Brennende Windkraftanlagen können nicht mehr gelöscht werden. Die Feuerwehr muss in solchen Fällen nahezu tatenlos zusehen. Das zeigt ein Totalschaden vor wenigen Tagen in Basedow bei Prenzlau.
Schwarze Fetzen wehen über die Felder. Zwei der drei Rotorblätter sind fast gänzlich verschwunden. Vom Maschinenhaus ist ein schwarzes Gerüst übrig geblieben. Es gibt den Blick auf verkohlte Elektroanlagen frei. Das Windrad bei Basedow ist hinüber. Vermutlich wegen eines technischen Defekts geriet sie in Flammen. Eine Autofahrerin bemerkte den Brand. Doch die herbeigerufene Feuerwehr konnte nichts weiter ausrichten, als die Umgebung zu sichern. Und sich vor herabfallenden Teilen zu schützen.
"Für die Kameraden der Feuerwehren ist eine Brandbekämpfung fast unmöglich, da sich das Maschinenhaus immer in großen Höhen befindet", erklärt Bernd Brandenburg, Beigeordneter des Landrates. "Die Feuerwehr hat keine entsprechende Technik, um diese Höhen zu erreichen. Eine Brandbekämpfung ist nur im Turmfuß an der Trafostation sowie am Boden möglich."
Auf solche Gefahren haben die Gegner von Windkraftanlagen schon seit Jahren aufmerksam gemacht. Auch Feuerwehrleute kritisieren immer wieder fehlende Brandschutzmöglichkeiten. Ein Feuer in der Gondel eines Windrads richtet enorme materielle Schäden an. Die Strommühlen werden immer größer und teurer. Sie kosten inzwischen mehrere Millionen Euro.
Das Windrad in Basedow ist bereits in die Jahre gekommen. Es stammt aus der Mitte der 90-er Jahre und wurde bereits 1993 nach entsprechendem Baurecht genehmigt. Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - heutzutage Genehmigungsbehörde für die meisten Windräder - kann daher über mögliche Brandschutzauflagen keine Angaben machen. Die Behörde verweist auf den Landkreis, der "ohnehin für den baulichen Brandschutz zuständig ist". Tatsächlich wird die Kreisverwaltung während des Genehmigungsverfahrens befragt. Die Fachleute müssen eine Stellungnahme abgeben. Der Betreiber der Anlage hat ein Brandschutzkonzept vorzulegen und befahrbare Wege zu den Windrädern einzurichten.
Zu den Auflagen gehören Feuerlöscher in der Gondel und im Turmfuß. Bei Reparaturarbeiten sind Schutzabschirmungen vorzusehen. Entsteht dennoch ein Feuer, muss die Anlage evakuiert und vom Netz genommen werden. "In neuen Anlagen besteht die Möglichkeit, ein automatisches Löschsystem mit einzubauen", so Bernd Brandenburg.
Doch die Feuerwehren bleiben auch dort weiterhin hilflos. Die Gefahr steigt in den Sommermonaten. Herabstürzende Teile könnten schnell trockene Felder in Brand setzen und die Ernte vernichten. Noch schwieriger wird es in Nutzwäldern. Auch hier dürfen künftig Strommühlen stehen. "Ein Windrad mit mehr als 200 Metern Höhe und Wind mit Stärke drei bis vier oder intensiver", malt Hans-Jürgen Klemm, Sprecher der Bürgerinitiative "Hände weg vom Liepnitzwald", das Szenario aus. "Wie weit fliegen solche brennenden Plastikteile und Funken und wie schnell entwickelt sich ein Gipfelbrand oder Flächenbrand? Wie viel Zeit bleibt bis zur Alarmierung und Evakuierung von hunderten Patienten und Einwohnern?" Klemm sieht gerade in den waldreichen Gebieten rund um Wandlitz und Prenden größte Gefahren für nahe liegende Orte.