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Verbraucherschutz für Migranten
Infothek sammelt häufige Fragen

Das neue Info-Material der Verbraucherzentrale Brandenburg interessiert vielfach, sind Projektkoordinatorin Laura Ströbel (links) und Juristin Karolina Wroblewska zufrieden. Auf dem Laptop ist eine Seite der Infothek für  Migrant*innen geöffnet.
Das neue Info-Material der Verbraucherzentrale Brandenburg interessiert vielfach, sind Projektkoordinatorin Laura Ströbel (links) und Juristin Karolina Wroblewska zufrieden. Auf dem Laptop ist eine Seite der Infothek für Migrant*innen geöffnet. © Foto: Kerstin Bechly/MOZ
Kerstin Bechly / 26.11.2019, 08:15 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) In den vergangenen Jahren haben sich polnische Einwanderer und Migranten aus anderen Ländern mit immer wiederkehrenden Fragen an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Brandenburg (VBZ) gewandt. Da geht es um den Widerruf von Käufen, Rechte bei der Reklamation, die Kündigung von Handy-Verträgen oder Störungen im Internet.

Sieben Themen sind vorerst in einer Infothek zusammengefasst. Alle Texte sind bildlich unterlegt, in einfacher Sprache verfasst und die rechtlichen Inhalte anschaulich erklärt. Dieses im Sommer eingeführte Angebot wird jetzt im Rahmen eines Projekts erweitert. Ab sofort gibt es die Möglichkeit, Fragen direkt über das Online-Formular in der Infothek oder per Mail zu stellen. "Wir möchten wissen, welche Themen den Verbrauchern noch wichtig sind", sagt Laura Ströbel, Koordinatorin des Projekts Verbraucherschutz für Migrant*innen.

"Wir sind mittendrin in der Aktion und warten auf Anfragen. Das ist für uns auch spannend. Die Nachfrage nach den Aktionsmaterialien wie Postkarten und Plakaten ist groß. Da arbeiten wir mit unseren Partnern, wie den Migrationsberatungsstellen, Volkshochschulen, Jobcentern und kommunalen Integrationszentren sehr gut zusammen", ergänzt Laura Ströbel. Die Kontakte reichen von Oberhavel und Uckermark bis nach Cottbus. Auch zum polnischen Sozialrat in Berlin ist der Draht der Verbraucherzentrale gut. "Schließlich stellen Polen die größte Einwanderungsgruppe in Brandenburg", betont Karolina Wroblewska vom Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum in Frankfurt (Oder). Die Verbraucherzentrale hat sich darauf eingestellt und die Infothek  sowie das Kontaktformular auf Polnisch übersetzt.

Bei Wroblewskas Landsleuten kristallisieren sich aktuell zwei Themen heraus: Partnervermittlung und Rundfunkbeitrag. "Viele Polen sind überrascht, dass sie für Radio und Fernsehen bezahlen sollen, obwohl sie kein Gerät besitzen", konkretisiert die Juristin ein Beispiel. Ob Rundfunkbeitrag zu zahlen ist, wird in der Infothek erklärt, ebenso das Verhalten bei der Partnersuche im Internet. Diese Problematik wird demnächst mit der Frage fortgeführt, wie man wieder aus einem Vertrag mit einem Dating-Portal herauskommt, der sich als Abo-Falle entpuppt hat.

Für andere Einwanderergruppen sind Laufzeitverträge bei Telefonanbietern und Kreditkartenabzocke immer wieder mit Problemen verbunden. Gerade letzteres Beispiel sei nicht leicht zu erkennen, wenn man nicht so gut Deutsch spreche: "Anbieter haben mit einer Schufa-freien Kreditkarte geworben. Dann hat der Verbraucher eine Prepaid-Kreditkarte erhalten, die er aufladen musste und damit waren doch Kosten verbunden", verdeutlicht Jana Ströbel.

Für Probleme sensibilisieren

Anliegen der Verbraucherzentrale Brandenburg ist es, Migranten, die aus ihren Ländern oft keine Beratungsstellen kennen, für Probleme bei der Vertragsgestaltung zu sensibilisieren. "Sie sollen erst gar nicht in Schwierigkeiten geraten und wenn doch, in die Lage versetzt werden, ihre Rechte selbst durchzusetzen", beschreibt die Projektkoordinatorin. Erleichtert wird diese Herangehensweise durch das Sprachenangebot der VBZ. Neben den Polnischangeboten können die Mitarbeiter rund um die Uhr auf Arabisch-sprechende Dolmetscher zurückgreifen. Wenn Beratung in weiteren, insgesamt 20 Sprachen  gewünscht wird, ist es günstiger, telefonisch oder per Mail einen Termin zu vereinbaren. Bestimmte Checklisten über die Infothek hinaus sind online bereits in Arabisch, Englisch, Russisch und Persisch vorhanden.

Das Kontaktformular für die Infothek soll übrigens um eine dritte Sprache erweitert werden, auch dank der weiteren Förderung des Projekts durch die Ministerium der Justiz sowie für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz. Welche Sprache das sein wird, ist noch nicht entschieden.

Kontakt zur Verbraucherzentrale Brandenburg

Die Infothek ist auf Deutsch und Polnisch im Internet unter der Adresse www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/infothek zu finden. Dort können über das Kontaktformular weitere Fragen eingereicht werden oder man schreibt eine Mail an willkommen@vzb.de.Persönliche Beratungstermine und weitere Auskünfte erhalten Verbraucher werktags am Servicetelefon: 0331 98229995. Schriftlich ist dies in drei Sprachen unter www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/beratung-bb/terminvereinbarung möglich.

Die Verbraucherzentrale kann mit Hilfe von Dolmetschern 20 Sprachen, darunter auch Albanisch, Bulgarisch, Dari, Kurdisch, Somali und Ukrainisch, absichern (www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/migranten).⇥keb

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