarkt, der inzwischen in der Dorfmitte rund um die Kirche stattfindet und großen Zuspruch auch außerhalb des Ortes findet.

Ein großer Pluspunkt in Reetz ist die gute Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Vereinen. So veranstaltet die Sportgemeinschaft, die unter ihrem Dach Kegler und Gymnastikgruppen vereinigt, jährlich eine Winterwanderung und einen Sportlerball. Ohne die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins wäre vieles nicht möglich. Selbst sehr aktiv mit eigenen Projekten wie Flämingpokallauf, Oster- und Herbstfeuer, Knutfest, Maibaum aufstellen und anderen, unterstützen sie den Ort bei der Durchführung geplanter Veranstaltungen. Sie helfen beim Auf- und Abbau, bei der Versorgung und leisten besonders technische Hilfe. Erst in diesem Jahr haben die Kameraden in Eigenleistung den alten Schlauchturm wieder hergerichtet. Er soll als Wahrzeichen des Ortes erhalten bleiben.

Ein weiteres Highlight ist jedes Jahr das Reetzival im September auf dem Sensthof. Hier finden sich junge Musiker zusammen, um sich zu präsentieren. Der Sensthof ist gleichzeitig ein Ökozentrum für Ökologische Bildung und betreibt ökologischen Landbau. Traditionell eröffnet die Reetzer Singegruppe unter Leitung von Renate Friedrich die Veranstaltung. Aber auch auf anderen Festen ist sie stets dabei. So leitet sie zum Maibaumaufstellen mit Liedern den Frühling ein, präsentiert sich bei Frauentags- und Weihnachtsfeier und auf dem Dorffest. Die Singegruppe ist aber auch in anderen Dörfern zu Festlichkeiten mit ihrem Repertoire unterwegs und dort gern gesehen.

Aber es gibt auch viele private Initiativen. So wurden durch Bürger in Eigeninitiative zum Beispiel Bänke gebaut, auf denen sich Besucher und Wanderer ausruhen können. Für das Dorffest werden durch einen Reetzer Bürger fast jährlich neue Spielgeräte erdacht und vorgestellt, die jedes Mal toll zur Belebung der verschiedenen sportlichen Disziplinen beitragen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das Reetzer Kochbuch fand reißenden Absatz und einige Rezepte werden im Dorfgemeinschaftshaus nachgekocht. Mit Hilfe vieler jetziger und ehemaliger Einwohner wurden alte Rezepte gesammelt. Aber auch solche mit eingebunden, die auf dem Dorf typisch sind. Sehr informativ und nicht mehr wegzudenken ist unsere Homepage, die Eva Loth gestaltet.

"Alles in allem, sind wir stolz auf das Erreichte und freuen uns auf das noch vor uns liegende, was anzupacken ist", sagt Marion Gante, "daher wollen wir uns am Dorfwettbewerb beteiligen."

Wegen Pandemie-Auflagen:Geänderter Aufruf zum Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie hat das Bundeslandwirtschaftsministerium die Termine für den Aufruf zum Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" geändert. Dies erfolgte in Abstimmung mit den Ländern. Anfang des Jahres hatte Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Axel Vogel gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund den mittlerweile 11. Wettbewerb unter diesem Motto auf Landesebene gestartet. Für die Wettbewerbe auf Kreisebene und anschließend auf Landesebene, die die Voraussetzung für die Teilnahme am Bundeswettbewerb sind, werden die Wettbewerbe nun auf 2021/2022 verschoben. Ende 2022 sollen die Landessieger feststehen. Der Wettbewerb auf Bundesebene, an dem nur die bestplatzierten Gemeinden der Länder teilnehmen, wird dann 2023 ausgerichtet. Gesucht werden kreative Ideen und engagierte Bürger, die sich gemeinsam mit der Verwaltung und ihren Vereinen dafür einsetzen, die bauliche und soziale Dorfentwicklung aktiv zu gestalten. Damit sollen Nachahmer angeregt und so die Bau- und Grüngestaltung des Ortes wertschätzend, nachhaltig und sensibel im Umgang mit traditionellen Entstehungsformen weiterentwickelt werden. Zugleich soll Raum bleiben für individuelle Lösungen. Die Teilnahme am Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" bietet den Städten und Gemeinden mit ihren Dörfern damit eine gute Möglichkeit, den Diskussionsprozess mit den Bürger einzuleiten und zu vertiefen. Den an den Kreiswettbewerben teilnehmenden Dörfern soll durch die Verschiebung mit Blick auf die aktuellen coronabedingten Distanzgebote die Möglichkeit gegeben werden, sich unbelasteter von den derzeitigen Erschwernissen auf die Wettbewerbe vorzubereiten. Wettbewerbsbedingungen und Teilnahme unter mluk.brandenburg.de/mluk/de/landwirtschaft/laendliche-entwicklung/dorfentwicklung/dorfwettbewerbe/ oder auch www.bmel.de/DE/Laendliche-Raeume/BULE/Wettbewerbe/Dorfwettbewerb/_texte/Aufruf_27_Dorfwettbewerb.html.

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