Canadier-Junior Fabien Schatz aus Schwedt und Kajak-Spezialistin Saskia Regorius aus Schönow (Altersbereich U 23) hatten sich für die deutsche Auswahl zum Saisonhöhepunkt dieser beiden Altersklassen qualifiziert und flogen zur Weltmeisterschaft ins bulgarische Plowdiw. Während der Oderstädter am Ende stolz zwei Bronzemedaillen mit auf die Heimreise nehmen konnte, verpasste Regorius das Podest letztlich um eine Winzigkeit.
Fabien Schatz vertrat die deutschen Farben sogar in der C1-Konkurrenz auf der 200 m kurzen Sprintstrecke. In seinem Vorlauf qualifizierte er sich als Zweiter in 42,68 s für das Halbfinale, in dem er wiederum Rang 2 belegte, aber bereits rund zwei Sekunden schneller unterwegs war (40,57 s). Geradezu dramatisch wurde es dann im Endlauf: Während der Russe Nikita Nekrasov in 39,767 s relativ sicher Gold gewann, wurde es dahinter eng: Anuar Akchurin aus Kasachstan war letztlich glücklicher Zweiter in 40,093 s, ehe Fabien Schatz und Vitali Asetzki tatsächlich auf die Tausendstel Sekunde gleich nach 40,190 s die gedachte Ziellinie überquerten und bei der Siegerehrung jeweils Bronzemedaillen in Empfang nehmen konnten.
Viereinhalb Stunden nach diesem dramatischen Finale saß der in Potsdam trainierende Schatz bereits wieder im Boot – nämlich im deutschen Canadier-Vierer zusammen mit Roar Benecke und Tom Lucas Hinz sowie Florian Köppen (alle ebenfalls KC Potsdam). Diesmal ging es über 500 m und der Vorlauf erbrachte abermals Platz 2 in 1:37,397 min hinter dem russischen Boot. Das setzte sich tags darauf in 1:32,235 min auch im Finale knapp vor den Ukrai-­nern (1:32,760 min) durch. Bronze aber ließ sich das deutsche Quartett, das fast vier Sekunden schneller als im Vorlauf unterwegs war, nicht nehmen – allerdings wiederum hauchdünn, nämlich weniger als eine Zehntelsekunde vor Ungarn. Fabien Schatz war so zweifacher WM-Bronzemedaillen-Gewinner!
Bei strahlendem Sonnenschein und extremer Hitze war auch Saskia Regorius aus Schönow mit ihrem Team zur Kanu-WM geflogen. Sie hatte sich nach einem Jahr intensiven Trainings am Stützpunkt des KC Potsdam und in zwei Sichtungen für das Championat in Bulgarien qualifiziert. Im U-23-Kajak-Vierer über 500 m fuhren neben Saskia drei Mädels aus Essen und Karlsruhe. Durch einen souverän gewonnenen Vorlauf mit der drittbesten Zeit aller Boote (1:34,946 min) und der dadurch direkten Qualifikation für den Endlauf waren die Anspannung und auch die Erwartungen der Mädels vor dem Finale sehr hoch.
„Das deutsche Boot zeigte einen super Start, der hoffen ließ“, berichtet Saskias Vater Karsten Regorius. Mit viel Krafteinsatz konnte das Quartett den Anschluss zur Spitze über die Strecke halten. Auf den letzten 50 Metern habe sich das deutsche Boot immer mehr Richtung Podest geschoben. „Mitgereiste deutsche Fans, Trainer und Vereinskameraden feuerten den Vierer lautstark an.
Nach dem Zieleinlauf herrschte eine unerträgliche Stille, ehe das Ergebnis angezeigt wurde: Leider hatten die deutschen Kanutinnen den dritten Platz um 16 Hundertstel Sekunden verpasst und kamen nach Ungarn, Polen und Russland ins Ziel“, schreibt Regorius. Enttäuschung pur machte sich breit. „Trotzdem: Es war ein echt starkes K4-Rennen, auch wenn es diesmal nicht für eine Medaille reichte.“
In drei Wochen steht der nächste große Höhepunkt auf dem Programm: Bei den Senioren geht es im portugiesischen Montemor-o-Velho um die WM-Medaillen. Der offizielle Meldeschluss dafür ist am 15. August. Deshalb gibt es keine hundertprozentige Garantie, aber die uckermärkischen Kanusport-Fans hoffen sicher wieder auf den erfolgreichen Start ihrer Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vandrey – die mussten sich allerdings in diesem Jahr auch schon einmal der Konkurrenz aus dem eigenen Land geschlagen geben. Warten wir also die Entscheidungen des Verbandes ab, wer vom 23. bis 26. August dabei ist.
Nur eine Woche später gibt es dann in Hamburg die Deutschen Meisterschaften. Dabei wird ein Schwedter Trio im Nachwuchs ein Mammutprogramm absolvieren. Kajak-Spezialist Moritz Schlomsky (Jahrgang 2002), der bei Sandra Leyba im Heimatverein trainiert, ist für den Einer über 500 m, die Zweier über 500 und 1000 m, den Vierer über 500 m sowie den Langstrecken-Einer (5000 m) vorgesehen. Die Canadier-Fahrer Tim Marquardt und Chantal Tornow (beide 2004) absolvieren den Mehrkampf aus Athletik und Bootsdisziplin und werden zudem mehrere Rennen bestreiten, unter anderem gemeinsam im Mixed-Achter über 500 m. Bei den Älteren werden auch Fabian Dietrich, Fabien Schatz und sicher auch Sebastian Brendel und Jan Vandrey starten.