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Ein eigener Tarif ist das Endziel

Weiß auf rotem Grund: Die Gondeln der zwei Bürger-Windmühlen unterscheiden sich optisch von anderen Windrädern.
Weiß auf rotem Grund: Die Gondeln der zwei Bürger-Windmühlen unterscheiden sich optisch von anderen Windrädern. © Foto: Heinz Kuflewski
Gabriele Rataj / 23.06.2017, 06:31 Uhr
Rehfelde (MOZ) Jetzt sind sie komplett. Am Mittwoch ist auch die zweite Windkraftanlage der Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie fertig montiert worden. Damit können die beiden sogenannten Bürger-Windmühlen, wie geplant, ab diesem Sommer Strom produzieren.

Das weiße Logo mit dem Namen der Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie leuchtet auf dem roten Untergrund der Gondeln am oberen Ende der Bürger-Windmühlen. In der vergangenen Woche wurde der 170-Meter-Kran demontiert und umgesetzt, damit er auch an der zweiten Windkraftanlage seine Arbeit zur Installierung der letzten nötigen Bestandteile zur Energieerzeugung verrichten konnte.

Die beiden Windkraftanlagen am östlichen Rand des Windfeldes 26 zwischen den Rehfelder Ortsteilen Zinndorf und Werder sind zwei nicht mehr zu übersehende Resultate eines fünfjährigen Prozesses in der Gemeinde. Er soll den Ort bzw. die in der Genossenschaft vereinten 223 Mitglieder - darunter die Gemeinde selbst - weniger abhängig von Energiekonzernen machen, den Einsatz regenerativer Energien vorantreiben und dabei letztlich einen möglichst verträglichen eigenen Strompreis ermöglichen.

So war die Vision einiger weniger am Anfang. Und sie hat Gestalt angenommen. Auf dem Dach der Turnhalle an der Grundschule produzierte die Photovoltaikanlage (PVA) der Genossenschaft im vergangenen Jahr mehr als 54 000 Kilowattstunden Strom. "Das entspricht einer Einsparung von 37,9 Tonnen CO2", sagte REE-Vorstandsvorsitzender Bernd Bechly kürzlich zur Generalversammlung der Genossenschaft.

Damit nicht genug. Im Jahresbericht des Vorstands wurde auf weitere Projekte in diesem Sektor verwiesen. So soll auf dem Dach des Kita-Anbaus, der gegenwärtig entsteht, eine solche Anlage platziert werden und noch 2017 in Betrieb gehen. Vorstellbar wären laut Vorstandsbericht solche auch auf dem Rewe-Markt, der in Rehfelde geplant ist, oder auf der Buckower Grundschule.

Den Meilenstein schlechthin stellen indes die beiden Windenergieanlagen dar, deren Bau im Dezember 2016 begonnen worden war. "Dass wir für diese Zehn-Millionen-Euro-Investition zuerst einmal einen Kredit von neun Millionen Euro gewährt bekamen und auch die eine Million Euro Eigenanteil zusammenbekamen, das macht uns schon stolz", sagte Heinz Kuflewski vom REE-Aufsichtsrat. Es zeige auch, "wenn die Rehfelder wissen, dass es eine gute Sache ist, dann sind sie auch bereit, zu zahlen".

Was dazu an Vorarbeiten notwendig war, was in rein ehrenamtlicher Arbeit(!) von den Hauptakteuren in der Genossenschaft gestemmt wurde, ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar, nötigt den Mitgliedern aber Hochachtung ab. Schon das Bautagebuch auf der REE-Internetseite legt Zeugnis vom ständigen Beisein mindestens eines REE-Vertreters während der Bauphase vor Ort ab.

Wann kriegen wir unseren Strom? Auf diese Frage konnte zur Generalversammlung trotz Abschluss aller nötigen Verträge und Versicherungen noch keine Antwort gegeben werden. Der erzeugte Strom werde ins Netz eingespeist, diese Daten zunächst erfasst, erklärte Heinz Kuflewski. "Ein Rehfelder Tarif ist in jedem Fall unser Endziel."

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