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Zwei Storkower Vereine haben einen Wettbewerb um ideen für lebendige Innenstädte gewonnen

Innovation
Die sprechende Stadt

Ina Matthes / 21.03.2018, 06:45 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Zalando liefert die Schuhe, Lieferando das Essen und Netflix das Kino. Der moderne Mensch muss eigentlich nicht aus dem Haus gehen. Für Städte ist das ein Problem. Sie suchen nach Ideen gegen drohende Verödung.

Häuser erzählen Geschichten. Wer durch Storkows Altstadt geht, der soll diese Geschichten künftig hören und sehen können. Das geht einfach: Smartphone zücken und vor ein Schild an einer Hauswand halten, auf dem ein sogenannter QR-Code abgebildet ist. Code scannen und dann erscheint ein Video. In zwei Minuten erzählt die Inhaberin eines Friseurgeschäfts darin etwas über die Geschichte des Gebäudes, über sich, ihr Geschäft.

Mit dieser Idee für eine sprechende Altstadt haben Storkower am Dienstag den Wettbewerb „CityOffensive“ der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg (IHK) gewonnen. Der Verein Alinae Lumr und der Mittelstandsverein Storkows (Oder-Spree) erhielten den ersten Preis und 16 000 Euro. Acht Bewerber hatten beim Wettbewerb mitgemacht, den die IHK mit Unterstützung vieler Partner seit neun Jahren veranstaltet. Im Kern geht es darum, Innenstädte anziehender zu machen. „Attraktive Innenstädte sind ein starkes Kriterium für Ansiedlungen“, sagt Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg. Auch, um Fachkräfte in die Region zu holen, sei das wichtig. Bei der diesjährigen Aktion ging es darum, digitale Technologien zu nutzen, um Innenstädte interessanter zu machen.

Die Storkower wollen mit den QR-Codes zu interaktiven Stadtrundgängen einladen. Die zweitplatzierte Werbe- und Interessengemeinschaft Prenzlau plant eine „Winterzauberwelt“, um eine Lücke zu schließen. Die klafft zwischen Weihnachtsmarkt und Frühjahr. Die ereignisarme Zeit zum Jahrestart soll nun eine Winterwelt mit Eisbahn, Angeboten von Händlern drumherum und  begleitenden Veranstaltungen füllen. Beworben und ergänzt wird das Ganze durch eine Internetplattform. Die steckt auch hinter der Idee, mit der die Händlergemeinschaft Stadt Seelow auf Platz drei landete: der CityGutschein Seelow. Er wird in der Touristinformation zu kaufen sein und für alle Geschäfte der Stadt gelten – von Modeladen bis Wellness-Anbieter. Eine Internetseite informiert über Angebote. Ab Juni soll es den Gutschein geben.

Andere Initiativen wollen ihre Innenstädte mit virtuellen 360 Grad Rundgängen für Besucher und Einheimische interessant machen. Dafür wurde eine Werbegemeinschaft aus Bernau ausgezeichnet. Vier Preise wurden vergeben, die mit insgesamt 47000 Euro dotiert sind. Bei all den ausgezeichneten Ideen handelt es sich um Projekte, die langfristig bestehen und Menschen zusammenbringen sollen: Händler, Gastronomen, Vertreter der Kommune, Ehrenamtliche. Gut gelungen ist diese Zusammenarbeit in Storkow, fanden die Juroren. „Das ist eine sehr innovative Lösung“, sagte Jurymitglied Dennis Krüger.

Storkow hatte schon im vergangenen Jahr mit der Idee für ein Lichterfest den dritten Preis in diesem Wettbewerb geholt. Diesmal reichte es für Platz eins. „Da steckt viel ehrenamtliches Engagement dahinter“, sagt Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig. Die Idee für den interaktiven Rundgang stammt aus dem Verein Alinae Lumr, der ein Musikfest in der Stadt organisiert. Und gut mit dem Mittelstandsverein zusammenarbeitet, wie Johann Schwarz von Alinae Lumr erzählt. Beide entwickelten das Projekt. Wann die ersten Häuser in Storkow zu sprechen beginnen? Johann Schwarz kann es noch nicht genau sagen. „Vielleicht zum Jahresende.“ Das Preisgeld von 16 000 Euro soll jetzt in die Verwirklichung der Idee fließen.

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