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Ziegeleipark
Eine Parade der Lokomotiven

Wolfgang Gumprich / 13.05.2019, 10:16 Uhr
Mildenberg Dicht gedrängt stehen die Besucher bei der Parade der Feldbahnloks im Ziegeleipark Mildenberg: Kameras klicken, Videokameras surren, als die kleinen Loks auf schmalen Gleisen zwischen einem halben und fast einem Meter Breite vorfahren und die Lokführer der RBB-Moderation Auskunft geben, was zu sehen ist. Da rollen die klassischen Diesel-Feldbahnloks vor, alle mehr als 60 Jahre alt und mit 70 und mehr PS ausgestattet, doch sie drehen im Ziegeleipark noch immer ihre Runden.

Dann gibt es noch einige Exoten wie die "Schwalbe auf Schienen", die die Reichsbahn für ihre Gleisbauarbeiter und Streckenkontrolleure in Auftrag gegeben hatte. Sächsische Tüftler brachten eine Doppelschwalbe in den Ziegeleipark mit. Zwei gegeneinander auf einem Untergestell montierte Mopeds treiben das Gefährt an, der Richtungswechsel erfolgt durch Umsteigen auf das andere Moped. Durch einfaches Verschieben der Mopeds kann die Spurweite angepasst werden.

Eine Akkulok aus dem Alkalibergbau bei Nordhausen fährt geräuschlos vor und zeigt das Dilemma der Elektromobilität: Die Maschine wiegt vier Tonnen, davon allein die Batterie 1,7 Tonnen. Jetzt fährt die Lok beim Feldbahnprojekt in Berlin. Zur Feier des Tages dampfte auch die 64 Jahre alte Dampflok aus der Lokschmiede in Babelsberg an den Zuschauern vorbei.

Umfangreiches Programm

Die 29 präsentierten Feldbahnloks kommen aus dem Bestand des Ziegeleiparks und der Museumseisenbahnen in Sachsen, Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen. Den weitesten Weg hatten die Eisenbahnfreunde aus Bochum vom Eisenbahnmuseum im Stadtteil Dahlhausen, sie rollten mit einer handgetriebenen Draisine vor.

Dann ist da noch der einzige funktionierende Dampfbagger Deutschlands, den sein Besitzer, Peter Meyer aus Hannover, vorführt. Der Bagger wurde vermutlich 1932 in der Maschinenfabrik Bünger in Düsseldorf gebaut und versah seinen Dienst einst im Hamburger Hafen. "Zwei Stunden dauert es", so sein Besitzer, "bis der Kessel genügend Druck aufgebaut hat." Gefüttert wird das blaue Ungetüm mit Steinkohle. Es räumt Schotter an die Seite für eine Gleisstrecke, die neu verlegt werden soll.

Doch auch abseits der Gleise gibt es für die vielen Besuchen genug zu sehen und entdecken. Eisenbahnexperte und Buchautor Dirk Endisch liest aus seinem Buch "Dampf Adé! Diesel Oje!" zum Traktionswechsel (die Umstellung von Dampf auf Diesel und Strom, Anm. d. Red) bei der Deutschen Reichsbahn (DR) vor. Das Berliner Ensemble "Equilibre" übte mit den jungen Besuchern Jonglage mit Keulen und Bällen, Tourismus-Verbände informierten über Reiseziele und die Templiner Lehrerband "LehrGut" spielten ihre alten und neuen Hits.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

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