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Vernässt statt versteppt

Nicht zu wenig, sondern zuviel Wasser hat sich in der Region rund um Neuhof angesammelt
Nicht zu wenig, sondern zuviel Wasser hat sich in der Region rund um Neuhof angesammelt © Foto: . Henke
Martin Risken / 11.04.2012, 17:20 Uhr - Aktualisiert 11.04.2012, 19:38
Zehdenick (MZV) Als fatale Fehleinschätzung hat sich das Zuschütten von Entwässerungsgräben im Waldgebiet zwischen Neuhof und Vogelsang entpuppt. Die Gräben müssen wieder freigelegt werden.

Als vor fünf Jahren nach niederschlagsarmen Zeiten die Forst in Brandenburg von einer zunehmenden großflächigen Versteppung ausging, schritt sie zur Tat und verfüllte das weitverzweigte, womöglich mehr als 100 Jahre alte Entwässerungsnetz mit Erde und verstopfte somit Abflüsse. Das Kalkül schien zunächst aufzugehen. Das Niederschlagswasser konnte im Wald gehalten werden. Doch vor zwei Jahren verkehrte sich die gut gemeinte Absicht ins Gegenteil. Weite Teile des Waldes stehen unter Wasser, Bäume drohen einzugehen. Außerdem drückt das Wasser Richtung Neuhof, wo seit Monaten die Keller ohne Unterbrechungen unter Wasser stehen. Womit vor fünf Jahren niemand gerechnet hat: Es gibt mehr Niederschlag, als abgeleitet werden kann. Der Wasser- und Bodenverband Uckermark-Havel hat nun in Absprache mit der Forst begonnen, die Gräben wieder freizulegen und die Durchlässe zu öffnen. Allerdings kommt die Einsicht zu spät: Aktuell wird die Aktion des Verbandes deshalb auch keinen Einfluss auf die Situation in Neuhof haben, sagte Verbandschef Michael Nitschke auf Nachfrage. Dafür fließe das Grundwasser zu langsam. In erster Linie gehe es darum, das Oberflächenwasser abzuleiten. Nach Schätzungen des Nitschkes haben sich mehr als 100000Kubikmeter Regenwasser zwischen Neuhof und Vogelsang angesammelt. Es wird noch bis Ende Mai dauern, bevor sich die Situation nachhaltig entspannt hat. „Wir leiten jetzt den Regen ab, der vor drei Jahren gefallen ist“, verdeutlichte Nitschke die Dimensionen.

Allerdings muss der Verband behutsam vorgehen, damit das abfließende Wasser nicht neuen Schaden anrichtet. Nur einer der beiden Hauptgräben hat eine direkte Verbindung zur Havel, der andere entwässert über zwei Tonstiche. Sollte dort der Pegel steigen, drohe eine Überflutung der Betonstraße zwischen den Stichen. Entsprechend lange dauert es, bis der Verband eine Wirkung durch die Wiederöffnung der Gräben erzielt. Mehr als das könne er aber nicht tun, so Nitschke

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Isenhagen 12.04.2012 - 12:00:52

Vernässt statt versteppt

und wer ist der Fehleinschätzer? Wert ist verantwortlich? Wer zahlt? Viele Fragen und keine Antworten. Die Anworten gibt es. Die Leute sind alle noch da.

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