Noch immer bangen Schöneberger um das Leben des großen, hellen Hundes, der seit zwei Monaten allein zwischen ihrem Dorf und Criewen umherirrt. Anfang August wurde er erstmals am Ortsrand von Schönebergern gesichtet und von Familie Nacke ab und zu mit Futter versorgt. Auch der Nationalpark Unteres Odertal hatte Hinweise auf das frei laufende Tier bekommen. Wie Edgar Wendt berichtete, hielt man ihn anfangs für einen Wolf.
Seit mehreren Wochen sind die Schöneberger Ortsvorsteherin Christiane Möbius sowie Jana und Steffen Nacke nun schon auf der Suche nach Hilfe für das Tier. Die Polizei war nicht zuständig. Der vermeintliche Besitzer des Hundes wurde angesprochen, kümmerte sich aber nicht mehr um ihn. Das Amt Oder-Welse teilte vor drei Wochen mit, dass keine Anzeige beim Ordnungsamt vorliege und somit eine Bearbeitung des Falles auch nicht erfolgen könne.
Pinnower am Hund interessiert
Nachdem die MOZ am 20. September über das Hundeschicksal und die Befürchtung der Schöneberger berichtet hatte, dass dem Tier etwas zustoßen könnte, meldete sich ein Pinnower. Er sei bereit, den Hund aufzunehmen oder weiterzuvermitteln, wenn man seiner habhaft wird. Das ist aber bislang das Problem. Das Tierheim Angermünde hatte zwischenzeitlich den Versuch unternommen, ihn einzufangen. Doch zu der Zeit war der Vierbeiner woanders unterwegs. Danach passierte nichts mehr.
Am vergangenen Wochenende tauchte das Tier wieder in Schöneberg auf. Wie Jana Nacke berichtete, sei er sehr geschwächt, könne kaum noch aufstehen, lasse sich aber immer noch nicht anfassen. Und das, wo die Nächte immer kälter werden. "Was für ein Drama. Wir sind fix und fertig", meint die Frau mit dem großen Herz für Tiere und Hunde im Speziellen. Es müsse jemand mit einem Betäubungsgewehr kommen, denn das Tierheim hole ihn erst ab, wenn er an der Leine ist. Anfang dieser Woche versuchte die Ortsvorsteherin im Ordnungsamt Oder-Welse Hilfe zu bekommen. Die Chefin ist im Urlaub und die Kollegin nicht informiert, erfuhr sie.
Nach einer MOZ-Anfrage beim Gesundheits- und Veterinäramt des Landkreises Uckermark hatte sich der Amtliche Tierarzt Henry Strathmann am Mittwoch auf den Weg nach Schöneberg gemacht. Sicherheitshalber hatte er einer Hundeschlinge dabei. Den Hund hat er jedoch nicht zu Gesucht bekommen, berichtete er. "Ich habe mich mit der Stellvertreterin der Ordnungsamtsleiterin im Amt Oder-Welse in Verbindung gesetzt. Dort will man sich jetzt kümmern", erklärte er. Die Zusammenarbeit mit dem Amt Oder-Welse sei bisher sehr effektiv gewesen. Man habe immer versucht, zügig Lösungen zu finden.
Behörden wollen sich kümmern
Zum weiteren Vorgehen sagte Henry Strahtmann, dass man sich an die Leute wenden werde, die im Verdacht stehen, die Halter zu sein. Wenn sie sich kooperativ zeigen, könne der Hund zu ihnen zurückgebracht werden. Wenn nicht, werde das Tier sichergestellt, sobald man seiner habhaft wird. Der Amtliche Tierarzt meinte, er wolle nichts bagatellisieren, aber auch nicht dramatisieren. Es gebe einen Unterschied zwischen Tierschutz und Verwaltungsvorschriften.