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Brandenburg
Rekordjahr am Arbeitsmarkt

Jörg Schreiber/dpa / 03.01.2018, 21:09 Uhr
Berlin (MOZ/dpa) Die Arbeitslosenzahl im Land Brandenburg ist zum Jahresende leicht gestiegen, bleibt aber niedrig. Im Gesamtjahr 2017 war die Lage auf dem Arbeitsmarkt so gut wie nie zuvor seit 1990.

Im Dezember waren 87 288 Menschen arbeitslos gemeldet - das waren 1935 mehr als einen Monat zuvor. Der Grund dafür ist, dass zum Jahresende vor allem in witterungsabhängigen Branchen - zum Beispiel im Baugewerbe oder in der Landwirtschaft - weniger Arbeitskräfte nachgefragt werden. Im Vergleich zum Vorjahr aber hat sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessert: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Dezember 2016 um 11 760 gesunken, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte.

Insgesamt zog die Arbeitsagentur ein positives Fazit für das vergangene Jahr in Berlin und Brandenburg: "In beiden Bundesländern war die Lage am Arbeitsmarkt so gut wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung", sagte der Leiter der Regionaldirektion, Bernd Becking. Im Durchschnitt waren im vergangenen Jahr in Brandenburg 92 648 Menschen arbeitslos gemeldet. Der Wert fiel damit "erstmals unter die Marke von 100 000", wie die Arbeitsagentur erklärte. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche das einem Rückgang von 12,2 Prozent.

"Eine Arbeitslosenquote unter der Sieben-Prozent-Marke in einem Dezember gab es in Brandenburg noch nie", betonte auch Arbeitsministerin Diana Golze (Linke). Angesichts der guten Konjunktur und der weiter hohen Nachfrage nach Arbeitskräften dürfte sich dieser Trend auch im Jahr 2018 fortsetzen, wie sie anfügte. Das Ministerium verwies auch darauf, dass im Oktober rund 15 900 Menschen mehr als ein Jahr zuvor eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hatten, insgesamt waren es 846 400 Brandenburger. Wichtig sei, dass von dieser positiven Entwicklung noch mehr Langzeitarbeitslose und Geflüchtete profitieren können.

Zugleich forderte Golze, dass der Bund den finanziellen Spielraum der Jobcenter spürbar verbessert. Das sei notwendig, damit Arbeitssuchende entsprechend der sich ändernden Anforderungen qualifiziert werden können. "Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Gerade durch die zunehmende Digitalisierung gewinnen gute Arbeitsbedingungen sowie Investitionen in Aus- und Weiterbildungen immer mehr an Bedeutung", erklärte die Ministerin.

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) bezeichneten den Rückgang der Arbeitslosenzahlen in der Hauptstadtregion als Erfolgsstory. "In kaum einer anderen Region haben die Unternehmen in den vergangenen Jahren so viele neue Stellen geschaffen", erklärte UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck. Arbeitslosenquoten von nur noch 8,4 Prozent in Berlin und 6,6 Prozent im Land Brandenburg selbst in einem Dezember seien erstaunlich.

Die Zahlen zeigen zugleich, dass die Fachkräfte-Engpässe immer drängender werden, betonte Amsinck. In einigen Branchen würden sie bereits die Entwicklung bremsen. Die Zahl der offenen Stellen gehe massiv zurück. In Brandenburg hätten insbesondere Unternehmen aus den Branchen Gesundheit und Soziales, den wirtschaftsnahen Dienstleistungen und aus dem Handel Probleme, Personal zu finden. "Den Fachkräftebedarf zu sichern, gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben für Unternehmen und Politik. Weniger Schul- und Studienabbrecher, mehr Qualität in der Bildung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind hier wichtige Ansatzpunkte", erklärte Amsinck.

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