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In der GLG-Fachklinik Wolletzsee startet eine besondere tiergestützte Streicheltherapie.

Gesundheit
Kuscheltherapie mit Robotermieze

Täuschend echt und kuschlig: Roboterkatze Lizzy.
Täuschend echt und kuschlig: Roboterkatze Lizzy. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 28.05.2019, 06:00 Uhr
Wolletz (MOZ) Hunde, Katzen oder sogar Pferde werden immer häufiger als vierbeinige Helfer in der Medizin eingesetzt, um neue Anreize bei der Therapie zu geben. Nicht selten sind gerade die "Mitarbeiter mit Fell" diejenigen, die erst den Zugang zu den Patienten ermöglichen. In der GLG Fachklinik Wolletzsee weiß man um die positiven Effekte der tiergestützten Therapie, mit der in den GLG-Häusern in Eberswalde bereits positive Erfahrungen gemacht wurden.

Was aber, wenn Tiere aufgrund von Hygienebestimmungen nicht in die Klinik dürfen? Dann braucht es neue Wege, sagten sich Christin Walsh, Verwaltungsdirektorin in der Fachklinik Wolletzsee, und ihre Mitarbeiter. Sie hatten nicht nur festgestellt, dass vielen Patienten die Streicheleinheiten der eigenen Haustiere während des Reha-Aufenthalts fehlen. Auch die bekannten positiven Effekte durch Therapietiere, wie Entspannung, gesenkter Blutdruck oder Training der Motorik, blieben aus.

Sympathietest bestanden

"Schnell war die Idee geboren, es doch einmal mit einem täuschend echten Katzen-Double zu versuchen", erzählt Christin Walsh. Seit Kurzem wohnt Lizzy nun in der Wolletzsee-Klinik. Lizzy ist eine Roboterkatze, die einer echten Streichelkatze in Aussehen und Verhalten zum Verwechseln ähnelt. Die Vorteile: Die Roboterkatze frisst nur Strom und hat außer den lautstark miauend eingeforderten Streicheleinheiten keinerlei Bedürfnisse. Was sie bietet, ist dafür umso mehr, denn die Katze verfügt wie ihre lebendigen Artgenossen über einen koketten Gesichtsausdruck und mehrere Positionen, die sie während des Streichelns verändert. Fühlt die Katze den Druck der menschlichen Hand, schmiegt sich das Schmusetier schnurrend an und rollt sich gar genüsslich auf den Rücken. Wie die Patienten das Angebot annehmen und ob bei der Roboterkatze ähnliche positive Effekte auf Körper und Geist nachweisbar sind, das werde die Zukunft zeigen, so Verwaltungsdirektorin Christin Walsh.

Einen ersten Sympathietest hat Lizzy bereits bestanden. Bei einem Aktionstag mit Grundschülern der Waldhofschule Templin, die in der Fachklinik zu Gast waren, stand die flauschige Katze klar im Mittelpunkt. Jedes Kind wollte ausprobieren, wie sich die Katze verhält und wann man sich angesichts ihrer Klagelaute zum Streicheln hinreißen lässt. Besondere Ehre war für die kleinen Tierfreunde, dass sie der Katze einen Namen geben durften. Die Roboterkatze hört nun auf den Namen Lizzy.

Die Taufe war der Höhepunkt eines erlebnisreichen Tages für die Jungen und Mädchen, die auf kindgerechte Weise hineinschnuppern durften in den Klinikalltag. Praxisanleiterin Susanne Paul, Sporttherapeut Christian Brückner, die Ergotherapeutin Angela Lorenz und Katja Sieboldt sowie viele andere Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen hatten unter dem Motto "Zukunftstag Junior" ein spannendes Programm mit Rehakino, gesundem Frühstück, einem Wissensquiz, sportlicher Betätigung und vielem mehr zusammengestellt. Dabei durften sich die Kinder auch selbst als Schwester und Pfleger von morgen ausprobieren oder bei den Therapien eigene Erfahrungen sammeln.

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