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Zukunftstag 2020 in Rathenow
Unternehmerschaft sehr zurückhaltend

Über die Aktionslandkarte auf zukunftstagbrandenburg.de gelangen Schüler zu den Angeboten von Unternehmen, Institutionen und Behörden.
Über die Aktionslandkarte auf zukunftstagbrandenburg.de gelangen Schüler zu den Angeboten von Unternehmen, Institutionen und Behörden. © Foto: zukunftstagbrandenburg.de
René Wernitz / 09.03.2020, 07:30 Uhr
Rathenow (MOZ) Sich am Zukunftstag für das Ende des Lebens interessieren? Klingt sonderbar, ist aber in Rathenow am Donnerstag, 26. März, möglich. Das dortige Bestattungshaus Neumann beteiligt sich am landesweiten Aktionstag, der Schülern durch  Mini-Praktika Berufsbilder aufzeigen soll.

Neumanns gehören in der havelländischen Kreisstadt zu einer Handvoll Teilnehmer. Das Interesse seitens der Unternehmerschaft ist hier zurückhaltend. Sogar die Stadtverwaltung und ihre Kitas und Horte, die eigentlich immer neue Fachkräfte gebrauchen können, machen nicht mit. Anders die in Rathenow ansässige Kreisverwaltung und die Stadt Falkensee. Laut Landesregierung lägen brandenburgweit bereits mehr als 9.000 Anmeldungen junger Leute vor.

Alle havelländischen Anbieter eintägiger Praktika finden sich über die Online-Aktionslandkarte auf zukunftstagbrandenburg.de. Angebote können dort bis 20. März eingestellt werden. Auf der Webseite erfolgen auch die Anmeldungen der interessierten Schüler. Das ist noch bis 24. März möglich.

Das Bestattungshaus Neumann bietet zwei Praktikumsplätze, einen für ein Mädchen, einen für einen Jungen. Vorgestellt werden die Berufsbilder von Büro- und Werbekaufmann bzw. frau. Was einen Bestatter ausmachen und was er zu leisten imstande sein sollte, ist ebenso zu erfahren. Anja Neumann erklärt auf BRAWO-Anfrage, dass das Unternehmen allerdings nicht ausbildet. Es möchte einfach nur offen sein für interessierte Schüler.

Etwa den Bestatter gab es bis Anfang der 2000er Jahre gar nicht als Ausbildungsberuf. Freimütig erklärt Anja Neumann, dass das nichts für Schulabsolventen sei. Sie selbst sei mit 24 Jahren ins Familienunternehmen mit eingestiegen, nach vorheriger Ausbildung im Einzelhandel. Selbst das, so sagt sie, sei eigentlich noch zu jung gewesen. Neumann begründet das mit den außergewöhnlichen Anforderungen an Mitarbeiter in einem Bestattungshaus, die gewisses Alter und sehr hohe soziale Kompetenz beinhalten. Der Tod sei allgegenwärtig im Job! Aktuell gibt es sieben Mitarbeiter im Alter von 25 bis 58 Jahren.

Nichtsdestotrotz beteiligen sich Neumanns am Zukunftstag 2020. Womöglich kehrt ja ein interessierter Schüler von heute als gestandener Mensch irgendwann zurück. Erfahren hat Anja Neumann erst durch eine Kollegin aus Brandenburg an der Havel vom jährlichen Aktionstag, wie sie berichtet. Ab 2021 will sie zudem mit dem Freidenkerbund Havelland zusammenarbeiten, der junge Leute um die 14 auf die Jugendfeiern vorbereitet. Im Bestattungshaus können Teilnehmer erfahren, dass der Tod zum Leben dazu gehört.

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