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Wolf unter Verdacht
Kalb auf einer Weide bei Zühlen gerissen

Wölfe breiten sich immer weiter in Brandenburg aus.
Wölfe breiten sich immer weiter in Brandenburg aus. © Foto: dpa
Markus Kluge / 29.05.2019, 19:53 Uhr
Zühlen (MOZ) In der Nähe von Zühlen hat in der vergangenen Woche vermutlich ein Wolf ein Kalb gerissen. Die 23 anderen Rinder auf der Weide, darunter sieben Jungtiere, kamen mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt. Der Wolfsbeauftragte Robert Franck aus Rheinsberg hat den Riss im Auftrag des Landesamtes für Umwelt untersucht. "Mit dem derzeitigen Kenntnisstand der Untersuchungen kann der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden. Abschließende Gewissheit darüber können genetische Proben erbringen, sofern diese auswertbar sind", teilte das Landesamt mit.

Das Kalb ist laut der Behörde zur Hälfte gefressen worden. Ob ein Raubtier allein auf der Weide war oder mehrere an dem Riss beteiligt waren, war laut Behörde nicht mehr feststellbar. Ein stromführender Litzenzaun sorgte zwar dafür, dass die Rinder nicht ausbrechen, für einen Wolf stelle dieser allerdings keine Hürde dar.

Die Dichte der Wölfe in Brandenburg und Ostprignitz-Ruppin wird immer größer. In der Region leben laut der Wolfsnachweiskarte des Landesamtes für Umwelt  zwei Rudel. Eines davon in der weitläufigen Kyritz-Ruppiner Heide, ein anderes in der Nähe von Alt Ruppin bei Fristow mit mindestens sieben Tieren, die per Fotofalle dokumentiert sind. Vermutlich dieses Rudel hat Anfang des Jahres in Krangen 15 Stück Dam-, Rot- und Muffelwild in einem Gehege gerissen.

Die Anzahl der Wölfe dürfte in der Region auch weiterhin steigen. Die Tiere bringen im Zeitraum April/Mai ihre Welpen zur Welt, die sich aber erst in den Monaten danach außerhalb des Baus zeigen. Gleichzeitig verlassen die älteren Jungtiere das Rudel, um sich ein neues Revier zu suchen.

In diesem Jahr wurden laut der Statistik des Landesamtes brandenburgweit bisher mehr als 60 Wolfsrisse gemeldet, drei davon in Ostprignitz-Ruppin. Im vergangenen Jahr gab es im Land 242 entsprechende Anzeigen, davon neun aus der Region. Im Jahr zuvor waren es noch 191 gemeldete Risse, davon fünf aus Ostprignitz-Ruppin.

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