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Die Verwandlung geht weiter

Von Kasernen zu Bürogebäuden: Das zukünftige Amtsgericht mit fertiggestelltem Dach (links) und die Staatsanwaltschaftszweigstelle als Beispiele für Konversion in Südend.
Von Kasernen zu Bürogebäuden: Das zukünftige Amtsgericht mit fertiggestelltem Dach (links) und die Staatsanwaltschaftszweigstelle als Beispiele für Konversion in Südend. © Foto: Andreas Gora
Marco Marschall / 05.11.2016, 05:43 Uhr
Eberswalde (MOZ) Mit einer Abschlussveranstaltung im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio ging in dieser Woche der brandenburgweite 19.Konversionssommer zu Ende. In Eberswalde ist die Umnutzung einstiger Militärflächen weit vorangeschritten. Doch schwarze Flecken bleiben.

Wo einst das Bekleidungslager und die Wäscherei der Sowjetischen Streitkräfte stand, rollen heute Einkaufswagen statt Militärfahrzeuge. Ende September wurde an der Heegermühler Straße das Westendcenter eröffnet. Es ist nur ein Beispiel für gelungene Konversion in der Waldstadt, also der Umnutzung einstiger Militärflächen.

In Eberswalde umfasste die Größe dieser Flächen 1990 noch 18 Prozent des gesamten Stadtgebiets, erläuterte Baudezernentin Anne Fellner am Donnerstag im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio. 1700 der 9400 Hektar Stadtfläche waren Kasernen, Truppenübungsplätze und anderweitig von den Armeen genutzte Standorte. Allein auf 20 hatten sich bis zur Wende Sowjetische Streitkräfte niedergelassen. Die Nationale Volksarmee war bis 1992 mit drei Dienststellen vertreten.

Seit Mitte der 90er-Jahre wurde aufgeräumt. Im Wohngebiet "Märkische Heide", einstige Offizierswohnsiedlung und eines der ersten Konversionsprojekte, stehen heute 170 Eigenheime. Der Wohnpark Finow, vormals Teil des Militärflugplatzes, zählt 16 Eigenheimgrundstücke. Das Wohngebiet Ostender Höhen, früher Übungsplatz sowie Fahrschulstrecke für Lkw und Kettenfahrzeuge, und der ehemalige Kasernenkomplex, heute Wohngebiet Tramper Chaussee und Landesbehördenzentrum sind ein weitere Beispiele.

Und es wird fleißig weiter umgewandelt. Hinter dem Westendcenter soll ein weiteres Wohngebiet entstehen. Ein Investor will dort bauen. Darüber hinaus könnte das Projekt "Barnimhöhe" schon im kommenden Jahr soweit abgeschlossen werden, dass Häuslebauer auf der Fläche starten können. 2014 wurde das Konversionsvorhaben an der Heinrich-Heine-Straße, Ecke Bernauer Heerstraße angeschoben. Erschließung und Parzellierung könnten in den ersten Monaten des kommenden Jahres abgeschlossen werden. "Im zweiten Quartal 2017 soll die Vermarktung beginnen", sagte Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG), in deren Verantwortung die Umwandlung des ehemals sowjetischen Kasernengeländes liegt. Ein Unterfangen, das nach Verkauf der Grundstücke eine schwarze Null bringen könnte, äußerte sich die BBG-Geschäftsführerin zu den Kosten. "Ansonsten ist Konversion ein Defizitgeschäft", betonte Hendrik Fischer, Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Energie. Dort ist man stolz darauf, dass von den rund 100000Hektar Militärfläche, die der Bund an das Land Brandenburg übertrug, mittlerweile 93 Prozent einer zivilen Nutzung zugeführt werden konnten. Die letzten Meter aber würden sich zunehmend schwierig gestalten, hieß es. Die Gründe liegen neben der Kontaminierung mit Munition und Altlasten im Denkmalschutz bestimmter Gebäude- und Flächenensembles.

Wie lange das Thema das Land noch beschäftigen wird, ist nicht abzusehen, machten die Beteiligten deutlich. Und auch auf kommunaler Ebene sind Vorhersagen schwierig. "Die innerstädtischen Flächen schaffen wir in den nächsten Jahren, aber für die Waldflächen und das Drumherum lässt sich keine Aussage treffen", so Anne Fellner. Auch Teiche im Gebiet "Märkische Heide" konnten innerhalb des dortigen Konversionsprojektes beispielsweise noch nicht beräumt werden.

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