Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kabinett beschließt: Noch 2019 können Fahrzeuge per Internet angemeldet werden

Ohne Wartezeit
Autozulassung bald online

Kfz-Kennzeichen aus LOS: Noch in diesem Jahr soll es möglich sein, sein Auto über das Internet zuzulassen.
Kfz-Kennzeichen aus LOS: Noch in diesem Jahr soll es möglich sein, sein Auto über das Internet zuzulassen. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Dorothee Torebko / 10.01.2019, 07:30 Uhr
Berlin (MOZ) Auto anmelden ohne Warterei bei der Zulassungsstelle? Das soll noch in diesem Jahr möglich sein. Das Kabinett hat am Mittwoch eine Verordnung beschlossen, wonach Halter ihre neuen Fahrzeuge bald über das Internet zulassen können. Doch die Sache hat einen Haken.

„Wir wollen weg vom Papierkram und lästigen Behördengängen hin zu einer modernen, digitalen Verwaltung. Künftig heißt es einfach: klicken und losfahren. Das ist Bürgerservice pur“, erklärte Verkehrsminister Scheuer am Mittwoch.

Wer sein Auto künftig online zulassen will, muss einen elektronischen Personalausweis haben, mit dem er sich online identifizieren kann. Ohne den geht es nicht. Die Ausweise werden seit 2010 ausgegeben. Wer nicht sicher ist, ob der Ausweis für eine Online-Nutzung freigeschaltet ist, kann in seinem Bürgeramt nachfragen. Dort bekommt er auch die notwendige PIN.

Um die Daten zu erfassen, brauchen Autobesitzer zudem noch ein Kartenlesegerät oder ein Smartphone mit NFC-Funktion (laut Innenministerium nur Android). Mit der Technik lassen sich etwa per Handy Tickets kaufen, man kann damit auch an der Supermarktkasse bezahlen. Wer ein NFC-fähiges Handy hat, muss sich eine entsprechende App runterladen und von der Kfz-Versicherung eine elektronische Versicherungsbestätigung zuschicken lassen. Die Plakette wird per Post zugeschickt, das Kennzeichen muss sich der Halter selbst prägen lassen.

Was das alles kostet, ist noch nicht klar. Jedoch hat das Internetverfahren einen großen Vorteil: Es spart Zeit. Denn Anträge werden automatisch und nicht mehr von einem Menschen bearbeitet. Wer etwa seine Adresse ändern möchte, erhält den Bescheid per Mail nach Hause, kann ihn ausdrucken und gleich losdüsen. Scheuer plant weitere Erleichterungen: Künftig sollen Fahrzeughersteller dazu verpflichtet werden, Daten digital zu übermitteln. Diese werden vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeichert und für Zulassungsverfahren genutzt.

Bisher war online nur das Ab- und Ummelden von Fahrzeugen möglich. Ummelden konnten Besitzer ihre Fahrzeuge nur dann, wenn es derselbe Halter war und er nicht weit wegzog. Außerdem war der Dienst nur Autofahrern vorbehalten, Halter von Motorrädern mussten die Behörde aufsuchen. Auch das ändert sich jetzt.

Besonders beliebt sind die bisherigen Online-Angebote in der Region nicht. Ein Sprecher der Berliner Senatsinnenverwaltung gab an, dass im Jahr 488 Autos online abgemeldet wurden. Im Jahr 2018 waren es in der Hauptstadt 416 Fahrzeuge, wobei vier Autos per Internet wiederzugelassen wurden. Der Sprecher rechnet damit, dass sich durch die Kfz-Erstzulassung per Internet immer mehr Bürger einen onlinefähigen Personalausweis besorgen – und damit die Onlinenutzer-Zahl steigt.

Unterstützung erhielt Scheuer von der SPD und FDP. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Sören Bartol lobte die Möglichkeit, nicht mehr persönlich auf der Zulassungsstelle erscheinen zu müssen. Das spare Zeit und zudem Nerven. Der verkehrspolitische Sprecher der FPD-Bundestagsfraktion Oliver Luksic betonte gegenüber dieser Zeitung, dass es selbstverständlich sein sollte, dass „solche Standardbehördengänge digital durchgeführt werden können“. Denn: „Es kann nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger für solche Verfahren bislang immer noch Urlaubstage hergeben mussten.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG