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Der Wirtschaftsplan 2020 des Wasserverbandes Strausberg–Erkner sieht einen Jahresgewinn von 1,76 Millionen Euro vor.

Personalwechsel
Wasserverband Strausberg-Erkner vor Neustart

Im Strausberger Wasserwerk Spitzmühle: In der Filterhalle ist Instandhalter Peer Jahn bei einer Probeentnahme an der Steuereinheit eines Filterkessels.
Im Strausberger Wasserwerk Spitzmühle: In der Filterhalle ist Instandhalter Peer Jahn bei einer Probeentnahme an der Steuereinheit eines Filterkessels. © Foto: Gerd Markert/MOZ
Jens Sell / 29.11.2019, 15:55 Uhr
Strausberg (MOZ) Der Wasserverband Strausberg–Erkner strebt im nächsten Geschäftsjahr einen Jahresgewinn von 1,76 Millionen Euro an. Die Tilgung der Darlehen wird fortgesetzt. Wie weit der Zweckverband seine Kredite bereits zurückgezahlt hat, ist an der relativ kleinen Zinssumme von 70 000 Euro im Wirtschaftsplan 2020 ablesbar. Zu Buche schlage aber auch die Erhöhung des Einleitpreises von Schmutzwasser in das Klärwerk Münchehofe der Berliner Wasserbetriebe um einen Cent pro Kubikmeter. Dies mache immerhin sieben Millionen Euro im Jahr aus.

Sein letzter Wirtschaftsplan

Es ist der letzte Wirtschaftsplan, den Verbandsvorsteher Henner Haferkorn vor der Verbandsversammlung, dem höchsten Gremium des Zweckverbandes, vorstellte. Wobei er sich bei den Erläuterungen zurücklehnen konnte: Den betriebswirtschaftlichen Part erläuterte der kaufmännische Leiter Gerd Windisch, zu den Investitionen in Trinkwasser- und Schmutzwassererschließung sprach der technische Leiter André Bähler. Die beiden Verbandsmanager bilden auch das kontinuierliche Element, denn im April wird ein neuer Vorsteher die Leitung des Verbandes übernehmen müssen: Henner Haferkorn geht Ende März 2020 in den Ruhestand. Eine unabhängige Unternehmensberatung soll per Ausschreibung einen geeigneten Nachfolger suchen und der Verbandsversammlung zur Wahl vorschlagen.

Die Verbandsversammlung muss ihre Spitze allerdings auch erneuern: Am 8. Januar nächsten Jahres muss ein neuer Vorsitzender gewählt werden, denn der bisherige, Karsten Knobbe, wurde nicht wieder zum Bürgermeister von Hoppegarten gewählt. Auch weitere Nachbesetzungen in der Verbandsversammlung würden am 8. Januar anstehen, hatte Henner Haferkorn  im letzten Tagesordnungspunkt Sonstiges der Verbandsversammlung angekündigt, bevor er im nichtöffentlichen Teil seinen baldigen Abschied bekannt gab.

Henner Haferkorn hat in den 25 Jahren seiner Amtszeit als Verbandsvorsteher die meisten Jahre unter heftigem Beschuss gestanden. Gleich zu Beginn lieferte ihm der damalige Strausberger Bürgermeister Jürgen Schmitz, anfangs selbst Vorsitzender der Verbandsversammlung, heftige Gefechte um den Austritt Strausbergs aus dem Zweckverband. Es gab sogar einen mehrheitlichen Beschluss der Stadtverordneten und ein Klageverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Frankfurt (Oder) dazu.

Von Anfang an unter Beschuss

Auch Eggersdorf unter seiner damaligen Bürgermeisterin Katja Wolle strebte aus dem jungen Wasserverband. Haferkorn gelang es mit juristischem Beistand von Rechtsanwalt Turgut Pencerici, dem heutigen Vorsitzenden des Wasserverbandstages, die Verbandsgemeinden zusammenzuhalten. 1996 gelang es erstmals, den Wasserverband in die schwarzen Zahlen zu führen. Weil das Führungsgespann Henner Haferkorn/Hartmut Wacke (Technischer Vorstand) so erfolgreich war, sanierte es 1999 gleich noch den Wasser- und Abwasserzweckverband Lehnin und führte auch ihn in die Gewinnzone. Nach Jahren scheinbarer Ruhe begann die Auseinandersetzung um die Altanschließerbeiträge, zu deren Erhebung das Land die Zweckverbände mehr oder weniger nötigte. Henner Haferkorn gab seine anfängliche Gegenwehr auf, trieb sie ein und streitet seither mit den Betroffenen.

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