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Pandemie
Eisenhüttenstädter Krankenhaus für Besucher geschlossen

Alle planbaren Operationen werden bis auf weiteres in Eisenhüttenstadt verschoben. Das Krankenhaus setzt zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen um.
Alle planbaren Operationen werden bis auf weiteres in Eisenhüttenstadt verschoben. Das Krankenhaus setzt zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen um. © Foto: Gerrit Freitag
MOZ / 16.03.2020, 15:41 Uhr - Aktualisiert 16.03.2020, 16:49
Eisenhüttenstadt (MOZ) Im Städtischen Krankenhaus sind am Montag umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten sowie als Vorbereitung dafür, die Versorgung der Bevölkerung unter den kommenden Herausforderungen anzupassen, in Kraft getreten. Die wichtigsten Maßnahmen sehen wie folgt aus:

1) Entsprechend dem Appell des Bundesgesundheitsministers werden grundsätzlich alle planbaren Operationen und Eingriffe – soweit medizinisch vertretbar – auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Krankenhaus wird sich auf jene Patienten konzentrieren, die jetzt eine Versorgung dringend benötigen.

2) Mit frei werdenden Kapazitäten an Betten und Personal wird versucht, mehr Intensivplätze zu schaffen, um möglichst viele Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch eine Coronavirusinfektion bereitstellen zu können.

3) Seit Montag, 15 Uhr, ist das Krankenhaus für Besucher und Gäste geschlossen. Ausgenommen sind kurze Besuche, begrenzt auf einen Besucher bei Kindern oder palliativen Patienten. Alle Zugänge sind verschlossen worden. Im Schadensfall ist das Verlassen des Hauses über die ausgewiesenen Fluchtwege möglich, alle entsprechenden Türen sind mit Panikschließungen ausgestattet. Der Zugang zum Krankenhaus erfolgt nur noch über den Haupteingang. Der Zugang zur Zentralen Notfallaufnahme ist ausschließlich über deren Eingang erlaubt. Der Durchgang vom Haupteingang zur Notaufnahme ist nicht gestattet. Der Weg zum Eingang der Notfallaufnahme wird durch rote Pfeile auf dem Boden markiert.

4) Patienten der Praxis Hanns und der Praxis Engel werden einzeln von Hilfskräften vom Haupteingang abgeholt und zu den Praxen geleitet. Der Weg vom verschlossenen Eingang im Westflügel des Hauses zum Haupteingang wird durch grüne Pfeile auf dem Boden markiert.

5) Patienten, welche den Durchgangsarzt (D-Arzt) oder die Indikationssprechstunde der Kinderheilkunde in Anspruch nehmen müssen, betreten das Haus über den Eingang Ostflügel direkt an der D-Arzt-Praxis. Der Durchgang von dort ins Haus ist nicht erlaubt. Der Weg wird durch blaue Pfeile auf dem Boden markiert. Patienten der Radiologie gelangen ebenfalls ausschließlich über den Haupteingang ins Haus, gehen zur Radiologie und verlassen das Haus auf gleichem Weg.

6) Das Patientencafé ist ab Mittwoch geschlossen. Die Versorgung der Mitarbeiter erfolgt über das erweitert geöffnete Mitarbeiterrestaurant. Patienten und Besucher werden gebeten, sich nur über die Verkaufsautomaten zu versorgen.

7) Elternabend, Schwangerenfrühstück und Zukunftstag müssen entfallen.

8) Aufgrund der erfolgten Schließung der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe Eisenhüttenstadt werden ab sofort Schüler  der Gesundheits- und Krankenpflege im Krankenhaus in den verschiedenen Bereichen eingesetzt.

9) Das Medizinische Versorgungszentrum MVZ ist geöffnet, krankheitsbedingt aber zurzeit unterbesetzt. Es gibt längere Wartezeiten. Ab kommender Woche sollte wieder Normalbetrieb sein. Wegen Verzögerungen im Baugeschehen wird die Eröffnung der neuen Praxis auf den 6. April verschoben.

10) Die ambulante Physiotherapie ist ab heute geschlossen. Die Tageskliniken in Eisenhüttenstadt, Beeskow und Guben bleiben bis auf Widerruf geöffnet.

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Werner Matzat 17.03.2020 - 18:18:29

Wozu doch so ein Virus in der Lage ist - die Zeiten ändern sich - und Deutschland zieht nach - Davon träumen Autokraten!

Werte Leser und Leserinnen, Österreich hat wegen des Coronavirus die Freiheitsrechte der Bevölkerung massiv eingeschränkt. Und Deutschland zieht nach! Das ist in dieser Situation nachvollziehbar, aber es birgt auch Gefahr. Wozu doch so ein Virus in der Lage ist. Plötzlich sind Maßnahmen gesellschaftsfähig, von denen Autokraten und Diktatoren nur träumen können: Ausgangssperren, Abschaffung der Versammlungsfreiheit, größtmögliche Kontrolle des öffentlichen Lebens. In diesen Tagen wird deutlich, dass auch in sehr demokratischen Ländern wie Österreich Sondersituationen Sondermaßnahmen erfordern können. Demokratisch beschlossen und gut kommuniziert, dürfen es auch Einschränkungen von Freiheitsrechten sein, die bislang undenkbar erschienen. Vergleicht man Österreich mit Deutschland, so stellt man fest, dass Wien deutlich schneller und drastischere Maßnahmen als Berlin getroffen hat. Während am Sonntag die Ausgangsbeschränkungen beschlossen und die Öffentlichkeit schon über die bevorstehenden Schritte informiert wurde, fanden im benachbarten Bayern noch Kommunalwahlen statt. Ob die harten Einschränkungen in Österreich im Ergebnis besser sind als die im Vergleich eher lockere Handhabe in Deutschland, wird man demnächst messen können. Die Gefahr, die jedoch besteht, ist, dass ein Gewöhnungseffekt auftreten könnte: dass Menschen in Krisensituationen künftig schneller als bisher Einschränkungen von Freiheitsrechten hinnehmen. Dass die Sehnsucht nach dem sprichwörtlichen starken Mann, der endlich durchgreift, stärker wird. Und dass darüber der kritische Blick auf Regierungshandeln verloren geht. Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-03/ausgangssperren-oesterreich-infektionsschutz-coronavirus --- Werte Eisenhüttenstädter, Leser und Leserinnen, so könnten wir das auch in Eisenhüttenstadt und ganz Deutschland schaffen. Kein "Wir schaffen das" also, wie 2015. Auch kein: "Ihre Einlagen sind sicher", die Botschaft während der Finanzkrise an verunsicherte Sparerinnen und Sparer lässt grüßen. Aber ähnlich wie 2008 mit Peer Steinbrück hat sich Merkel auch jetzt einen versierten Fachminister an ihre Seite geholt. Glaubten die Deutschen damals dem Finanzminister, dass das schon klar geht mit ihrem Sparbuch, ist es diesmal Jens Spahn, der zur Hochform aufläuft. Der junge Gesundheitsminister, häufig Widerborst gegen die Kanzlerin, ist jetzt Merkels Glück. Vor dem Hintergrund einer Epidemie, die gerade droht außer Kontrolle zu geraden wird uns von den deutschen "Qualitätsjounalisten" wieder einmal, ähnlich wie in der Flüchtlingskrise, Merkel als die Heilige Angela verkauft, die uns vor Not und Pestilenz schützen soll. Dabei steht Merkel für 15 Jahre neoliberaler Politik, die auch die Krankenhäuser und Kliniken mit dem allein auf betriebswirtschaftliche Effizienz getrimmten System der Fallpauschalen finanziell und personell in die Enge getrieben hat, was sich nun in teilweise katastrophalem Personalmangel an den Krankenhäusern und in den Pflegeeinrichtungen manifestiert. Und sie werden eines Tages erkennen müssen, dass die grundlegende Problematik darin besteht, dass, sollte sich die Situation zu einem späteren Zeitpunkt entspannen vermutlich kein Hahn mehr danach krähen wird. Das Gegenteil wird Geschehen, die "Qualitätsmedien" werden noch mehr als jetzt voll von Lobeshymnen über das hervorragende "Krisenmanagement" der Bundesregierung, explizit Merkels, sein. Damit einem Wahlsieg der CDU und einem Bundeskanzler Jens Spahn im nächsten Jahr nichts mehr entgegen steht und die katastrophale neoliberale Politik einfach fortgesetzt werden kann. Die Tatsache, dass eine Ostdeutsche dieses Land noch immer führt, ist ein Glücksfall. Oder glauben sie etwa nicht? In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

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