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Ob Tumorerkrankung, Unfallverletzung oder Wunsch nach Schönheit - Meikel Vesper gilt als Experte für plastische Operationen

Der Ästhet unter den Chirurgen

© Foto: GLG
Viola Petersson / 03.02.2014, 06:58 Uhr
Eberswalde (MOZ) Er zersägt Knochen, bricht Kiefer, setzt den Meißel an. Schönheit klingt anders. Und doch arbeitet Meikel Vesper an der Schönheit. Für die Schönheit. Es ist ein filigranes Werk. Und der Chefarzt vom "Forßmann" gilt als Meister seines Fachs.

An der Wand seines kleinen Büros unterm Dach hängen viele Urkunden und Zertifikate. Auf ein Dokument ist Privatdozent Dr. Dr. Meikel Vesper besonders stolz. Es weist ihn als Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin aus und trägt die Unterschrift von Professor Dr. Werner Mang, des Präsidenten. "Da kannst du nicht einfach eintreten. Da wirst du nur auf Empfehlung aufgenommen", erklärt Dr. Vesper.

Der Chefarzt der Eberswalder Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gehört also zu einem erlauchten Kreis. Mit dem als "Schönheitspapst" geltenden Chirurgen vom Bodensee will sich Vesper dennoch nicht vergleichen. "Wenn ich als Schönheitschirurg hätte Karriere und Geld machen wollen, wäre ich in Hamburg geblieben", sagt Vesper salopp.

Doch Vespers Anspruch ist ein anderer: "Ich bin Arzt. Ich will heilen, Menschen helfen." Und zwar allen, nicht nur den Gutbetuchten, "sondern eben auch dem Bauern". Genau deshalb habe er vor neun Jahren das Angebot im Barnim angenommen und ist von der Alster an die Schwärze gewechselt. In der hiesigen Klinik könne er ärztliches Ethos und Patienten-Wünsche miteinander verbinden.

Zumal in seinem "Fach", der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Medizin und Ästhetik aufeinandertreffen wie in kaum einem anderen. "Wobei man ganz klar sagen muss, dass etwa 85 Prozent aller Eingriffe, die wir hier in Eberswalde durchführen, medizinisch angezeigt sind. Lediglich 15 Prozent sind Schönheitsoperationen."

Der Alltag sei viel härter und schonungsloser als vielleicht ein paar zu viele Falten im Gesicht oder eine schiefe Nase. Dr. Vesper und seine Mannschaft - der Chef spricht selbstbewusst und anerkennend von einem "gnadenlos guten Team" - behandeln Patienten mit Tumoren, Unfallopfer, Menschen mit Deformationen im Kiefer. "Wir decken das gesamte Spektrum unserer Disziplin ab - vom Entfernen der Weisheitszähne bis zur Behandlung von schwersten Verletzungen im Gesicht." Das sei klinische Realität. Gerade bei Tumoroperationen sowie bei Unfallopfern seien auch plastische Fähigkeiten gefragt. Das menschliche Antlitz - es ist aus Sicht der Patienten eben einer der sensibelsten Bereiche.

Weshalb Vesper durchaus auch Patienten verstehen kann, die eigentlich gesund sind und "nur" eine Korrektur, eine Verjüngung wünschen. Bloße Eitelkeit? "Ich glaube, es geht um Wohlbefinden und um mehr Lebensqualität", so die Erfahrung des Chirurgen. "Dieser Wunsch ist nachvollziehbar und legitim." Und mit seiner ärztlichen Kunst kann er helfen, Spuren des Alterns zu reduzieren oder kleinere "Schönheitsmakel" zu beheben.

Der häufigste Eingriff im Bereich der ästhetischen Chirurgie, den er durchführt, sei eine Lidstraffung. Die Beseitigung der "Schlupflider" (eine Folge von Gewebeerschlaffung). Die Operation sei keine große Sache. Sie erfolge ambulant und unter örtlicher Betäubung. Für beide Augen brauche er - bei Oberlidern - im Schnitt nur 70 bis 90 Minuten. "Zwei Stunden später kann der Patient nach Hause gehen." Das "Faszinierende" an der Operation beschreibt der Chefarzt mit den Worten: "Der Erfolg ist sofort zu sehen." Wobei Erfolg für Vesper bedeutet: Natürlichkeit. Der Eingriff und der Einsatz des Skalpells dürfen nicht als solche auffallen. "Wenn Kollegen sagen: Du siehst ja richtig erholt aus. Dann ist es gut gemacht." Dies sei sein Maßstab.

Etwas komplizierter und aufwendiger seien Unterlidoperationen, das Beseitigen von Tränensäcken etwa. "Im Unterlid-Bereich liegt ein Gefühlsnerv. Und die Narbe lässt sich - anders als beim Oberlid - eben nicht verstecken." Deshalb rät der Experte Interessenten, Operateur und Klinik sorgfältig auszuwählen. "Schönheitschirurg kann sich nämlich jeder nennen. Das ist keine geschützte Berufsbezeichnung." Patienten sollten auf die zweijährige Zusatzausbildung in plastischer Chirurgie achten.

Wer legt sich in Eberswalde für ein jüngeres Aussehen unters Messer? "Viele unserer Patienten kommen aus der Region, aus dem Barnim und der Uckermark", sagt Dr. Vesper. Ein klassisches Beispiel sei die Geschäftsfrau oder die Frau in gehobener Position, Altersklasse 50 plus. "Eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht."

Zehn bis 15 Jahre halte bei der Oberlidstraffung der Erfolg an. Und mit 1450 Euro sei die Korrektur durchaus erschwinglich, findet Dr. Vesper. "Das ist ein Komplettpreis, der von der Beratung über die eigentliche OP bis zur Nachsorge alles beinhaltet." Am Bodensee dürfte diese Summe allenfalls für Kost und Logis reichen, ahnt der gebürtige Hesse. Aber der Barnim sei halt kein Laufsteg für die Reichen und Schönen. In puncto Leistung und Qualität jedoch, davon ist Dr. Vesper überzeugt, brauchen er und sein Team keinen Vergleich zu scheuen.

Und wie hält sich der Schönheitschirurg selbst fit? Dr. Meikel Vesper, der von sich sagt "Ich bin noch 54 Jahre jung", setzt im Kampf gegen das Altern vor allem auf gesunde Ernährung und auf Sport. "Radsport, Skifahren, Tauchen, Ausdauertraining beispielsweise. Unter Anleitung eines guten Trainers", verrät der Mediziner. Doch jetzt wartet erst mal der nächste Patient.

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