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Künstlerinnen im Dutzend – Ausstellung im Kulturbund zeigt ab Freitag gemalte Lebensfreude

Vorbereitung
Geliebte Arbeit an der Staffelei

Kathrin Putzbach-Timm / 07.02.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 07.02.2019, 13:04
Schwedt (freie Autorin) Jeden Dienstag wird gemalt. In den Vereinsräumen des Kulturbundes im Treffpunkt „Kosmonaut“. Hier fand die Interessengruppe Kreatives Gestalten nicht nur vor vielen Jahren ein räumliches Quartier, sondern seit der Auflösung des Brandenburgischen Seniorenvereins Ende 2018 ein organisatorisches Zuhause.

In den vergangenen Wochen herrscht besonders große Geschäftigkeit und ist Aufregung zu spüren. Die zweite Ausstellung der Gruppe steht kurz vor ihrer Eröffnung. Erneut wird sie auf Leinwand festgehaltene „Augenblicke der Lebensfreude“ beinhalten und beispielsweise florale oder landschaftliche Motive umfassen.

In Vorbereitung der Vernissage am 8. Februar wird derzeit angeregt über die Auswahl und das Arrangement der rund fünfzig ausgewählten Exponate diskutiert, werden Rahmen gehämmert und steht René Schröder vom Kulturbund als helfende Hand auf der Leiter und folgt den Anweisungen der Frauen: „weiter rechts, mehr links, ein bisschen nach unten“. Alles soll stimmen.

Gemalt wird im guten Dutzend. Zwölf Frauen sitzen wöchentlich an ihren Staffeleien und keine will diesen Termin verpassen. „Wir sind wie eine Familie“, betonen die Frauen einhellig, von denen die Hälfte von Anbeginn im Oktober 1995 dazu gehört.

Sie waren Lehrerin, Sachbearbeiterin oder Krankenschwester und sind nun Künstlerinnen der Farben, angeleitet durch Ingrid Becker-Didschuneit. Ihre Werke entstehen in Öl, ein Garant für kräftige, klare und farbenfrohe Bilder. Weil die Ölmalerei eine intensive Technik ist, die viel Zeit erfordert, gehört auch eine Kaffeepause in den feststehenden Ablauf. „Wir eifern nicht nur um das schönste Bild, sondern auch darum, wer den leckersten Kuchen bäckt“, scherzen sie.

Doch der Wettstreit ist keine echte Konkurrenz. „Wir unterstützen uns gegenseitig, geben uns Tipps und Hinweise“, und das gilt nicht nur für die Malerei, sondern auch darüber hinaus. „Wir sprechen über Gott und die Welt, das reicht von der großen und kleinen Politik bis hin zu privaten Belangen.“ Deshalb will auch keine Malerin diese dienstägliche Verabredung versäumen. Selbst wenn einigen inzwischen das Gehen schwerfällt oder gar die Augen im Alltag Probleme machen, das Malen ist für alle ein Lebenselixir. Die Älteste ist mit 91 Jahren Maria Röhnicke aus Schwedt, zu deren Vorliebe die Darstellung ästhetischer Gebäude steht. „Jede hat ihren eigenen Stil und eine eigene Pinselhandschrift“, bescheinigt ihnen IngridBecker-Didschuneit, die als Kunsterzieherin einst den Kinderzeichenwettbewerb „Entlang der Erdölleitung Freundschaft“ mitbegründete.

Zu den Naturtalenten zählt Swetlana Schröder, die erst seit drei Jahren aktiv malt. „Das war für uns alle ein Erlebnis, wie sie sich ransetzte und einfach malte“, schwärmt IngridBecker-Didschuneit noch immer. Die Motive finden die Frauen in Urlaubseindrücken, in Kalenderblättern oder den eigenen Erinnerungen. Da ist eine Oderbruchlandschaft, die alte Heimat im Kaukasus oder der Hund aus der Kindheit. „Und immer fragt man sich beim Malen, warum habe ich dieses Motiv gewählt, was hat das mit mir zu tun?“, verrät Sieglinde Grämer. Nur wer neu hinzukommen und Teil dieser Tafelrunde werden möchte, muss enttäuscht werden, denn das würde die Kapazitäten übersteigen. Aber wer sich für die Ergebnisse ihrer Arbeit interessiert und an ihrer Lebensfreude teilhaben möchte, der ist herzlich in die Ausstellung eingeladen.

Ausstellungseröffnung am 8. Februar, 15 Uhr, „Kosmonaut“, Berliner Straße 52a in Schwedt

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