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Kreiswerke
Drei neue Rettungswachen im Barnim entstehen

Christian Mehnert, Geschäftsführer Kreiswerke Barnim GmbH, Eberswalde
Christian Mehnert, Geschäftsführer Kreiswerke Barnim GmbH, Eberswalde © Foto: Andrea Linne
Andrea Linne / 14.04.2020, 02:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Kreiswerke Barnim stoßen in Eberswalde vor der sanierten Kippe in Ostende langsam an ihre Grenzen. Die 35 Mitarbeiter, die in den Bereichen Verwaltung, Buchhaltung und Controlling für die Tochtergesellschaften Barnimer Energiegesellschaft mbH (BEG), Barnimer Energiebereitstellungsgesellschaft mbH (BEBG) und Barnimer Dienstleistungsgesellschaft (BDG) mit der neu übernommenen Kommunal- und Infrastrukturservice GmbH (KIS) arbeiten, sind zwar zurzeit meist im Homeoffice. Doch für Geschäftsführer Christian Mehnert stehen so viele Projekte an, dass er regelmäßig im Büro vorbeischaut. Wenn alle wieder da sind, wird es eng in dem Null-Emmissions-Bau. Die Optionen, die sich während der Corona-Zeit eröffnet haben, will er daher weiter nutzen.

Bei den Töchtern mit insgesamt 150 Mitarbeitern ist einiges in Bewegung – trotz augenscheinlich leerer Büros. Die BEG lässt weitere Vorhaben mit den Kommunen entstehen, um über die BEBG Windkraftanlagen, LED-Umrüstungen oder Photovoltaikgebiete zu stemmen. Die Projekte, darunter vier Photovoltaikfelder am Recyclinghof in Ostende selbst, sichern die Strategie des Landkreises und vieler Gemeinden, erneuerbar zu arbeiten. Obwohl auch hier, berichtet Mehnert, ein modernerer Denkansatz der Nachhaltigkeit mit geschlossenen Stoffkreisläufen ansteht – Kooperationen mit der Hochschule Eberswalde nicht ausgeschlossen.

Aktuell wird aber zunächst die KIS umgestaltet. Diese Firma, die den Winterdienst auf Kreisstraßen und die mobile Grubenabfuhr übernehmen soll, hat im Garten- und Landschaftsbau gewirkt. "Dieser Bereich wird nach dem Abarbeiten aller Aufträge eingestellt", berichtet der 42-jährige gebürtige Uckermärker.

Neben dem Neubau für das Kreisarchiv, der in Eberswalde am Standort eines früheren Autohauses entsteht, treiben die Kreiswerke aktuell den Bau neuer Rettungswachen im Barnim voran. Wie sehr diese architektonisch standardisiert ausfallen können, wird gerade geprüft, sagt der Familienvater von drei Kindern.

Zwei Standorte untersucht die Kreistochter gerade in Biesenthal. Einer befindet sich unweit der Tankstelle, ein anderer hinter der bisherigen Rettungswache, die allerdings mit hohen Grundwasserständen zu kämpfen hat. Eine Rettungswache soll außerdem in Panketal entstehen. Dazu dient das Gelände für den Wertstoffhof in der Zepernicker Straße 1a. Der Wertstoffhof kommt trotzdem, betont Mehnert. Allerdings würde die geplante Aktenvernichtungsanlage nach Bernau auf dem dortigen Recyclinghof errichtet und nicht wie geplant in Panketal.

Für den Standort Joachimsthal werde noch nach einer geeigneten Fläche für die neue Rettungswache gesucht, da sei noch nichts spruchreif derzeit. Die Wachen sollen den dicht besiedelten oder unterversorgten Bereichen in Notfällen die kurzen Anfahrtswege sichern, die vorgeschrieben sind. Mit 24-Stunden-Diensten an sieben Tagen in der Woche brauchen die Rettungsdienst-Mitarbeiter vor allem auch Aufenthalts- und Schlafräume sowie Materiallager und Parkmöglichkeiten für Rettungs- und Krankentransportwagen. Diese Details würden mit Claudius Kaczmarek, dem Geschäftsführer der Rettungsdienst Barnim GmbH, im Vorfeld genau abgestimmt.

Noch 2020 rechnet Mehnert mit den Baugenehmigungen für die drei neuen Rettungswachen. "Der Bedarf ist groß, wir müssen das zügig angehen", macht der Kreiswerke-Chef, der seit 2012 im Amt ist, deutlich.

Ausschreibungen folgen

Die Kreiswerke stützen sich bei der Umsetzung der Projekte auf Planer und Ingenieure sowie Baufirmen, die mit öffentlichen Ausschreibungen gesucht werden. "Wir setzen die Vorhaben auf die richtige Spur und agieren damit für den Landkreis, der sich auf wichtige Vorhaben im Schulneubau konzentrieren kann", ordnet Mehnert die Aktivitäten der Kreiswerke GmbH ein, die damit auch neue Wege geht. Zwei Mitarbeiter wurden dazu neu eingestellt.

Der Kritik einiger Kreistagsabgeordneter, vor allem der Fraktion BVB/Freie Wähler, man nehme der freien Wirtschaft Aufträge weg, tritt Mehnert entschieden entgegen. Es würden keine Leistungen erbracht, die auf dem freien Markt verfügbar seien. Aber am Beispiel der KIS sehe man, dass in Sachen mobiler Grubenabfuhr und Winterdienst auf Kreisstraßen kaum Angebote verfügbar seien. "Wir schreiben alles aus, was an Bauleistungen nötig ist", macht der Bankbetriebswirtschaftler deutlich.

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