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Am Standort Müncheberg wird seit 90 Jahren wissenschaftlich geforscht

ZALF
Fokus auf umweltgerechter Landnutzung

Förderpreisträgerin: Dr. Jana Zscheischler (l.) mit Münchebergs Bürgermeisterin Uta Barkusky
Förderpreisträgerin: Dr. Jana Zscheischler (l.) mit Münchebergs Bürgermeisterin Uta Barkusky © Foto: Gerd Markert
Gabriele Rataj / 27.09.2018, 08:00 Uhr
Müncheberg (MOZ) Das Gesicht wissenschaftlicher Forschung am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg ist jung. Es zeigt sich am Donnerstag zum Festakt „90 Jahre Forschung in Müncheberg“ in Person der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Jana Zscheischler. Sie erhält an diesem Tag den Förderpreis der Stadt Müncheberg durch Bürgermeisterin Uta Barkusky (Linke) überreicht. Damit wird ihre Arbeit zur Problematik „Transdisziplinäre Forschung“ gewürdigt, die sich auf Wege der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis in der Landschaftsforschung bezieht.

Eine solche Herangehensweise, die über ein Nebeneinander von Forschungsdisziplinen hinausgeht und auch interdisziplinäres Arbeiten noch hinter sich lässt, ist in besonderem Maße lösungsorientiert, weil mit Partnern der Praxis gemeinsam Probleme benannt, definiert, Lösungen gesucht werden und an deren Umsetzung gearbeitet wird.

Ein Forschungsansatz, den es so dezidiert vor 90 Jahren zur Gründung des Kaiser-Wilhelm-Institutes durch Erwin Baur noch nicht gab. Dieser aber legte den Grundstein für übergeordnete Züchtungsforschung an diesem Standort. Er wollte dort forschen, wo es Kahlfröste und Frühjahrsdürre gab, in der östlichen Mark, in Müncheberg.

Davon, wie Erwin Baur um ein Institut kämpfte, zuvor zehn Jahre lang Anträge schrieb, um dann gerade einmal fünf Jahre die Müncheberger Einrichtung bis zu seinem Tod zu leiten, berichtete anschaulich in seinem historischen Abriss Dr. Claus Dalchow, viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter des ZALF.

Längst hat sich inzwischen die Ausrichtung der Forschung in Müncheberg geändert, wie es Cornelia Rosenberg, administrative Direktorin im ZALF, in ihrer Eröffnungsrede darlegt: von Ertragsmaximierung zu DDR-Zeiten hin zu umweltgerechter Landnutzung. Der Fokus wurde deutlich erweitert. Nach eher regionaler und nationaler Ausrichtung pflegt das ZALF heute etwa 160 Kooperationen in 18 Länder der Welt. An den verschiedenen Standorten arbeiten Kollegen aus Europa, Amerika, Afrika und Asien gemeinsam an den Herausforderungen, die Gegenwart und Zukunft stellen stellen.

Einen Pflock anderer Art schlug Landrat Gernot Schmidt (SPD) in seinem Grußwort ein. Mit Blick auf den Arche-ähnlichen Kircheneinbau erinnerte er an gesammeltes, Zeit überdauerndes Wissen und spielte so auf den Erhalt der obstgenetischen Forschung in Müncheberg an.

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