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Thesenpapier
Unionsminister für einheitliche Wolfsregeln in Deutschland

Die Agrar- und Umweltminister der Union verlangen ein länderübergreifendes und einheitliches Wolfsmanagement.
Die Agrar- und Umweltminister der Union verlangen ein länderübergreifendes und einheitliches Wolfsmanagement. © Foto: dpa
dpa / 11.02.2018, 14:36 Uhr
Dresden (dpa) Wölfe breiten sich immer weiter in Deutschland aus. Das sorgt vor allem bei Tierhaltern für Unruhe. Die Rufe nach einer Regulierung werden lauter. Aber zunächst braucht man einheitliche Regeln.

Die Agrar- und Umweltminister der Union verlangen ein länderübergreifendes und einheitliches Wolfsmanagement. Auf einem Treffen am Freitag und Samstag in Dresden und Königsbrück verabschiedeten sie ein entsprechendes Thesenpapier. "Die Probleme der Tierhalter und die Ängste der Menschen müssen ernst genommen werden. Nur so ist möglich, auch Akzeptanz und Begeisterung für den Naturschutz zu erreichen, was für uns ein hohes Gut ist", erklärte Sachsens Ressortchef Thomas Schmidt.

Nach den Worten des baden-württembergischen Landwirtschaftsministers Peter Hauk muss sowohl der Schutz von Weidetieren als auch die staatliche Unterstützung von Tierhaltern zwingend weiterentwickelt werden. Das gelte gleichermaßen für Investitionen wie für laufende Kosten der Nutztierhalter und den gegebenenfalls erforderlichen Schadensausgleich: "Dies ist nicht nur Sache der Länder. Auch der Bund sollte sich daran beteiligen."

Die Minister stimmten einem Vorschlag aus Sachsen zu, wonach künftig eine zentrale Einheit bei der Vergrämung und dem Abschuss verhaltensauffälliger Wölfe zum Einsatz kommen kann. Zudem sprachen sie sich für bundesweite Standards zur "Entnahme von Wölfen" aus - so heißt die Tötung problematischer Tiere offiziell. Eine Verordnung des Bundes sei besser als ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen, die nur in einem Bundesland gelten, hieß es.

Nach Ansicht der Unionsminister muss mit Blick auf die wachsende Wolfspopulation bereits heute auf eine "Absenkung des Schutzniveaus" hingewirkt werden. Auch bei einer anderen Einordnung in der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) sei der Wolf nicht vom Aussterben bedroht. Das zeigten Beispiele aus Spanien, Finnland und Griechenland. Der Bund wurde gebeten, bei der EU eine solche Umstufung zu erreichen.

Der Wolf war etwa 150 Jahre lang in Deutschland ausgerottet. Aus Polen kommend kehrte er über Sachsen zurück. Die ersten Wolfswelpen wurden im Jahr 2000 in der Oberlausitz (Ostsachsen) geboren. Nach aktuellen Zahlen des Bundesamts für Naturschutz leben derzeit in Deutschland etwa 60 Wolfsrudel.

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