Inzwischen hat auch der Kreistag den von der Landesregierung vorgelegten Referentenentwurf eines Kreisneugliederungsgesetzes komplett durchfallen lassen. In einer Stellungnahme macht die Uckermark auf besondere Schwächen und unklare Regelungen aufmerksam. Dabei geht es um ungeklärte Personalfragen, um die Amtszeiten von Wahlbeamten, um Investitionen, die Finanzierung der Neugliederung und um die paritätische Besetzung des neuen Kreistages für einen Übergangszeitraum. Fazit: Der vorgelegte Gesetzentwurf sei keine taugliche Grundlage für eine interessengerechte Kreisneugliederung.
Die Uckermark-CDU, die ohnehin seit Monaten gegen die Reformpläne landesweit zu Felde zieht, hat in einer extra formulierten Stellungnahme ihre Position noch einmal verdeutlicht. Ihr geht es nicht nur um die bloße Gesetzesregelung und damit um das Wie der Reform, sondern um die komplette Ablehnung einer erneuten Fusion von Landkreisen.
Beide Schreiben sind dem Land nach Beschlussfassung im Kreistag zugestellt worden. Das begrüßen die Unternehmer der Region. "Wir warnen bereits seit Ende vorigen Jahres vor einer übereilten und schlecht organisierten Kreisgebietsreform. Wir freuen uns, dass der Kreistag jetzt weitgehend unseren Kritikpunkten gefolgt ist", so Unternehmerpräsident Siegmund Bäsler nach der Entscheidung des Kreistages.
In den Städten der Uckermark ist die Sicht auf die Reform verschieden. Sie reicht von völliger Ablehnung in Prenzlau bis zur vollen Zustimmung in Templin. Auch Schwedt ist nicht abgeneigt, während es aus Angermünde bisher keine Stellungnahme gibt.
Der Barnim hat sich ebenfalls kritisch zum vorliegenden Gesetzentwurf geäußert. Er würde entsprechend der Reformpläne zum Großkreis Barnim-Uckermark zusammengelegt. Eine eindeutige politische Stellungnahme zur generellen Ablehnung dieser Fusion gibt es jedoch aus beiden Kreisen nicht.