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Im Bahnhofsumfeld Strausberg-Stadt, in der Philipp-Müller-Straße und Am Wäldchen

Bauvorhaben
Hindernisse im Untergrund

Großbaustelle: Der Neubau des Hortgebäudes der Grundschule Am Wäldchen stockte.
Großbaustelle: Der Neubau des Hortgebäudes der Grundschule Am Wäldchen stockte. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 09.08.2019, 06:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Der unberechenbare Strausberger Untergrund: Bauvorhaben der Stadt geraten regelmäßig in Zeit- und Kostenverzug, weil unter Strausbergs Oberfläche große und unangenehme Überraschungen gerade für die Stadt als Bauherr lauern. So gerät letztlich die Bahnhofsumfeldgestaltung in Stadt über ein Jahr ins Hintertreffen, weil unterm Parkplatz vergrabenes Kriegsgerät und eine zugeschüttete Mülldeponie zusätzlich zu beräumen waren. Außerdem lagen nahe dem Bahnübergang die Leitungen nicht so, wie auf den Plänen eingezeichnet. Ebenso in der Philipp-Müller-Straße: Die vom Wasserverband Strausberg-Erkner verlegte Trinkwasserleitung läge nicht dort, wie sie laut Leitungsplan liegen müsse, ebenso die nach der Wende verlegte Gasleitung und die der Fernwärme. "Da gibt es ganze unterirdische Bauwerke, die nirgends eingezeichnet sind", sagte der für den Tiefbau zuständige Mitarbeiter des Fachbereichs Technische Dienste, Arthur Seyfarth, am Dienstagabend im neuen Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr der Stadtverordnetenversammlung.

Mehrkosten noch nicht bekannt

Der ursprüngliche Termin für die Fertigstellung – 26. Oktober – wäre nur sehr schwer zu halten, stattdessen werde es wohl in diesem Abschnitt bis Jahresende dauern. Als Fertigstellungstermin nannte Seyfarth den 22. Mai 2020: "Die Mehrkosten können noch nicht beziffert werden." Die ursprüngliche Investitionssumme beträgt 2,26 Millionen Euro.

Erhebliche Kostensteigerungen hat der unergründliche Baugrund der Baustelle für das neue Hortgebäude und eine Interimslösung für die Sanierung und einen Erweiterungsbau der Grundschule Am Wäldchen ebenfalls verursacht. Weil dort ungeahnte Müllmengen vorgefunden wurden, der Boden fachgerecht saniert und sämtlicher Sondermüll ordnungsgemäß entsorgt werden mussten, seien die Tiefbaukosten schon von 363 000 Euro auf 834 700 Euro gestiegen. Jetzt müssten nochmals 240 000 Euro nachgeschossen werden, so dass der Tiefbau allein schon 1,08 Millionen Euro erfordert habe, und er sei immer noch nicht am Ende. Untere Wasserbehörde und Untere Bodenschutzbehörde hatten einbezogen werden müssen, berichtete die amtierende Fachbereichsleiterin Technische Dienste, Kerstin Zimmermann, dem neuen Bauausschuss. Auf 800 Quadratmetern habe der Boden ausgetauscht werden müssen: "Wir hatten keine Alternative, denn dort sollen sich Kinder aufhalten, da muss das alles in Ordnung sein." Es geht dort unter anderem um die Stellfläche für zwölf Raummodule für den Unterricht. Die Ausschreibung dafür werde Ende des Monats veröffentlicht. Als nächstes müssten auch die Ausschreibungen für den Erweiterungsbau des Schulgebäudes vorbereitet werden. Da gehe es unter anderem um den Rohbau, Gerüstarbeiten, Dacharbeiten, Metallbau, Tischler, Fassaden, Trockenbau und den Auf-zugeinbau.

Das Bahnhofsumfeld werde die Firma Berger Bau vermutlich Ende September vollendet haben, informierte Arthur Seyfarth: "Dann ist der Platz komplett fertig." Die Anpflanzungen in den Grünflächen und der Bäume würden allerdings in einem gesonderten Auftrag ab Oktober vollzogen. Auf Nachfrage sagte er, die Fahrradabstellanlagen seien aktuell im Bau, es werde bei Fertigstellung auch mietbare Fahrradboxen geben. Das Bahnhofsgebäude sei nicht Bestandteil der Umfeldgestaltung. Es sei an Projektentwickler Bernhard Kutzner-Gabriel verkauft worden, er könne keine Aussagen treffen, so Seyfarth.

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