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Ostbrandenburg
700 Ausbilder prüfen ehrenamtlich für die Industrie- und Handelskammer

Schon 25 Jahre dabei: Zur Festveranstaltung im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) bekamen 24 Prüfer eine goldene Ehrennadel überreicht. Als Ehrengast bedankte sich auch Familienministerin Franziska Giffey (v. M.) für das unermüdliche Engagement .
Schon 25 Jahre dabei: Zur Festveranstaltung im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) bekamen 24 Prüfer eine goldene Ehrennadel überreicht. Als Ehrengast bedankte sich auch Familienministerin Franziska Giffey (v. M.) für das unermüdliche Engagement . © Foto: Michael Benk
Christina Sleziona / 14.11.2019, 08:30 Uhr - Aktualisiert 14.11.2019, 08:43
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es ist ein Ehrenamt, das man laut dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, Carsten Christ, nicht genug würdigen kann: Die Rede ist von Ausbildungsprüfern. Etwa 700 von ihnen haben sich für die nächsten fünf Jahre dazu bereit erklärt, Azubis den Start in die berufliche Laufbahn zu ermöglichen.

"Die hohe Qualität und der langjährige Erfolg der betrieblichen Aus- und Weiterbildung wäre ohne ein funktionierendes Prüfungswesen in Deutschland schlichtweg nicht möglich", erklärt Carsten Christ am Mittwoch bei den Feierlichkeiten im Kleist Forum Frankfurt (Oder).

Etwa 4000 Prüfungen würden jedes Jahr aufs neue abgenommen. Eine Leistung, die Familienministerin Franziska Giffey als Ehrengast der Feier ebenfalls in ihrer Rede würdigt. "Sie bringen viel Zeit und Lebenserfahrung in die Arbeit ein, das verdient höchste Anerkennung", betont sie. Vor allem gilt ihr Dank den insgesamt 24 Prüfern, die bereits seit 25 Jahren dabei sind. Sie bekommen eine goldene Ehrennadel überreicht.

Eine von ihnen ist Kerstin Nolte-Winkler vom Reisebüro "Azur" in Eberswalde. Sie freut sich sehr über die Auszeichnung und denkt gar nicht daran, aufzuhören. "Ich fand es schon vor 25 Jahren interessant, wie die Jugend tickt und sich in die Arbeit einbringt. Ich will weiterhin auf dem Laufenden bleiben", sagte sie. Zwei Mal im Jahr prüft sie ausgelernte Tourismuskaufleute auf Herz und Nieren. Besonders nach der Wende boomte die Tourismusbranche, erinnert sich die Wahl-Eberswalderin. "Der Beruf war in der DDR so gut wie gar nicht vertreten und plötzlich gab es einen großen Bedarf an Reisebüros", erzählt die Prüferin. Bis in die 2000er-Jahre hielt das Interesse für den Ausbildungsberuf noch an. Seitdem verringert sich die Nachfrage in Ostbrandenburg allerdings kontinuierlich, bedauert Nolte-Winkler.

Ein Umstand, der ebenfalls das Handwerk sowie das Gesundheits- und Erziehungswesen hart trifft, weiß Giffey zu berichten. "Dass den Betrieben die Auszubildenden fehlen, ist jetzt schon ein Wachstumshemmnis für das Land", ist sie überzeugt. Um die Attraktivität der Ausbildungen zu erhöhen, müsse man vor allem auf mehr wertschätzende Werbung und Familienfreundlichkeit in den Firmen setzen. In den wirtschaftlich abgehängten Regionen würde letztlich auch das ehrenamtliche Engagement leiden. Um dem entgegenzutreten, wird es deshalb ab 2020 eine neue Stiftung für Engagement und Ehrenamt geben, kündigt Giffey an. Die soll vor allem das Ehrenamt in Ostdeutschland unterstützen.

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