Auf entspannte wie rücksichtsvolle Fans hoffte der SV Lindow-Gransee, für glückliche Fans wollte er selbst sorgen. Beides ging auf.
Zum Auftakt der 2. Volleyball-Bundesliga trugen die Zuschauer die coronabedingten Veränderungen in der Granseer Dreifelderhalle gelassen mit. Sie freuten sich auf Volleyballsport. Und sie bekamen „Spitzen-Volleyball zu sehen“, strahlte Manager Dirk Schmidt nach dem 3:1-Erfolg der Grün-Weißen über Bitterfeld-Wolfen. Was die Hausherren, und mit Abstrichen auch die Gäste, nach so langer Pause (seit März) aufs Parkett zauberten, war allen Ehren wert. Dirk Schmidt weiß um den wichtigen Faktor der Zuschauer-Unterstützung. „Der war auch diesmal wieder da. Wir sind froh über die Gegebenheiten, die uns die Dreifelderhalle bietet. Diese Möglichkeiten haben nicht viele Vereine. Unser Konzept ging auf. Die Halle war voll.“ 250 Fans durften es maximal sein. Nur ein paar wenige Stühle blieben leer.

Zugang Mohamed gibt Debüt

Der Corona-Meistersechser, ein offizieller Titel blieb dem Saisonabbruch-Spitzenreiter Lindow-Gransee seitens des Verbandes verwehrt, setzte sogleich die ersten Akzente. Romula Galiao sorgte für den ersten Saisonpunkt. Es folgte ein ausgeglichener erster Satz mit einer ersten Zwei-Punkt-Führung für das Heimteam beim Stand von 14:12. Als die Gäste beim Stand von 20:17 einen Angriff ins Aus setzten, war die Vorentscheidung in diesem Durchgang gefallen. Zwar sorgte eine Aufschlagserie von Bitterfelds Mirko Schneider noch einmal für unerwartete Spannung (22:21), doch dann war einmal mehr auf Lindows Blockmonster Paul Boock Verlass. Er zeigte sich bereits in Top-Form.
Im zweiten Satz kämpften sich die Gäste aus Sachsen-Anhalt regelrecht ins Match. Sie zeigten eine deutlich bessere Feldabwehr und hatten das eine oder andere Mal auch das nötige Ballwechsel-Glück. Beim Stand von 18:20 aus Lindower Sicht setzte Trainer Peter Schwarz noch einmal einen Impuls. Er brachte Zugang Omar Mohamed. Doch dessen Aufschlag landete im Netz. Die Gäste waren im Flow, zeigten richtig guten Volleyball. „In dieser Phase haben wir richtig gut mitgehalten“, befand VC-Coach Jorge Munari. „Vielleicht haben meine Jungs dann etwas Angst davor gehabt, was möglich ist. Denn hier wäre mehr drin gewesen“, so seine Einschätzung.

Dickes Lob vom Trainer

Auch Heimtrainer Peter Schwarz hatte etwas Nervosität ausgemacht. „Aber insgesamt hat es meine Mannschaft gut gemacht. Der Gegner hat unsere Fehler brutal ausgenutzt. Etwas Sand war schon noch im Getriebe.“ Dann holte Schwarz kurz Luft: „Aber hintenraus hat Lukas Hebling die Rakete gezündet. Wir haben den vierten Satz super dominiert.“
Bereits zu Beginn des dritten Satzes war bei Schwarz das Lächeln zurück. Sein Team brachte wieder deutlich mehr Power und Entschlossenheit aufs Parkett. Teilweise bekamen die Fans spektakuläre Ballwechsel geboten. Und dann griff SV-Trainer Schwarz erneut in die Trickkiste. Er brachte Robin Hafemann beim Stand von 16:17 aus Lindower Sicht. Was folgte? Punkt Hafemann. Ass Kapusniak. Punkt Hafemann – 19:17. Da staunte auch der Ex-Lindower Wito Krüger aus dem Meisterteam 2015, der als Zuschauer vor Ort war. Mit 25:22 ging dieser Durchgang an die Hausherren. Die Fans ballten erleichtert die Fäuste.

Adamowicz erhält Auszeichnung

Der vierte Satz wurde dann zum Schaulaufen der Lindow-Granseer, die wie im Rausch spielten. Vor allem Lukas Hebling drehte mächtig auf. Seine Aufschläge sind ohnehin eine Waffe. Aber er zeigte sich auch am Netz wild entschlossen. Dazu gesellte sich Piotr Adamowicz, der stets zwischen Genie und Wahnsinn agierte, aber unfassbar abgezockt wirkte. Er wurde schließlich auch zum MVP auf Seiten der Gastgeber gewählt. Bei Bitterfeld-Wolfen erhielt Lukas Pockrandt diese Auszeichnung.

Volleyball 2. Bundesliga


SV Lindow-Gransee -
VC Bitterfeld-Wolfen 3:1
Sätze: 25:21, 23:25, 25:22, 25:12
Zuschauer: 213
MVP: Piotr Adamowicz (Lindow-Gransee), Lukas Pockrandt (Bitterfeld-Wolfen)
Lindow-Gransee: Hebling, Schlag, Pomerenke, Stadie, Kapusniak, Hafemann, Adamowicz, Galiao, Mohamed, Freytag, Boock, Göbert, Trainer: Peter Schwarz
Bitterfeld-Wolfen: Schneider, Eisel, Schüller, Warzxwoda, Mischke, Pockrandt, Madjunkov, Poole, Kowalewski, Krüger, Marszalek, Trainer Jorge Ricardo Munari

1. Spieltag:
Lindow-Gransee - Bitterfeld-W. 3:1
Mondorf - Moers 3:1
Essen - Braunschweig 3:2
Bocholt - Neustrelitz 1:3
Baden - Warnemünde 3:0
Schüttorf - Kiel 0:3