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Kirchen- und Stadtvertreter übergeben in russischer Partnerstadt 16 200 Euro Spenden an Hochwassergeschädigte

Übergabe
Spenden für Flutopfer in Tuapse

Hilfe für Hochwasseropfer: Pfarrer i. R. Oswald Wutzke (l.) spricht in Tuapse mit betroffenen Familien, deren Wohnungen überflutet wurden.
Hilfe für Hochwasseropfer: Pfarrer i. R. Oswald Wutzke (l.) spricht in Tuapse mit betroffenen Familien, deren Wohnungen überflutet wurden. © Foto: Norbert Hansack
Michael Dietrich / 18.12.2018, 06:30 Uhr
Tuapse (Russland) (MOZ) 16 200 Euro haben Vertreter der evangelischen Kirche und der Stadt Schwedt an Hochwasseropfer in Tuapse, der russischen Partnerstadt von Schwedt, verteilt. Die Begleiter der Hilfsaktion aus der Uckermark berichten über die große Dankbarkeit der betroffenen Familie.

„Wir haben im Minutentakt an die 70 Familien getroffen, deren Wohnungen oder Häuser völlig überflutet waren, und ihnen zwischen 100 und 400 Euro Soforthilfe überreicht. Sie waren überglücklich, die meisten weinten vor Freude, es waren sehr emotionale Momente, so etwas habe ich noch nie erlebt“, berichtet Kerstin Witthuhn von den Uckermärkischen Bühnen. Als Vertreterin der Stadt Schwedt hat sie die Hilfsaktion begleitet und besprach mit Bürgermeister Zwerew Wladimir Konstantinowitsch und dem Vorsitzenden des Stadtrats von Tuapse, Starodubzew Wladimir Wladimirowitsch, außerdem die Teilnahme von Schulkindern aus Tuapse am Internationalen Kinderzeichenwettbewerb 2019 in Schwedt. Hauptziel der Reise war jedoch die Hochwasserhilfe. Tuapse war von einer Regen- und Sturmflut Ende Oktober betroffen. Viele Wohnungen wurden überflutet, die Region rief damals den Notstand aus. Noch immer sind nicht alle Menschen wieder zu Hause.

Das Spendengeld stammt von der Katastrophenhilfe des diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche. Deren Vertreter Oswald Wutzke aus Gartz hatte insgesamt 20 000 Euro Spenden im Gepäck, die notleidenden Menschen in Tuapse und zwei weiteren betroffenen Orten zugute kommen sollten. Oswald Wutzke ist Theologe, Pfarrer in Rente, Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern außer Dienst und war bis vor Kurzem Probst einer Kirche in der Region Nordkaukasus.

„Die Stadtverwaltung in Tuapse hat das wunderbar vorbereitet. Es gab Listen der betroffenen Familien und Fotos von den Schäden. Die Menschen haben Küchen, Einrichtungen, Betten verloren. Wir haben eine große Dankbarkeit für die Spenden aus Deutschland erfahren“, sagte der 82-jährige Wutzke nach der Reise. Begleitet wurde er von Helfer  Norbert Hansack aus Rosow.

Wutzke stellte sich den Russen als Minister A. D.  vor. „Den meist sehr armen Menschen, die wir trafen, ist egal, woher das Geld kommt“, sagte Wutzke. Die Spendengelder der Kirche wurden deshalb von den Menschen in Tuapse als Hilfe aus der deutschen Partnerstadt Schwedt verstanden. Mütter berichteten, dass sie jetzt das Geld hätten, um mit ihrem Kind ins Krankenhaus zu fahren und Fenster rechtzeitig vor dem Winter reparieren zu können. Überwältigt von der unverhofften Spende schenkten Kinder den Helfern gemalte Bilder. Eine ältere Frau schenkte den Deutschen, die ihr 100 Euro schenkten, als Dank das einzige Buch, das sie vor der Flut in ihrer Wohnung retten konnte.

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