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Neue Förderprogramme sollen Langzeitarbeitslosen helfen

Arbeit gibt es für Brandenburger oft nur in Minijobs oder Teilzeit

Arbeit gibt es für Brandenburger oft nur in Minijobs oder Teilzeit
Arbeit gibt es für Brandenburger oft nur in Minijobs oder Teilzeit © Foto: ddp/Federico Gambarini
dapd / 19.11.2012, 17:34 Uhr
Potsdam (dapd) Brandenburger müssen sich bei der Arbeitssuche häufig mit einem Minijob, Leih- und Teilzeitarbeit oder befristeten Verträgen zufriedengeben. In den vergangenen 15 Jahren stieg der Anteil der Erwerbstätigen in diesen atypischen Beschäftigungsverhältnissen von 19 auf 36 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht 2011/12 des Arbeitsministeriums und der Agentur für Arbeit Berlin-Brandenburg hervor, der am Montag in Potsdam vorgestellt wurde. Demnach stieg allein die Zahl der Leiharbeiter seit Anfang 2010 um 2.337 auf 17.637 Beschäftigte im ersten Halbjahr 2011.

"Dies ist eine Entwicklung, die uns große Sorge bereitet", sagte Arbeitsminister Günter Baaske (SPD). Zugleich appellierte er an die Unternehmen, den Trend zu stoppen. "Wer qualifizierte Fachkräfte im Land halten oder gewinnen will, muss attraktive Vollzeitstellen anbieten, von denen die Beschäftigten gut leben können", sagte der Arbeitsminister.

Baaske betonte, dass auch die Zahl der Erwerbstätigen in sozialversicherungspflichtigen Jobs gestiegen sei. 2011 hatten 775.988 Menschen eine solche Arbeitsstelle. Das ist laut Bericht ein Zuwachs von 1,5 Prozent gegenüber 2010. Die Arbeitslosenquote lag den Angaben nach im Oktober mit 9,3 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Programme für Langzeitarbeitslose

Wenig Bewegung gibt es dem Bericht zufolge jedoch bei den Langzeitarbeitslosen. 35,8 Prozent der Arbeitslosen waren 2011 bereits ein Jahr ohne Arbeit. Mehr als die Hälfte von ihnen war sogar mehr als zwei Jahre arbeitslos gemeldet. "Es gibt auch Fälle, wo Personen seit zehn Jahren keine Arbeit haben", sagte Baaske.

Um diese Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, haben Ministerium und Arbeitsagentur verschiedene Förderprogramme aufgelegt. Eines beinhalte zunächst eine sechsmonatige individuelle Betreuung der Langzeitarbeitslosen, sagte der Chef der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, Dieter Wagon. Betriebe, die den Beschäftigten danach eine reguläre Stelle gäben, könnten einen Lohnkostenzuschuss von bis zu 75 Prozent erhalten. "Arbeitssuchenden müssen wir auch eine zweite Chance für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geben", sagte Wagon.

Junge Fachkräfte ausbilden

Angesichts des demografischen Wandels stehe dem märkischen Arbeitsmarkt ein großer Umbruch bevor, sagte Baaske: "Der Fachkräftebedarf wird in den kommenden Jahren deutlich steigen." Deshalb müssten die Betriebe beginnen, Jugendliche auszubilden und "durch attraktive und vor allem familienfreundliche Arbeitsplätze Fachkräfte zu gewinnen".

Problematisch bei den Ausbildungsplätzen seien deutliche Unterschiede zwischen den Landkreisen, sagte Baaske. So habe es 2011 etwa in der Uckermark nur 45 Lehrstellen für 100 Bewerber gegeben, während es in der Prignitz 135 Angebote für 100 Schulabgänger gab. "Es ist nicht ersichtlich, warum es diese deutlichen Unterschiede gibt", sagte Baaske. Zudem kritisierte er, dass nur die Hälfte der zur Ausbildung berechtigten Betriebe überhaupt Lehrstellen anbiete.

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