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Land stellt 150 000 Euro zur Grundabsicherung der Häuser in Schwedt, Cottbus und Potsdam bereit

Förderung
Frauenzentrum bekommt wieder

Ministerbesuch: Im Juli 2018 überbrachte die damalige Familienministerin Diana Golze (r.) 15 000 Euro Lottomittel. Jetzt hat Annette Lang Aussicht auf jährlich 50 000 Euro.
Ministerbesuch: Im Juli 2018 überbrachte die damalige Familienministerin Diana Golze (r.) 15 000 Euro Lottomittel. Jetzt hat Annette Lang Aussicht auf jährlich 50 000 Euro. © Foto: Tess Itzenplitz
Michael Dietrich / 05.01.2019, 06:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Das Frauenzentrum des Frauenvereins Schwedt kann sich nach vielen Jahren Ungewissheit über eine finanzielle Grundabsicherung freuen. Der Landtag verabschiedete auf Initiative des SPD-Fraktionschefs Mike Bischoff mit dem Landeshaushalt einen jährlichen Etat von 150 000 Euro für die Frauenzentren.

Von den einst mehr als 20 Frauenzentren, die nach 1990 in Brandenburg als Orte des Austauschs und der Beratung für Frauen gegründet wurden, gibt es heute noch drei. Für diese Frauenzentren in Cottbus, Potsdam und Schwedt hat sich das Land zu einer finanziellen Grundabsicherung durchgerungen. 50 000 Euro im Jahr hat Annette Lang dadurch für die Betreibung und die personelle Absicherung in Aussicht. Sie ist seit 27 Jahren Leiterin des Frauenzentrums und kann es selbst noch gar nicht richtig glauben. „Als uns Diana Golze im Juli, kurz vor ihrem Rücktritt, 15 000 Euro Lottomittel für ein Projekt überreichte, wurde damals ein großer Bahnhof darum gemacht. Aber das war eigentlich nur eine von Dutzenden Förderungen, um die wir uns jedes Jahr mit zig Anträgen und viel Aufwand bemühen müssen. Jetzt haben wir das erste Mal die Aussicht darauf, dass wir beim ersten Vorstandstreffen im neuen Jahr nicht feststellen müssen, dass eigentlich kein Geld da ist. Wir sind wirklich  sehr glücklich darüber“, sagte Annette Lang am Freitag.

Das Frauenzentrum wurde bis in die 2000er-Jahre vom Land unterstützt. Seit das Land seine Förderung zurückschraubte, hielt sich der Verein der Frauen mit unzähligen Fördervarianten wie ABM, SAM, MAE, Aufwandsentschädigungen und unzähligen befristeten Projekten personell und finanziell über Wasser. Die Förderung durch die Stadt reichte allein nicht aus. Was der Verein, der heute 50 Mitglieder zählt, trotz steter Ungewissheit, häufigem Personalwechsel und viel, viel Arbeit auf den Schultern von Ehrenamtlerinnen auf die Beine stellt, ist unglaublich. Die Veranstaltungen reichen von politischem Kabarett über Kultur im Lila Salon, Kreativwerkstatt, Ferienspielen, Lesecafé, Kidsclub, Sport, Computer- und Sprachkursen bis hin zum Familietreff Keks, zu Festen, Tagungen und Jubiläen. Um die 20 000 Besucher zählt die Einrichtung jährlich, was umso mehr wiegt, wenn man bedenkt, dass sie von einem gemeinnützigen Verein betrieben wird. „Das ist wie ein kleines Unternehmen, nur von Frauen betrieben, die mit Herz und Seele dabei sind. Mit Dienst nach Vorschrift ist das nicht zu schaffen“, sagt Annette Lang. Sie sieht die Förderung des Frauenzentrums durch das Land auch als eine Würdigung der Arbeit der Schwedter Frauen.

„In dem Frauenzentrum steckt wirklich viel Herzblut drin. Dort finden Frauen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen Ansprechpartner, Gemeinschaft, Hilfe und Bestätigung. Ich habe mich für die Förderung eingesetzt, weil alle diese Häuser finanzielle Schwierigkeiten hatten, die personelle Absicherung immer wieder auf der Kippe stand und teilweise sogar die Insolvenz drohte“, erklärte Mike Bischoff. Tatsächlich haben Mitarbeiterinnen für 200 Euro Ehrenamtsentschädigung bis zu 30 Wochenstunden im Frauenzentrum gearbeitet, andere mit 120 Euro Mehraufwandsentschädigung. Der Verein hat aktuell acht Mitarbeiter, es waren aber auch schon mal 12 sowie 3.

Im Frauenzentrum sind auch das Lokale Bündnis für Familie und der Familientreff Keks für Eltern, Kinder und Senioren angesiedelt. Außerdem haben in dem Haus hinter den Berliner Scheiben in der Lindenallee der Internationale Zeichenwettbewerb, der Malkreis Franz Nolde, der Seniorenverein der Stadt und der Heimatverein ihren Sitz.

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