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Ausstand
Sana-Mitarbeiter fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit

Marco Winkler / 23.05.2019, 20:04 Uhr
Sommerfeld (MOZ) Annette Parnitzke kommt aus der Nachtschicht, als sie sich am Donnerstag um 6 Uhr dem Warnstreik vor den Sana Kliniken Sommerfeld anschließt. Seit elf Jahren ist sie dort als Krankenschwester tätig. "Obwohl die Mauer seit einer Ewigkeit offen ist, bekommen die Schwestern im westlichen Deutschland immer noch mehr Gehalt als wir", sagt sie. Deshalb sei es für sie selbstverständlich, am von der Gewerkschaft Verdi ausgerufenen Warnstreik teilzunehmen. "Wir werden immer weniger, die Arbeit steigt, für Patienten bleibt kaum noch Zeit", fasst Schwester Annette ihre Motivation zusammen.

Wie ihr geht es an diesem Morgen vielen Beschäftigten der Sana Kliniken AG. Auch am Standort in Berlin-Lichtenberg wird gestreikt. In Berlin findet eine Kundgebung vor der Verdi-Bundesverwaltung statt. Die dritte Runde der hausinternen Tarifverhandlungen hat begonnen. Ergebnis: am Donnerstagabend noch offen. Kommentieren wollen die Sana Kliniken die Verhandlungen auf Nachfrage nicht.

"Aber unsere Kollegen sind hochmotiviert", sagt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Manon Cochois. Um die 50 Mitarbeiter aus Sommerfeld fahren nach Berlin. 50 weitere bleiben vor der Sommerfelder Klinik. Die gemeinsame Forderung: mehr Lohn. Die Entgelte sollen um sieben Prozent, mindestens aber um 200 Euro im Monat steigen. "Beschäftigte verdienen bei den Sana Kliniken bis zu 300 Euro weniger als ihre Kollegen in kommunalen Einrichtungen", so Cochois. Junge Leute ziehen nach Berlin, wo der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gilt. Verdi habe zudem nachgerechnet: Mitarbeiter in den neuen Bundesländern arbeiten bei geringerer Bezahlung pro Woche eine Stunde länger. "Das heißt, sie arbeiten sieben Tage im Jahr umsonst." Eine Arbeitszeit-Angleichung wird verlangt.

"Was mir am meisten aufstößt, ist, dass wir zwei Tarifstrukturen haben", sagt Ralf Krause. Der 51-Jährige arbeitet seit 1997 als Physiotherapeut in Sommerfeld. "Wir arbeiten in allen Kliniken, werden aber nach dem Reha-Tarif bezahlt. Das kann nicht sein", sagt er. Ralf Krause macht auf eine Besonderheit in Sommerfeld aufmerksam: Es gibt die Akut- und die Reha-Klinik. "Der Standort profitiert davon, Patienten kommen gezielt hierher", sagt Manon Cochois. Aber die Entgelte seien in beiden Klinik-Bereichen unterschiedlich. "Es geht hier um Wertschätzung", sagt sie. Gleiche Arbeit sollte gleich entlohnt werden.

Höheres Entgeltfür Auszubildende

200 Euro mehr im Monat wollen die Sana-Beschäftigten. Das ist die Minimalforderung. Auch die Entgelte der Reha-Mitarbeiter sollen angeglichen werden.

150 Euro monatlich mehr für Azubis, so eine weitere Forderung. Damit kämen Azubis auf das Niveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes.⇥win

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