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Bergbauhalde wird zu Rohstoffquelle

11.02.2013, 20:20 Uhr
Altenberg (dpa) Eigentlich ausgediente Bergbauhalden geraten in Zeiten steigender Rohstoffpreise wieder in den Fokus. Am Montag haben auf einer Halde des früheren Zinnbergbaus im sächsischen Altenberg (Osterzgebirge) Probebohrungen begonnen. Mit ihnen wollen Forscher und Partner aus der Wirtschaft erkunden, ob der Abraum Metalle wie Indium und Germanium oder seltene Erden enthält. Denn früher galt der Bergbau in dieser Region allein dem Zinn, der Rest kam auf die Halde.

"Unser Ziel ist es, die Halden in ihre genauen Bestandteile aufzuschlüsseln", erklärte Projektkoordinator Philipp Büttner. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen sollen Verfahren zum effizienten und umweltschonenden Abbau der wertvollen Rohstoffe entwickelt werden. Außerdem ist ein Kataster geplant, in dem Informationen zur geografischen Lage und den Eigentumsverhältnissen der Halden, zur Herkunft des Materials sowie zum Wertstoffgehalt eingetragen sind. Gleiches gilt für mögliche Abbauverfahren, Technologien zur Aufbereitung und deren Kosten.

Ob aus dem Projekt am Ende tatsächlich ein neuer Bergbau folgt, steht noch in den Sternen. Die Erkundungen sollen erst im Herbst 2015 abgeschlossen werden. "Momentan machen wir lediglich eine Bestandsaufnahme", sagte der Projektleiter.

Das Vorhaben läuft in Regie des Freiberger Helmholtz-Institutes für Ressourcenforschung. Auch in Freiberg und Ehrenfriedersdorf werden Halden erkundet. Die Probebohrungen gehören zu einem Programm des Bundesforschungsministeriums.

Im Erzgebirge wurde über Jahrhunderte hinweg Bergbau betrieben. Mancherorts ist der Boden durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Dominierend sind polymetallische Lagerstätten. Sie enthalten neben einem Hauptmineral wie Zinn oder Wolfram noch andere Metalle in geringerer Konzentration. Doch genau dieser Umstand macht sie heute interessant. Da sie selten vorkommen, sind sie wertvoll.

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