Jedes Jahr 1500 Tonnen CO 2 weniger zu emittieren, sieht Gagel als ein realistisches Ziel. Er führte allein fünf Maßnahmen auf, mit denen dies bereits übertroffen wird. Summa summarum würden dann 2122 Tonnen weniger CO 2 in die Luft geblasen.
So soll das Heizwerk Mitte in der Hegermühle mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet werden. Einsparpotenzial: gut 2000 Tonnen. Immerhin knapp 50 Tonnen könnte eine "Optimierung der Fahrweise" im Strausbad bringen, hat eine Untersuchung von Experten der Stadtwerke und der EWE in der Schwimmhalle ergeben. Die damit verbundene Energieeinsparung von zehn Prozent soll durch Veränderungen bei Lüftungs- und Klimatechnik erreicht werden, hieß es. Fred Thal-eiser, Chef der Strausberger Bäder GmbH, soll das Material in der nächsten Woche bekommen. Er werde es sich genau ansehen. "Wenn durch niedrigere Temperaturen unterm Strich Gäste vergrault würden oder die Wasserqualität leidet, geht das natürlich nicht", sagte er.
Ein Minus von 13 Tonnen CO 2 soll die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach des Heizkraftwerks Nord bringen. Sie sei mit einer Leistung von 30 Kilowatt gegenüber anderen Projekten, die derzeit diskutiert würden, eher bescheiden. Allerdings hält Gagel Solaranlagen zur CO 2 -Einsparung für nicht sonderlich geeignet: Nach seiner Rechnung werde für eine Tonne Einsparung eine Investition von fast 7700 Euro benötigt. Effektiver sei da das Blockheizkraftwerk mit nur 700 Euro pro Tonne CO 2 , führte er an.
Einen großen prozentualen Spareffekt hat der Ersatz der alten Touristinformation am Lustgarten durch den neuen Pavillon gebracht. In dem neuen Gebäude werde nur noch ein Viertel des Energiebedarfs aus den Vorjahren anfallen. Allerdings ist die Einsparung in absoluten Zahlen mit acht Tonnen jährlich vergleichsweise gering. Drei Tonnen könnten Veränderungen im Café Kunze bringen. Inhaber Sven Blaß und die Stadtwerke sind dort im Gespräch über ein Mini-Blockheizkraftwerk und den Einsatz von Brennwerttechnik.
Für die Zukunft hält Gagel das Ziel von einem Prozent ebenfalls für realistisch. "Es wird mal größere und mal kleinere Projekte geben und zum Ende der Periode dürften die Sparpotenziale geringer sein, aber die technische Entwicklung schreitet ja voran", blickte er voraus. Zudem warnte er davor, "auf Teufel komm raus nach erneuerbaren Energien zu schreien". Er legt mehr Augenmerk auf Verbrauchsverhalten und vorhandene Technik.
Was alles in Sachen Energie und Haus machbar ist, soll auf der ersten Strausberger Energiemesse vom 7. bis 9. Mai auf dem Flugplatz gezeigt werden. Vergleichbare Messen gebe es in Ostdeutschland nur wenige, so Michael Schulze, Chef der Messe Potsdam, die sich um die Vorbereitung kümmert. Gezeigt werden sollen unter anderem Dämmstofftechniken, Heiztechnologien und Wärmerückgewinnungsanlagen. Weitere Schwerpunkte der Messe werden Energieberatung, kommunale Energieeinsparung, nachhaltige Mobilität (Gas-, Elektro-, Solarautos), Umweltbildung und umweltfreundliche Energieerzeugung sein. Schulze ist sich bewusst, dass es eine regionale Messe wird. Um das Besucherinteresse zu steigern, wird sie mit einem Flugplatz-Fest am 8. und 9. Mai verknüpft.
Bereits zuvor wird die zweite Energie-Effizienz-Konferenz stattfinden. Bei der könnte es auch erste Auswertungen zum Einsatz intelligenter Stromzähler, der "Smartmeter", geben. Bislang sind ein Dutzend dieser Geräte als "Feldversuch" in Strausberger Gebäuden installiert.